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Malte Heidbrink kehrt nach sechs Monaten auf hoher See nach Rödinghausen zurück

Das segelnde Klassenzimmer

Wackelige Beine, schwankender Horizont, unsicherer Gang auf ebener Erde? All das spürt Malte Heidbrink nicht, als er passend zu Ostern wieder in Rödinghausen angekommen ist. Dabei wäre all das nicht ungewöhnlich gewesen, reiste er doch sechs Monate lang mit dem „Ocean College“ auf einem Dreimaster über den Atlantik und wieder zurück, verbrachte spannende Woche in Costa Rica, in Marokko, den Kapverden, Martinique, den Azoren und auf vielen anderen Inseln. „Aber irgendwie habe ich mich schon nach wenigen Tagen Zuhause wieder sehr gut eingewöhnt“, erzählt der 15-Jährige, der vor der Reise noch dachte: „Sechs Monate von Zuhause, von der Familie und den Freunden weg zu sein, ist ganz schön lange“. Ein halbes Jahr später weiß er: „Die Zeit ist wirklich wie im Fluge vergangen – und es war wirklich eine unglaublich schöne und aufregende Zeit.“

Wackelige Beine, schwankender Horizont, unsicherer Gang auf ebener Erde? All das spürt Malte Heidbrink nicht, als er passend zu Ostern wieder in Rödinghausen angekommen ist. Dabei wäre all das nicht ungewöhnlich gewesen, reiste er doch sechs Monate lang mit dem „Ocean College“ auf einem Dreimaster über den Atlantik und wieder zurück, verbrachte spannende Woche in Costa Rica, in Marokko, den Kapverden, Martinique, den Azoren und auf vielen anderen Inseln. „Aber irgendwie habe ich mich schon nach wenigen Tagen Zuhause wieder sehr gut eingewöhnt“, erzählt der 15-Jährige, der vor der Reise noch dachte: „Sechs Monate von Zuhause, von der Familie und den Freunden weg zu sein, ist ganz schön lange“. Ein halbes Jahr später weiß er: „Die Zeit ist wirklich wie im Fluge vergangen – und es war wirklich eine unglaublich schöne und aufregende Zeit.“

Segeln konnte er anfangs noch nicht, die 32 jugendlichen Mitsegler und -Seglerinnen kannte er nur von Videochats und doch fühlte er sich sofort wohl an Deck. Wellen und Böen machten ihm nichts aus, „selbst als wir in einen Sturm im Bermudadreieck geraten sind, hatte ich keine Probleme“, erzählt der Neuntklässler heute. Los ging es in Amsterdam, wo die Segel gehisst wurden. Erst einmal gen Frankreich, dann zu den Kanaren, zu den Kap Verden und dann über den Atlantik. „Von Anfang an konnten wir mit anpacken, hat uns die Crew gezeigt, was wie an Deck zu erledigen ist“, erzählt Malte Heidbrink, als er wieder festen Boden in Rödinghausen unter den Füßen hat.

Immer zu viert waren die Jugendlichen in den Kajüten untergebracht, „und auch wenn man sich an die Enge schnell gewöhnt hatte, habe ich mich doch auf der Rückreise ganz schön auf mein eigenes Zimmer gefreut“, erzählt Malte heute. Richtig viel geschlafen wurde unter Deck aber nicht, Privatsphäre war auch eher ein Fremdwort, „aber damit konnte ich gut leben“, so der 15-Jährige, der nach den Osterferien direkt wieder zurück in seine neunte Klasse der Gesamtschule gekehrt ist.

Dabei gab es auch auf dem Dreimaster viele Unterrichtseinheiten, besuchte er bei einem mehrwöchigen Landgang in Costa Rica erst eine Sprachschule, dann arbeitete er auf einer Kaffeeplantage mit.

Hier wartete auch der echte Höhepunkt auf die jungen Seglerinnen und Segler. „Wir hatten fünf Tage Zeit und ein festgeschriebenes Budget, um uns von der Schule bis zur Grenze nach Panama in kleinen Gruppen alleine durchzuschlagen. Das war dann schon ein echtes Abenteuer.“

Verpflegt wurden die Jugendlichen von drei nacheinander auf dem Schiff eintreffenden Köchen. „Bei dem einen gab es gefühlt fast nur Linseneintopf. Das war dann doch sehr eintönig. Der dritte Koche hatte dagegen früher mal ein Sternerestaurant – da haben wir dann wirklich außergewöhnlich gut gegessen“, erzählt der Sohn der bekannten Fischhändlerfamilie aus Rödinghausen, der es sich natürlich nicht nehmen ließ, selbst zum Filetiermesser zu greifen, als eine große Goldmakrele an die Angel ging. Neben dem Angel wurde an Bord gespielt und gelernt, gefaulenzt und mitgearbeitet. Malte klettert gut gesichert bis nach ganz oben in den Ausguck, stand am Steuerrad, hisste, setzte und holte Segel ein. „Das war manchmal ganz schön anstrengend und sportlich – hat aber immer viel Spaß gemacht.“

Als die letzten Seemeilen von den Azoren nach Amsterdam anstanden, „war da irgendwie eine Mischung aus Wehmut und Vorfreude in mir“, berichtet der 15-Jährige. Vor allem auf die Familie und die Freunde freute er sich, auf eine richtige Dusche, auf das Zuhause. „Gleichzeitig war die Reise das mit Abstand Spannendste, was ich jemals erlebt habe.“ Im Sommer trifft er seine 32 Mitsegler bei einem Meeting in Göttingen wieder, jetzt heißt es aber, schnell in den (Schul-) Alltag zurückzufinden. „Ich will mich jetzt erst einmal auf die Schule konzentrieren und die Erlebnisse verarbeiten“, nimmt sich Malte vor. Und hat doch längst schon den Plan geschmiedet, sein gesammeltes Segelwissen weiterzuführen. „Das nächste Ziel ist der Segelschein. Und dann schauen wir mal, was ich mit dem noch alles erleben kann.“

05/2025

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