Detail

Pascal Vette kehrt zum CVJM Rödinghausen zurück

Der neue Alte

Vor drei Jahren war für Trainer Pascal Vette bei den Handballern vom CVJM Rödinghausen Schluss mit dem Trainerjob. Umso erstaunlicher, dass er jetzt wieder zur neuen Saison Platz auf der Trainerbank am Wiehen nehmen wird. Ein Gespräch über die Gründe, die Motivation für die kommende Saison und seine Ziele.

Vor drei Jahren war für Trainer Pascal Vette bei den Handballern vom CVJM Rödinghausen Schluss mit dem Trainerjob. Umso erstaunlicher, dass er jetzt wieder zur neuen Saison Platz auf der Trainerbank am Wiehen nehmen wird. Ein Gespräch über die Gründe, die Motivation für die kommende Saison und seine Ziele.

Pascal, du wirst neuer Trainer beim CVJM Rödinghausen, was du vor drei Jahren schon sechs Jahre lang warst. Das klingt erst einmal sehr überraschend.

Pascal Vette: Das war und ist es auch, sogar für mich (lacht). Gekommen ist es so: Der November ist immer der Monat, in dem man sich hinterfragt, in dem man Bilanz zieht, einen Ausblick wagt. Ich bin jetzt Trainer in Bad Salzuflen und nach zwei Jahren war mir klar, dass ich hier einen Schlussstrich ziehen möchte.

Wieso bist du zu dieser Erkenntnis gekommen?

PV: Die Perspektive war und ist einfach unklar. Anfangs war da die grundsätzliche Idee, in die Oberliga aufzusteigen. Aber der Verein äußert sich hier nicht eindeutig, es gibt keine nennenswerte Jugendarbeit, eine zweite Mannschaft, die „nur“ in der Bezirksliga spielt – da fehlt also der echte Unterbau. Wo soll da das Potenzial für einen Aufstieg herkommen? Die Frage konnte mir niemand der Verantwortlichen beantworten. Und natürlich ist es auch anstrengend, drei Mal die Woche nach Salzuflen zu fahren, darum ist die Entscheidung jetzt so gefallen. Umso überraschter war ich, als ich gehört habe, dass sich in Rödinghausen etwas auf der Trainerposition ändert. Der Sportliche Leiter Mario Stender, mit dem mich ja schon lange eine echte Freundschaft verbindet, hat mich angerufen und darüber informiert – das war einen Tag vor Weihnachten. Über die Feiertage habe ich dann mit meiner Familie gesprochen und am 27. Dezember war klar: ich mache das noch ein Mal.

Ihr habt damals hier am Wiehen große Erfolge gefeiert. Lässt sich so etwas wiederholen?

PV: Eine alte Sportlerweisheit besagt, dass zweite Male nie so erfolgreich sein werden wie das erste Mal. Das, was wir mit dem überraschendem Oberligaaufstieg damals geschafft haben, war schon außergewöhnlich. Und dann sind wir auch noch im Folgejahr in der Liga geblieben; das ist schon außergewöhnlich und sicher nicht direkt wiederholbar. Aber: Herzblut ist immer noch da. Niemand muss meinen, wir bringen die alte Band wieder zusammen und alles geht wieder von vorne los. Es gibt auf meiner Seite einen gehörigen Respekt vor der Aufgabe. Und das reizt mich doch sehr.

Wie hat denn deine Familie auf die Pläne reagiert?

PV: Durchweg positiv. Meine Frau war sofort davon angetan, weil wir einfach auch gemeinsam eine gute Zeit in Rödinghausen hatten. Und meine Kinder fanden es sowieso super, weil sie mit Rödinghausen auch groß geworden sind. Beide haben gesagt: Wenn du wechselst, dann zurück nach Rödinghausen

Hätte es denn auch andere Optionen gegeben?

PV: Ja, klar hat es die gegeben. Im November geht es immer los, also dass man mal mit anderen Vereinen spricht, sich locker austauscht. Man braucht heute eine Trainerlizenz in diesen Klassen, früher war die nicht gefordert. Da wird der Kreis derer, die für so einen Job generell infrage kommen, immer kleiner. Das ist ein Karussell, das sich immer dreht. Mal steigt einer zu, dann einer ab. Aber grundsätzlich sind die handelnden Personen doch dieselben. Da fragst du dich dann ganz persönlich: Was soll noch kommen? Die Dritte Liga kommt für mich nicht infrage, das schaffe ich beruflich nicht. Also schaut man weiter und spricht miteinander.

Also willst du gar nicht mit dem CVJM aufsteigen?

PV (lacht): Naja, ich glaube nicht, dass das mittelfristig wirklich möglich ist. Andere Ligakonkurrenten verfügen hier über ganz andere Strukturen, andere Budgets, deutlich mehr Manpower. Für Rödinghausen ist die Oberliga immer noch ein absolutes Abenteuer. Und: Sollte wirklich mal der Aufstieg möglich sein und kommen, dann finden wir auch da eine kreative Lösung.

