„Feiern? Nein, das werden wir wohl nicht“, sind sich Gudrun und Stephan Hoffmann einig. Dabei hätten sie doch einen guten Grund dazu, existiert ihr Maßatelier im Herzen Rödinghausens nun schon seit 100 Jahren. „Auf den Tag genau lässt sich nicht mehr nachvollziehen, wann mein Großvater zum ersten Mal die Türen zu Werkstatt und Geschäft geöffnet hat – aber das Jahr passt“, erzählt der heute 63-Jährige schmunzelnd.
„Feiern? Nein, das werden wir wohl nicht“, sind sich Gudrun und Stephan Hoffmann einig. Dabei hätten sie doch einen guten Grund dazu, existiert ihr Maßatelier im Herzen Rödinghausens nun schon seit 100 Jahren. „Auf den Tag genau lässt sich nicht mehr nachvollziehen, wann mein Großvater zum ersten Mal die Türen zu Werkstatt und Geschäft geöffnet hat – aber das Jahr passt“, erzählt der heute 63-Jährige schmunzelnd.
Er übernahm das Geschäft vor genau 40 Jahren von seiner Mutter, „und wenn ich ehrlich bin, dann muss ich sagen, dass ich als gelernter Schneider nie etwas anders machen wollte“. Ähnlich erging es seiner Frau Gudrun, die als Näherin die perfekte Ergänzung im Maßatelier darstellte. Stand damals noch die Maßanfertigung von Anzügen im Vordergrund, hat sich das Geschäftsfeld im Laufe der Zeit immer weiter verschoben. „Heute sind es vor allem die Reparaturen, die uns beschäftigen. Löcher, aufgerissene Hemd- und Hosentaschen sowie Reißverschlüsse, die sich nicht mehr richtig betätigen lassen, sorgen heute für unsere Aufträge“, erzählen die beiden. Sie bauten parallel dazu das Geschäft mit den Gardinen auf, fertigen diese nach Maß an.
„Wir haben jetzt montags und freitags von 9 bis 12 Uhr und jeden Nachmittag von 14 bis 18 Uhr geöffnet – außer Samstag und Sonntag, versteht sich“, erzählen die beiden. Sie wollen einfach ein wenig kürzertreten, hängen auch schon mal das Schild mit der Aufschrift „Betriebsferien“ an die Tür und reisen spontan zum eigenen Wohnwagen an die Nordsee. Von Aufhören soll aber keinesfalls die Rede sein – ganz im Gegenteil. „Ein Leben ohne die Schneiderei kann ich mir gar nicht vorstellen“, sagt Stephan Hoffmann, der auch heute noch alles selbst zuschneidet und gemeinsam mit seiner Frau näht, „was nicht Pullover oder Unterwäsche ist.“
Die Kunden sind meist Teil der Stammkundschaft. Aber immer wieder schauen auch neue Gesichter durch die Tür und wundern sich, was hier alles repariert werden kann. Allerdings dämpft hier Stephan Hoffmann häufig die Erwartungen. „Repariert ist nicht gleich neu – das muss man wissen“, so die warnenden Worte. Selbst Päckchen und Pakete verschiedener Logistikunternehmen konnte man hier früher abholen und abgeben. „Dadurch haben wir eine gewisse Aufmerksamkeit und Bekanntheit erlangt, aber wirtschaftlich hat es sich nicht getragen“, so das Ehepaar Hoffmann, die damit vor ein paar Jahren Schluss machten. Heute konzentrieren sie sich auf die Reparatur von Kleidungen und das Geschäft mit den Gardinen. „Das erfüllt uns immer noch mit großer Freude, auch wenn wir wissen, dass es keine vierte Generation geben wird, die dieses Geschäft fortsetzt“, so Stephan Hoffmann, der froh ist, dass seine beiden Söhne ihren Meister in anderen Handwerkssparten gemacht haben und selbstständig mit eigenen Unternehmen sind. Stolz sind Gudrun und Stephan Hoffmann natürlich schon auf das Erreichte. Aber feiern? Das wäre dann doch etwas zu viel des Guten – selbst bei einem 100. Geburtstag.
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