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Gestüt Auenquelle: Karl-Dieter Ellerbracke züchtet seit mehr als 40 Jahren Rennpferde

Aus Rödinghausen ins Rennen

Manchmal beginnt alles ganz unspektakulär, an einem Sonntagmorgen beim Frühschoppen. Für Karl-Dieter Ellerbracke nahm genau dort, in der „Postschenke“ in Gütersloh, alles seinen Anfang. Eine spontane Idee kam: „Dienstagabend ist ein Trainingsrennen. Sollen wir dahinfahren?“, fragte ihn ein Freund. Gesagt, getan.

Idyllisch: Auf den vielen Koppeln grasen Fohlen, Jährlinge und Stuten rund um das Gestüt.

Manchmal beginnt alles ganz unspektakulär, an einem Sonntagmorgen beim Frühschoppen. Für Karl-Dieter Ellerbracke nahm genau dort, in der „Postschenke“ in Gütersloh, alles seinen Anfang. Eine spontane Idee kam: „Dienstagabend ist ein Trainingsrennen. Sollen wir dahinfahren?“, fragte ihn ein Freund. Gesagt, getan.

Als Ellerbracke an jenem Abend nach Hause kam, stand für ihn fest. „Wir müssen ein Rennpferd haben“, sagte er zu seiner Frau Helge. Was wie eine fixe Idee klang, wurde kurzerhand Realität. Aus Mülheim an der Ruhr kam das erste Pferd: „Kalk“.

Der Galopper „Kalk“ legte direkt einen beeindruckenden Start hin – Platz zwei im ersten Rennen in Mannheim, 4.000 D-Mark Preisgeld. Kein schlechter Einstieg für jemanden, der bis dahin eigentlich Autoelektriker war. Die Begeisterung war geweckt. „Jetzt brauchen wir ein zweites Pferd“, hieß es bald. „Golden Sandal“ kam dazu.

Erfolgreicher Gestütsinhaber: Karl-Dieter Ellerbracke.

Doch wie so oft im Leben lief nicht alles nach Plan. Beide Pferde verletzten sich. Für Ellerbracke gab es darauf nur zwei Optionen: aufhören oder selber züchten. Und er entschied sich zusammen mit seiner Frau Helge fürs Züchten. Hierfür war die Alte Dorfschule in Bieren nahezu prädestiniert. Denn zu dem Anwesen gehörten bereits Ställe und Ackerland.

Sie bauten die Alte Dorfschule umfassend um, die Idee wurde immer konkreter. Aus einer Stute wurden zwei, dann vier, dann acht – und schließlich immer mehr. Schritt für Schritt wuchs nicht nur die Anzahl der Pferde, sondern auch das Gestüt selbst. Die 1982 gezogene Stute „Grimpola“ sorgte für die ersten großen Zuchterfolge. „Dies sorgte sogar für Interesse aus England“, erzählt Karl-Dieter Ellerbracke. Und auch der Unternehmer Peter Michael Endres wurde auf das Gestüt aufmerksam und stieg als langjähriger Partner mit ein. Über die Jahre entwickelte sich die Anlage kontinuierlich weiter. Land kam hinzu, seit etwa 15 Jahren hat das Gestüt nun seine heutige Größe erreicht. Heute zählt es zu den erfolgreichen Zuchtstätten für Galopprennpferde in Deutschland und gewann verschiedene Auszeichnungen.

Für Karl-Dieter Ellerbracke kam kürzlich ein weiterer Preis hinzu – und dieses Mal nicht als Sieg für ein schnelles Pferd. Ellerbracke wurde mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet – für sein Wirken für den Galopprennsport und das Gemeinwohl.

So engagierte er sich nach der deutschen Wiedervereinigung für die Förderung des Galopprennsports in den neuen Bundesländern. Und auch seinen Einsatz für den Tierschutz würdigte das Land NRW. „Mein Credo lautet: Gesunde Pferde benötigen keine Medikamente, kranke Pferde gehören nicht auf die Rennbahn“, so Ellerbracke. Hier setzte er sich für die Umsetzung strenger Dopingbestimmungen ein. Dieses strikte Anti-Dopingsystem gilt inzwischen auch international als beispielgebend.

06/2026

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