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Stefanie Telthörster-Kröger: Löschgruppenführerin und Vorbild in der Feuerwehr Kirchlengern

Eine Familie für die Feuerwehr

Sie ist die Erste in der Gemeinde, sogar die Erste im gesamten Kreis Herford, die sich Löschgruppenführerin nennen darf. Besondere Aufmerksamkeit schenkt Stefanie Telthörster-Kröger diesem Umstand aber nicht. „Eigentlich sind wir bei der Feuerwehr doch schon viel weiter. Da ist nicht entscheidend, welchem Geschlecht du angehörst, sondern was du kannst“, sagt die 44-Jährige, die seit November des vergangenen Jahres die Löschgruppe Kirchlengern Ort leitet.

Natürlich auch in Besitz des LKW-Führerscheins: Löschgruppenführerin Stefanie Telthörster-Kröger

Sie ist die Erste in der Gemeinde, sogar die Erste im gesamten Kreis Herford, die sich Löschgruppenführerin nennen darf. Besondere Aufmerksamkeit schenkt Stefanie Telthörster-Kröger diesem Umstand aber nicht. „Eigentlich sind wir bei der Feuerwehr doch schon viel weiter. Da ist nicht entscheidend, welchem Geschlecht du angehörst, sondern was du kannst“, sagt die 44-Jährige, die seit November des vergangenen Jahres die Löschgruppe Kirchlengern Ort leitet.

So richtig überraschend kommt diese Beförderung allerdings nicht; sie wurde ihr fast schon in die Wiege gelegt. Schon ihr Vater Dieter Telthörster leitete vor vielen Jahren dieselbe Löschgruppe, „da ist dann wohl irgendetwas bei mir hängengeblieben“, erzählt Stefanie Telthörster-Kröger. Nicht überraschend auch, dass sie mit elf Jahren der Jugendfeuer beitrat – die sie heute sogar noch weiterhin leitet. Ich leite die Kinderfeuerwehr und mein Mann die Jugendfeuerwehr Interessieren sich noch jüngere Kirchlengeraner für das Ehrenamt, dann landen sie in der Kinderfeuerwehr – und damit beim Eheman von Stefanie Telthörster-Kröger, der diese Gruppe leitet und natürlich auch aktiv in der Löschgruppe Kirchlengern Ort mitwirkt. Mein Mann ist aktiv in der Löschgruppe Kirchlengern-Mitte „Bei uns zuhause dreht sich dann schon viel um dieses Thema“, sagt die Löschgruppenführerin und schaut automatisch auf den Melder an ihrem Gürtel. „Der ist bei mir und meinem Mann längst zur Gewohnheit geworden, auch wenn wir uns bei manch einer Familienfeier wünschten, ihn zur Seite legen zu können.“ Ein Jahr lang bekleidete die zweifache Mutter das Amt der stellvertretenden Löschgruppenführerin, ehe ihr Vorgänger Pascal Peitzmeier sein Amt aus persönlichen Gründen zur Verfügung stellte. „Ich musste kurz überlegen, ob ich das wirklich wollte. Noch mehr Bürokratie übernehmen, mich noch intensiver um Dienst- und Einsatzpläne kümmern. Am Ende fühlte es sich aber folgerichtig an, dass ich mich um das Amt bewarb“, erzählt die 44-Jährige heute. Die Befähigung dazu hatten sie schon 2004 mit dem Brandmeister-Lehrgang erworben und auch die Kolleginnen und Kollegen in Feuerwehrsprache wären es Kameradinnen und Kameraden waren sich nach Anhörung und Wahl einig: Stefanie Telthörster-Kröger ist die richtige Frau für die Aufgabe. „Die Büroarbeiten gehören für mich heute einfach dazu. Aber im Zweifel verfüge ich auch über die Atemschutz-Berechtigung, könnte also auch in erster Reihe das Feuer bekämpfen, auch wenn dies in der Realität nur noch selten vorkommt.“ Da organisiert sie lieber im Hintergrund, hält die organisatorischen Fäden zusammen und trennt bei alledem ganz sicher nicht nach Geschlecht. „Wir haben hier in der Löschgruppe insgesamt zehn Kolleginnen s. o., was ja schon ein sehr guter Wert ist. Da bin ich gerne Vorbild. Aber eigentlich ist das bei uns längst gelebter Alltag und keine Besonderheit mehr.“

Wenn der Alarm ertönt, wirft sich die Löschgruppenführerin in die Einsatzkleidung und eilt zum Einsatzort.

Einmal pro Woche sitzt sie mindestens im neuen Gerätehaus, schiebt Tabellen und Feuerwehrleute hin und her, damit alle Einsatzpläne gefüllt sein können. „Am Ende weiß man genau, wer wann voraussichtlich kommen kann, wer lange und wer kurze Wege hat und schnell von der Arbeit aus zum Gerätehaus eilen kann“, sagt Stefanie Telthörster-Kröger und kennt selbst berufliche Situationen, bei denen sie im Einsatzfall passen muss. „Wenn ich einen festen Termin gemacht habe, dann fahre ich nicht zum Einsatz und kann doch gut darauf vertrauen, dass alles in meinem Sinne angegangen und erledigt wird“, erzählt die Diplom- Pädagogin, die als Mitarbeiterin im Sozialdienst bei den Lübbecker Werkstätten arbeiten.

Und wenn einmal kein Dienstabend ansteht, alles am Computer erledigt ist und auch kein Melder Alarm schlägt? „Dann gehe ich reiten. Ohne Melder, ohne an die Feuerwehr zu denken, einfach so, für mich“, sagt die Löschgruppenführerin und es ist zu spüren, wie sehr sie diese Zeit genießt. Einen weiteren Karrieresprung? Kann sie sich aktuell nicht wirklich vorstellen. „Ich habe schon das Gefühl, dass ich genau hierhergehöre. Hier kenne ich mich aus, hier kennt man mich – das macht das Arbeit doch sehr angenehm“, sagt Stefanie Telthörster- Kröger und will am Ende erst nicht verraten, was eigentlich ihre elfjährige Tochter so macht. Sie ist, wen wundert es, natürlich auch schon in der Jugendfeuerwehr Kirchlengern angekommen. Wenn man so will als dritte Generation — und spätestens dann darf die Frage des Geschlechtes gar keine Frage mehr wert sein.

03/2025

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