Die Luft ist bitterkalt, es liegt ein wenig Regen in ihr – es könnte schöneres geben, als an einem dunklen Mittwochabend auf dem Sportplatz an den Fichten zu stehen. Doch den jungen Mädchen macht es sichtlich Spaß, mal mit, dann ohne Ball zu trainieren, sich im Zweikampf zu messen, dann wieder das Spiel über die Flügel auf kleinem Feld, dafür aber mit vier Toren auf dem Sportplatz „An den Fichten“ zu üben.
Die Luft ist bitterkalt, es liegt ein wenig Regen in ihr – es könnte schöneres geben, als an einem dunklen Mittwochabend auf dem Sportplatz an den Fichten zu stehen. Doch den jungen Mädchen macht es sichtlich Spaß, mal mit, dann ohne Ball zu trainieren, sich im Zweikampf zu messen, dann wieder das Spiel über die Flügel auf kleinem Feld, dafür aber mit vier Toren auf dem Sportplatz „An den Fichten“ zu üben.
„Ihr müsste im Kopf wach sein“, ruft Trainer Birger Schröder den C-Jugend Spielerinnen zu, die sich gegenseitig den Ball zukicken. Gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Daniel Tönsing hat Birger Schröder das Team übernommen, das einen Namen trägt, der vor Jahrzehnten nicht vorstellbar war. Bruchmühlen und Holsen, das versprach packende Nachbarschaftsduelle im Herrenfußball, auch mal das ein oder andere giftige Wort am Spielfeldrand und sicher nicht das Bestreben, zusammenzuarbeiten.
„Heute ist das anders – da muss man kreativ werden, auch mal Vergangenes zurücklassen“, sagt dann auch Malte Rompf, Jugendkoordinator beim TuS Bruchmühlen und Mitinitiator der neuen Mädchenspielgemeinschaft Bruchmühlen-Holsen. „Die Rechnung im vergangenen Jahr war ganz einfach: In Holsen spielten noch acht Mädels, bei uns drei. Und ehe sie nun durch den gesamten Kreis oder noch weiter fahren mussten und bei neuen Vereinen zu trainieren, haben wir uns einfach zusammengeschlossen und so eine echten Sogeffekt hervorgerufen“, freut sich Rompf und schaut am Trainingsgelände rüber zu der großen Gruppe, die da trainiert. „Wir haben mittlerweile rund 30 C-Juniorinnen, die bei uns trainieren und wollen jetzt eine zweite Mannschaft anmelden“, sagt Malte Rompf und es wirkt ein wenig so, als könne er die Zahl selbst nicht fassen. Vor allem aus dem niedersächsischen Raum fanden die jungen Spielerinnen den Weg nach Bruchmühlen. Mal über Empfehlung, dann über ein Probetraining. Letzteres findet heute immer noch statt, „wer mag, kommt einfach vorbei, bringt Sportklamotten, was zu Trinken und Sportschuhe mit und versucht sich einfach mal“, wünscht sich der Jugendkoordinator, der auch schon erste Erfolge vermelden kann: Den Kreispokal konnte die Mädchenspielgemeinschaft schon gewinnen, Fußballerinnen im Aufwind Mädchen-Spielgemeinschaft zieht junge Talente an Ganz gleich ob schon lange dabei oder gerade erst mit dem Kicken begonnen: Hier kann jede mittrainieren und mitspielen. kickt daneben erfolgreich in der OWL-Liga Nord und entsendet Spielerinnen in Kreis- und Westfalenauswahl.
Dabei wird immer Neun gegen Neun gespielt, werden kleinere Tore auf die Strafraumgrenze eines großen Spielfeldes gestellt, ehe der Kick beginnen kann. Ehe es soweit ist, steht aber erst einmal zwei Mal pro Woche das Training an. Mittwochs in Bruchmühlen und freitags in Holsen treffen sich Spielerinnen und Trainerteam um 17.30 Uhr, wärmen sich in lockerer Runde auf und dürfen da, was während der Technikübungen eher verpönt ist: Einfach nach Lust und Laune drauflos quatschen. „Ganz bestimmt ist diese lockere Atmosphäre auch ein Grund dafür, warum wir gerade so viele neue Interessenten haben“, weiß Malte Rompf und freut sich gleichzeitig über die Disziplin, die die Mädchen an den Tag legen, wenn Konzentration, Technik und passgenaues Zuspiel gefragt sind.
Geht es weiter so steil aufwärts mit dem Mädchenfußball in der Spielgemeinschaft, soll schon bald eine B-, eine D-Jugend gebildet werden, „ehe wir irgendwann unser Fernziel erreichen wollen, wieder eine Damenmannschaft ins Rennen schicken zu können.“ Die Letzte hat sich gerade aufgelöst, das Stammpersonal und vor allem der Unterbau fehlten. „Jetzt aber können wir hoffentlich bald aus dem Vollen schöpfen, haben Jugendmannschaften, die immer wieder neue Spielerinnen hoch in den Seniorenbereich schicken“, freut sich Malte Rompf über ein Erfolgsmodell, bei dem im wahrsten Sinne des Wortes Grenzen überwunden wurden.