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Start der neuen Serie: Feuerwehr stellt sich vor

Retten – Löschen – Bergen – Schützen

Wer den Notruf wählt, erwartet vor allem eins: professionelle und schnelle Hilfe. Aber wer hilft im Fall der Fälle konkret in der Gemeinde Rödinghausen? Wer fährt erst zur Feuerwache und dann zum Einsatzort? Wer opfert seine Freizeit? Wie professionell sind diese Menschen ausgebildet und was unterscheidet die Freiwillige von der Berufsfeuerwehr? Mit unserer neuen Serie, die alle zwei Monate erscheint, werfen wir einen Blick hinter die Kulissen, stellen Strukturen und handelnde Menschen vor und zeigen vor allem eins: So funktioniert Feuerwehr.

Wer den Notruf wählt, erwartet vor allem eins: professionelle und schnelle Hilfe. Aber wer hilft im Fall der Fälle konkret in der Gemeinde Rödinghausen? Wer fährt erst zur Feuerwache und dann zum Einsatzort? Wer opfert seine Freizeit? Wie professionell sind diese Menschen ausgebildet und was unterscheidet die Freiwillige von der Berufsfeuerwehr? Mit unserer neuen Serie, die alle zwei Monate erscheint, werfen wir einen Blick hinter die Kulissen, stellen Strukturen und handelnde Menschen vor und zeigen vor allem eins: So funktioniert Feuerwehr.

Wenn es brennt, kommt die Feuerwehr. So weiß es wohl jedes Kind. Dass aber die Rödinghauser Feuerwehr – so wie die meisten in Deutschland – rein freiwillig arbeitet, ist oftmals nicht bekannt. Auch dass neben der Brandbekämpfung insbesondere technische Hilfeleistungen, die Unterstützung des Rettungsdienstes und der vorbeugende Brandschutz zu den Aufgaben gehören, ist eher weniger verbreitet.
„Unsere Aufstellung ist anders als die einer Berufsfeuerwehr in großen Städten“, sagt Marcel Breitenfeld, Leiter der Feuerwehr und hauptamtlich für die Organisation des abwehrenden sowie vorbeugenden Brandschutzes in Rödinghausen verantwortlich. Ihm zur Seite steht Andreas Barre als stellvertretender Leiter der Feuerwehr, wobei seine Rolle noch etwas verwirrender als die von Marcel Breitenfeld ist. Beide Feuerwehrbeamte haben ihr Ehrenamt zum Beruf gemacht. Ebenso haben die zwei Männer erfolgreich die Ausbildung für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst absolviert. Nur unterscheiden sich ihre Dienststellen. Hier in Rödinghausen ist Andreas Barre der stellvertretende Leiter der Feuerwehr im Ehrenamt – hauptberuflich arbeitet er als „Brandamtmann“ in der Leitstelle des Kreises Herford. Für Rödinghausen aber gilt: Hier rettet und löscht eine Freiwillige Feuerwehr, die über rund 100 ehrenamtliche Einsatzkräfte verfügt. All diese Feuerwehrleute engagieren sich freiwillig für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger. In ihrem „zivilen“ Leben gehen sie meistens einer ganz anderen Tätigkeit nach. Auch mehrere Berufsfeuerwehrleute wirken ehrenamtlich in der Feuerwehr Rödinghausen mit. Hinzu kommen die Ehrenabteilung, die Kinderund Jugendfeuerwehr sowie die Unterstützungsabteilung. „Wichtig ist, dass die Bürgerinnen und Bürger erkennen und wissen: Unsere Feuerwehrleute müssen im Ernstfall dieselben Aufgaben erledigen, die auch eine Berufsfeuerwehr ausübt. Dazu haben alle eine 150-stündige Grundausbildung sowie zahlreiche Aufbauseminare und Fortbildungskurse absolviert, proben und üben fast wöchentlich, damit im Einsatz jeder Handgriff routiniert sitzt“, erklärt Marcel Breitenfeld. Durch die immer wieder antrainierten Handgriffe können die Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner in extremen Stresssituationen klare und rationale Entscheidungen treffen. Für die Tätigkeit im Einsatzdienst bedarf es einem überdurchschnittlichen Maß an Vertrauen in seine Kameradinnen und Kameraden. Man muss sich blind aufeinander verlassen können. Für den Nachwuchs sorgt die Jugendfeuerwehr, die es sowohl im Norden als auch im Süden der Gemeinde gibt. Für die ganz Kleinen wurde zudem vor fünf Jahren eine Kinderfeuerwehr eingerichtet. Inzwischen zählt die Kinderfeuerwehr rund 45 Mädchen und Jungen. Damit gehört sie zu einer der größten Einheiten der Rödinghauser Feuerwehr. Ab dem 67. Lebensjahr wechseln die Kameradinnen und Kameraden in die Ehrenabteilung. Neben den Einsatzkräften gibt es noch engagierte Mitglieder der Unterstützungsabteilung. Hier wirken Menschen mit, welche die aktiven Feuerwehrleute außerhalb des Einsatzdienstes unterstützen. Alle anderen Feuerwehrmänner – und immer mehr Feuerwehrfrauen – finden sich im aktiven Dienst wieder. Dabei ist die Einsatzabteilung in drei Löschgruppen (Bieren, Schwenningdorf und Rödinghausen) und einen Löschzug (Kilver) aufgeteilt. Die Feuerwehrleute sind mit einem digitalen Meldeempfänger ausgestattet, der nicht nur alarmiert, sondern auch erste Informationen zum Einsatz gibt. Zunächst sammeln sich die Kräfte im jeweiligen Feuerwehrhaus, ehe es voll ausgerüstet mit dem Einsatzfahrzeug weitergeht. Zehn Minuten sieht der Gesetzgeber vor, die zwischen Alarmierung und Eintreffen der ersten Einsatzkräfte verstreichen dürfen. „Diese Vorgabe stellt für eine ehrenamtliche Feuerwehr schon eine Herausforderung dar“, sagt Andreas Barre. Denn im Gegensatz zur Berufsfeuerwehr sind hier die Kameradinnen und Kameraden auf der Arbeit, zuhause oder unterwegs und nicht zentral auf einer ständig besetzten Wache. Um die Eintreffzeiten zu verbessern, existiert neben den Gerätehäusern auch eine Tagesalarmbereitschaft bei der Fa. Häcker Küchen GmbH & Co. KG, damit dort tätige Feuerwehrleute direkt mit einem eigenen Einsatzfahrzeug starten können.
„Wir sprechen hier von einem sehr professionellen Ehrenamt. Dabei sind wir auf jede Einzelne und jeden Einzelnen angewiesen, die sich für dieses wichtige Ehrenamt interessieren und entscheiden. Nur wenn sich genügend Menschen finden, die sich in den Dienst der Sache stellen, funktioniert unser System“, sagt Marcel Breitenfeld. Der demografische Wandel und eine mobilere Bevölkerung müssen dabei auch zunehmend berücksichtigt werden. Die Kinder- und Jugendfeuerwehr leisten hier hervorragende Nachwuchsarbeit, mit einem weit gefächerten Jahresprogramm für den Feuerwehrnachwuchs. Sie stellen einen der wichtigsten Pfeiler für eine auch zukünftig leistungsfähige Feuerwehr dar. Marcel Breitefeld freut sich auch über alle „Quereinsteiger“ und ermutigt interessierte Rödinghauserinnen und Rödinghauser mitzuwirken.

01/2024

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