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Gerhard Kienker und Walter Dettmer für langjähriges Engagement ausgezeichnet

Zweimal 70 Jahre

Es ist eine besondere, goldene Ehrennadel, die Gerhard Kienker und Walter Dettmer vom Posaunenchor Bieren überreicht bekommen haben. Denn sie ist in der Form einer 70 gegossen worden, „und das ist schon eine alles andere als alltägliche Zahl“, so Pastorin Martina Nolte-Bläcker. Was sich hinter dieser imposanten Zahl verbirgt, lässt sich am besten so darstellen: 40 Proben, 20 Gottesdienstbegleitungen, 15 Ständchen zu Geburtstagen, 10 Ständchen in Seniorenheimen, 3 Beerdigungen, 2 Adventseinsätze und eine Hochzeit pro Jahr im Schnitt bedeuten 6.370 Einsätze – für jeden Einzelnen der beiden Jubilare.

Seit 70 Jahren der Mann für die tiefen Töne: Walter Dettmer.
An Flügelhorn und Trompete seit 70 Jahren: Gerhard Kienker.

Es ist eine besondere, goldene Ehrennadel, die Gerhard Kienker und Walter Dettmer vom Posaunenchor Bieren überreicht bekommen haben. Denn sie ist in der Form einer 70 gegossen worden, „und das ist schon eine alles andere als alltägliche Zahl“, so Pastorin Martina Nolte-Bläcker. Was sich hinter dieser imposanten Zahl verbirgt, lässt sich am besten so darstellen: 40 Proben, 20 Gottesdienstbegleitungen, 15 Ständchen zu Geburtstagen, 10 Ständchen in Seniorenheimen, 3 Beerdigungen, 2 Adventseinsätze und eine Hochzeit pro Jahr im Schnitt bedeuten 6.370 Einsätze – für jeden Einzelnen der beiden Jubilare.

Vor 70 Jahren ahnte der heute 84-jährige Gerhard Kienker nicht, dass er einmal so lange im Posaunenchor Bieren blasen würde. „Mit zwölf Jahren bin ich angesprochen worden. Und zwei Jahre später habe ich dann zum ersten Mal offiziell mitmusiziert“, so Kienker. Während seiner Meisterprüfung, als die Vorbereitung auf den kaufmännischen Teil anstand, musste er einmal kürzertreten. Sonst aber ist er immer da, ganz gleich ob beim Proben am Freitagabend oder bei all den Einsätzen. Das Alter machten ihm beim Flügelhorn- und Trompetespielen dabei keine Probleme. „Sicher, mit den dritte Zähne ist es nicht mehr so einfach, wie früher und auch das Hören lässt ein wenig nach – aber ich habe Freude am Spiel und eigentlich klappt alles noch genauso wie früher“, sagt Kienker, der immer noch bei sich zu Hause übt, dabei immer noch in die Noten schaut. „Natürlich kennst du die Melodien und kannst die auch häufig auswendig spielen. Aber wir spielen ja meist vierstimmig und da sind die Noten doch eine gute Stütze“, sagt Gerhard Kienker.

Alles andere als alltäglich: Nur äußerst selten wird diese Ehrennadel verliehen.

Genauso ergeht es auch Walter Dettmer, ebenfalls 84 Jahre alt und anfangs Tuba, heute Posaune spielend. 22 Pfund habe die „Susi“ getaufte Tuba gewogen, mit der er anfangs, als noch sehr junger Musiker, gespielt habe. Aber sie wurde nicht zur Last, sondern das Spiel mit ihr begeisterte ihn über Jahre, ehe er zur Posaune wechselte und mit ihr sogar die Welt bereiste. „In der Nachbargemeinde gab es zu wenige Posaunisten, da habe ich gerne auch mitgespielt und bin mit meinem Instrument mit auf Reise gegangen“, erzählt der Bierener, der so die USA, Kanada, Namibia, Südafrika und viele weitere, ferne Länder bereiste. Meist aber packt er ebenso wie Gerhard Kienker, sein Instrument in Bieren aus. Längst gibt es eine Spielgemeinschaft mit dem Posaunenchor Rödinghausen, gibt es in Bieren erfreulicherweise einen Bläsernachwuchs, der den Fortbestand des Chores sichert. „Wäre das anders, würde ich hier von Tür zu Tür gehen und für unseren Posaunenchor kämpfen und Werbung machen“, sagt Walter Dettmer schmunzelnd. Das Spielen im Posaunenchor ist für ihn mehr als eine Herzensangelegenheit.

Die Chance, dass junge Menschen aber wirklich 70 Jahre lang mitblasen, ist dabei eher gering. „Man muss sich diesen Zeitraum nur einmal in Ruhe vorstellen. Gerhard Kienker hat bei einem befreundeten Ehepaar nicht nur bei der Hochzeit, sondern auch bei silberner, goldener, diamantener und eiserner Hochzeit gespielt – und am Ende auch auf der Beerdigung des Ehemanns“, so Pfarrerin Martina Nolte-Bläcker. Beide leben ein Leben für die Musik in Bieren, beiden sei das gar nicht hoch genug anzurechnen.

Dabei gibt es heute Menschen, die auf das Geburtstagsständchen auch mal verzichten. Zum 80. Geburtstag fragen die Veranwortlichen des Posaunenchores Bieren zum ersten Mal ab, ab dem Erreichen des 85. Lebensjahres dann jährlich. Aber es gibt auch die, die ganz gerührt zuhören, die sich an der Musik zum Ehrentag freuen. Und auch Gerhard Kienker und Walter Dettmer hören gebannt den Kollegen zu, wenn diese an ihren Geburtstagen vorbeikommen – und dafür sogar, dass es einmal im Jahr ein Geburtstagsblasen gibt, bei dem die beiden zwar dabei sind, aber nicht zum Instrument greifen.

Sonst aber sind sie immer mit von der Partie, besuchen wenn möglich jeden Proben-Freitag, stehen parat, wenn mindestens vier Musiker gesucht – und gefunden – werden, wenn es zu einem Einsatz geht. Das soll und darf gerne auch zukünftig so sein, denn ans Aufhören denken Gerhard Kienker und Walter Dettmer noch lange nicht. „Wenn die Gesundheit mitmacht, sehen wir uns in fünf Jahren zum 75. Jubiläum wieder“, sagen die beiden, massieren einmal die Lippen durch und spielen weiter. Und weiter.

BLÄSERFESTIVAL
19. bis 21. September

Der CVJM Kreisverband Bünde veranstaltet ein Konzert im Rahmen des Bünder Bläserfestivals. Am Freitag um 19.00 Uhr startet das Festival mit einem Konzert von Harmonic Brass in der Pauluskirche. Am Sonntag endet die Veranstaltung um 17.00 Uhr mit einem Konzert des Bundesjugendposaunenchores des CVJM-Westbundes „bujupo“. Ein Workshop und ein Gottesdienst runden das Programm ab. Weitere Infos unter: www.cvjm-kreisverband.de

08/2025

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