Woher nimmst du denn eigentlich die Motivation, hier noch einmal von vorne anzufangen?

PV: Auf der einen Seite ist da Nähe. Ich kenne das alles schon, hier fühle ich mich wohl, da weiß ich, dass man, dass ich etwas bewegen kann. Wir haben einige Abgänge, müssen eine neue Mannschaft formen, junge Spieler finden und integrieren – so etwas reizt mich, das ist schon Motivation genug.

War es in der Rückschau ein Fehler, überhaupt gegangen zu sein?

PV: Nein, überhaupt nicht. Besser wurde es ja nicht. Es gab Spieler, die haben nie einen anderen Seniorentrainer als mich gehabt, auch für die war der Wechsel richtig, da musste mal ein anderer Geist her. Und mir hat die einjährige Pause auch viel gebracht.

Hat es denn sonntags nicht stark gekribbelt?

PV: Doch, natürlich. Aber ich bin dann mal als Zuschauer in die Halle gefahren – oder eben nicht. Das passte alles, ich musste nicht, ich konnte. Nach einem Jahr war es dann aber auch gut mit der Pause. In Bad Salzuflen habe ich dann schnell für mich gemerkt, dass es ohne Handball auch nicht geht.

Wie wirst du dort die Saison zu Ende führen?

PV: Der volle Fokus liegt auf Bad Salzuflen. Wir sind Zweiter, da ist vieles möglich. Wenn ich kein Training habe, bin ich auf der anderen Seite in Rödinghausen schon bei Spielergesprächen dabei. So konnten wir nun schon mit Silas Bartling aus Werther einen neuen Torwart zu uns holen, der über ein riesiges Potenzial verfügt. Der Aufstieg mit Bad Salz-uflen ist nicht realistisch, aber wer weiß, was da alles noch passiert. Am Ende wird sich, glaube ich, die Tiefe in den Kadern der Konkurrenten durchsetzen. Ein Platz unter den ersten Fünf war immer unser sportliches Ziel in Bad Salzuflen und ich bin überzeugt davon, dass wir das mindestens erreichen.

Was haben denn die Rödinghauser Spieler gesagt, als sie gehört haben, dass du zurückkehrst?

PV: Ich denke, die fanden und finden das gut. Als sie die Info bekommen haben, war ich ja nicht dabei, aber ich habe nichts Gegenteiliges gehört (lacht).

Guckst du dir die Arbeit der Vorgänger – oder Nachfolger, wie man es nimmt – eigentlich an?

PV: Klar haben wir immer mal Kontakt, aber im Großen und Ganzen mache ich das nicht. Ich habe schon meine eigenen Vorstellungen davon, wie wir spielen wollen. Und setze das dann auch so um.

Wie viele neue Spieler werden denn noch kommen?

PV: Ich denke, wir werden uns noch auf drei Positionen verstärken. Rödinghausen hat sich einen sehr guten Ruf erarbeitet, jetzt war es auch mal möglich, bei Spielerverpflichtungen in ein höheres Regal zu greifen. Davon müssen wir, glaube ich, wieder weg, weil wir mit den routinierten und höherklassig erfahrenen Spielern zwar Qualität gewinnen, diese aber eben oft nicht mehr den Hunger, die Mentalität und die Identifikation mit dem Verein mitbringen.Die geografischeLage hier ist wegen der langen Anfahrten nicht optimal, aber für junge Spieler ist es wirklich attraktiv, hier zu spielen, weil sie die Chance bekommen, auch wirklich spielen zu können. Das wollen wir weiter ausbauen, auf solche Spieler setze ich, setzen wir. Und dann schauen wir mal, was in den nächsten Jahren hier so möglich ist.

03/2024

Dieser Artikel erschien in:

Artikel aus dieser Ausgabe

Vor drei Jahren war für Trainer Pascal Vette bei den Handballern vom CVJM Rödinghausen Schluss mit dem Trainerjob. Umso erstaunlicher, dass…

Artikel lesen

Entweder man erfreut sich an der Arbeit mit Zahlen oder an der mit Menschen – könnte man meinen. „Bei mir ist es aber ganz anders. Ich bin…

Artikel lesen
Die Agentur hinter
          den Beiträgen
Zurück
Jetzt zu HOCH5 wechseln!
Du suchst etwas Neues? Möchtest die Werbeagentur wechseln? Dein Projektvorhaben mit uns besprechen? Werbung, die wirkt?

Na dann los. Wir freuen uns.

Auf deine Anfrage. Auf dich.


Und melden uns. Direkt.

Schneller, als du erwartest.
Versprochen.

Jetzt wechseln

Kleine Pause gefällig?
Am besten mit einem klitzekleinen Tipp:
Wir von HOCH5, die wir das hier machen, machen noch viel mehr.
Mehr Content, mehr Werbung, mehr Print und Web.
Neugierig? Dann hier entlang, zur Website unserer Werbeagentur.
Und ansonsten:
Viel Freude beim Weiterlesen!

HOCH5HOCH5HOCH5HOCH5