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Mit Malin auf der Ausbildungsplatzbörse in Bünde

Auf der Suche

Was Malin werden will, weiß sie noch nicht so genau. Sie ist ja auch erst 14 Jahre alt. Aber neugierig ist sie schon, und warum nicht mal ein wenig stöbern, sich treiben lassen, nachfragen, Informationen einholen? Also nehmen wir unsere Praktikantin mit zur Bünder Stadthalle, schauen vorbei bei der Ausbildungsplatzbörse, bei der die ausstellenden Firmen gefühlt jeden Quadratzentimeter Raum nutzen, um sich und ihre Aufsteller zu platzieren, Kugelschreiber und Infoflyer in Position bringen und darauf warten, dass die Jugend von heute sich für den Job von morgen interessiert.

Perfekter Überblick: Malin schaut sich das Angebot von oben an.

Was Malin werden will, weiß sie noch nicht so genau. Sie ist ja auch erst 14 Jahre alt. Aber neugierig ist sie schon, und warum nicht mal ein wenig stöbern, sich treiben lassen, nachfragen, Informationen einholen? Also nehmen wir unsere Praktikantin mit zur Bünder Stadthalle, schauen vorbei bei der Ausbildungsplatzbörse, bei der die ausstellenden Firmen gefühlt jeden Quadratzentimeter Raum nutzen, um sich und ihre Aufsteller zu platzieren, Kugelschreiber und Infoflyer in Position bringen und darauf warten, dass die Jugend von heute sich für den Job von morgen interessiert.

Mittendrin: Malin, die irgendwas Kreatives machen will und staunt, wie viele Anbieter aus ein und derselben Branche um Auszubildende werben. Wer in der Küchenbranche anheuern will, kann hier gleich unter einem halben Dutzend potenzieller Arbeitgeber auswählen, wer Menschen pflegen möchte, kommt auch kaum von der Stelle, weil das Infoangebot das der Nachfrage deutlich übersteigt. Malin zieht es erst einmal zum Stand der Polizei. Muss ich Abitur haben, um hier anzufangen? Nein. Aber besser ist es dann doch. Sagt die flotte Polizistin in Uniform und steigt direkt ein in das Infogespräch rund um Karriere und Ausbildung. Spannend. Sagt Malin und geht weiter. Bleibt am riesigen Stand der Handwerkskammer stehen, bei dem sich schnell zeigt: Flinke Finger braucht es hier nicht nur an der Werkbank, sondern längst auch am Computer. Junge Auszubildende erklären, wie sich beides miteinander verbinden lässt, gestandene Meister greifen zum Hammer und jagen den langen Nagel mit wenigen Schlägen tief ins Holzinnere. Spannend. Findet Malin auch diesen Stand und geht doch weiter.

Irgendwo hier müssen sich doch auch die Kreativberufe verstecken, die, die auf Ideen setzen, auf Design. Aber: leider Fehlanzeige. Dafür drängen sich hier die, die auf den ersten Blick eher trockene Kost zu bieten haben und genau am Gegenteil arbeiten. Die sich vorstellen wollen, Neugierde erzeugen möchten, die wissen: So richtig sexy ist ihre Branche nicht. Und verkauft sich doch unter Wert und bietet das, was viele heute suchen: Sicherheit und Perspektive.

Es braucht ein wenig, ehe junge Menschen sich einlassen, ehe sie das, was sie sich vorstellen, eintauschen gegen das, was sie gar nicht auf der Rechnung hatten. Was es dazu braucht? Menschen wie Monique Schau. Die quatscht Malin einfach an. Zieht die Aufmerksamkeit auf sich und wartet erst gar nicht ab, ob sich ihre Blicke treffen, ob da ein generelles Interesse vorliegt. Wir brauchen junge Mädchen. Sagt die Frau von der Flugsicherung, die auf der Suche nach jungen Fluglotsen ist. In Mathe bin ich gar nicht so … Will Malin schnell entgegnen. Mit Mathe hat das hier nichts zu tun. Wirft die Ausbilderin direkt ein. Und mit Technik auch nicht. Als Fluglotse geht es um ganz andere Dinge. Darum, wie im Zirkus möglichst viele Teller auf dünnen Stäben rotieren zu lassen. Das mit maximaler Sicherheit, Multitasking, im Team. Wie man weiß, ob man dafür geeignet ist? Klärt ein Onlinetest. Sagt Monique Schau und sagt auch: Nur fünf Prozent kommen da durch. Dafür üben? Eher zwecklos. Mehrfach versuchen? Aussichtslos.

Es braucht ein wenig, ehe junge Menschen sich einlassen, ehe sie das, was sie sich vorstellen, eintauschen gegen das, was sie gar nicht auf der Rechnung hatten.

Jeder, der sich interessiert, hat einen Versuch. Und interessieren tut sich plötzlich Malin. Nicht nur, weil es nirgendwo mehr Geld gibt in der Ausbildung als beim Fluglotsen. Nicht nur, weil mit rund 55 Jahren Schluss ist, das Gehalt, dann meist fünfstellig, sieben Jahre lang weitergezahlt wird. Sondern weil es spannend klingt, das Gegenüber eben kein schüchterner Azubi, sondern eine ist, die seit 23 Jahren als Fluglotsin arbeitet. Die es einfach mal probiert hat, mit dem Test. Mit den sich anschließenden Gesprächen und Prüfungstagen. Und der man am Ende sagte: Du bist eine von den ganz wenigen, die das hier kann. Seitdem lenkt sie Flugzeuge von Bremen aus über Ostwestfalen. Und sorgt vor allem bei jungen Menschen dafür, dass sie sich mit etwas beschäftigen, das sie meist nicht auf der Wunschliste haben. So wie Malin. Die eigentlich gerne etwas Kreatives machen möchte. Und sich plötzlich für die Arbeit der Deutschen Flugsicherung interessiert.

Soooooo groß sind die Möglichkeiten in der Flugsicherung.

Nr 11

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