Für einen echten Läufer gibt es keine Ausrede. Kein schlechtes Wetter, kein Verweis darauf, dass doch am letzten Tag des Jahres nun wirklich nicht gelaufen werden müsse. Eher das Gegenteil ist der Fall: Wer lässt schon den Häcker Silvesterlauf ausfallen? Wir nicht. Und obwohl es hier zwar auch um Tempo und Zeiten geht, ist es doch kein Lauf wie jeder andere. Wer hier antritt, der will nicht gewinnen, sondern genießen. Der will den inneren Schweinehund noch einmal vor sich herjagen, sich abends ans Raclette setzen und wissen: Die Kalorien, die ich hier verputze, die habe ich heute morgen im Wiehengebirge schon verbrannt.
Für einen echten Läufer gibt es keine Ausrede. Kein schlechtes Wetter, kein Verweis darauf, dass doch am letzten Tag des Jahres nun wirklich nicht gelaufen werden müsse. Eher das Gegenteil ist der Fall: Wer lässt schon den Häcker Silvesterlauf ausfallen? Wir nicht. Und obwohl es hier zwar auch um Tempo und Zeiten geht, ist es doch kein Lauf wie jeder andere. Wer hier antritt, der will nicht gewinnen, sondern genießen. Der will den inneren Schweinehund noch einmal vor sich herjagen, sich abends ans Raclette setzen und wissen: Die Kalorien, die ich hier verputze, die habe ich heute morgen im Wiehengebirge schon verbrannt.
Zuschauer drängen sich dabei vor allem im Start- und Zielbereich – aber nur die wenigsten wissen, was sich eigentlich auf der Strecke abspielt. Wir nehmen Sie einfach mal mit, schnüren uns die Schuhe, hängen uns die Kamera um, laufen mit und unterhalten uns mit all denen, für die das neue Jahr erst kommen kann, wenn kurz vorher noch durch den Wald gerannt wurde.
In die Reihe stellen. Startnummer abholen. Was nach langwierigem Prozess klingt, gelingt erstaunlich schnell. Noch erstaunlicher: Wir müssen nicht mal unseren Namen nennen, sondern werden erkannt und bekommen direkt unsere Startnummer. Besser? Geht’s nicht.
Hat er selbst so gesagt, als es sogar zwei Minuten zu früh für alle knapp 600 Laufenden auf die Strecke ging. Den Start- schuss gab wie gewohnt Bürgermeister Siegfried Lux. Nur eben nicht wie früher mit der Pistole, sondern jetzt mit der XXL-Klappe.
Bis die ganz Schnellen gestartet sind. Dann die nicht ganz so Schnellen. Dann die normal Schnellen. Und dann wir. Das dauert, auch wenn die Zeit schon läuft. Aber das hier ist für uns ja kein Rennen. Sondern der letzte, schöne Lauf des Jahres.
Wir drücken direkt unter dem Start-Schild unsere Laufuhr und könnten eigentlich direkt losrennen – wenn nicht all die anderen vor und hinter uns das Gleiche denken und tun. Also abbremsen, warten, langsam in den Schritt kommen. Die Uhr läuft – und wir lächeln.
Gleich zu Beginn ist es sehr nass. Ein Mitläufer beschwert sich mit den Worten: Eigentlich wollte ich mir meine Schuhe heute nicht dreckig machen. Wird nicht klappen. Sind wir uns sicher. Und laufen mitten durch. So langsam wollen wir dann ja doch mal los.
Zu schnell starten, zu früh nachlassen. Also nur nicht von der Meute mitreißen lassen, sondern entspannt in Schwung kommen. „Hier geht es ja wirklich nur bergab“, freuen sich zwei Neulinge. Wir nicken und laufen schnell weiter – das dicke, oder besser: steile Ende kommt noch früh genug.
Hier standen auch schon mal mehr Bäume. Sagen die, die lange nicht mehr auf der Strecke unterwegs waren. Kahl ist es geworden. Aber auch sehr gut laufbar, was den Untergrund angeht – trotz grausigem Wetter. Am Silvestervormittag aber macht der Regen eine Pause.
Die Startnummer gut sichtbar auf der Brust platzieren. Steht so in den Startunterlagen. Sagen sie dir bei der Startnummernausgabe. Und legt der ein oder andere dann doch eher individuell aus. Am Ende wird es dann schwer bei der Zeitnahme im Ziel. Aber für die interessiert sich sowieso nicht jeder Läufer.
Eher nicht, wenn du plötzlich mitsamt Kinderwagen überholt wirst. Für ein Interview hatte der flotte Vater keine Zeit. Schade. Also einfach weiterlaufen und wissen: gleich ist schon Kilometer zwei geschafft und noch ist keine Steigung in Sicht. Wie gut, dass wir da nicht mitsamt Kinderwagen hoch müssen
Wer nun partout nicht weiß, wo er langlaufen soll, der findet diese Markierungen an vielen Bäumen an der Strecke. Aber eigentlich ist es ganz einfach: Immer den Vorderleuten hinterher, nicht überholen lassen, dafür aber möglichst viele überholen – was gerade an der rutschigen Wiese nicht einfach ist.
Gleich langsam ist beides. Also am steilsten Stück der Strecke. Die einen nehmen Tempo raus und spazieren hoch, andere lassen sich nicht aus dem Laufrhythmus bringen. Wir laufen, überholen. Und wissen: wer denkt, dass oben wirklich schon oben ist, der irrt sich gewaltig
Nein, erst einmal nicht. Der Weg, die Schlange der Läufer zieht sich immer weiter, immer höher in den Berg. Hier ist durchhalten angesagt. Erst ganz oben kommen die meisten wieder in den Laufschritt. Und wissen: nach einer kurzen Flachpassage geht es weiter mit der Kletterei auf zwei Beinen.
Würden diese beiden netten Herren hier den Weg nicht versperren, würde das Absperrband nicht seinen Dienst tun, dann wäre hier eine gute Mög- lichkeit, um links abzubiegen, 800 Meter und jede Menge Höhenmeter einzusparen. So aber: lächeln und einfach weiterlaufen.
Da laufen noch viele hinter uns. Die eben nicht an jeder Ecke anhalten, um ein Foto zu schießen. Die nicht andauernd die Frage beantworten müssen, warum man sich denn ausgerechnet als Fotograf verkleidet und eine Kamera mit auf den Kurs genommen hätte.
Wobei, genau genommen kommt nach dieser Rampe noch ein kleiner Hügel. Aber der zählt unter Läufern nicht. Also noch einmal alle Kräfte mobilisieren und hoch da. Dann zweimal links und es geht steil den Berg herab in Richtung Ziel.
Am Wegesrand stehen die, die eigentlich auch mitlaufen wollten. Und irgendwie auch immer wollen und wollen werden – ganz bestimmt im kommenden Jahr. Bis dahin feuern sie an und klatschen Beifall. Schade nur, dass die meisten bei Kilometer 5 kaum noch in der Lage sind, zurückzuwinken.
Lauf, nicht fotografieren! Ruft uns einer zu, der im Zielbereich auf die wirklich Schnellen wartet. Wir sind froh, dass uns die 11-Kilometer-Renner nicht überrundet haben, schießen – dieses Mal während des Laufens – noch ein Erinnerungsfoto und fragen uns dann, wo genau eigentlich der Zielstrich ist.
Hoch konzentriert geht es hier zu: Startnummer lesen, laut aufsagen und hinter sich die Zeit protokollieren lassen. 40 Minuten und ein paar Sekunden stehen da am Ende für uns. Das ist nicht schnell. Aber das ist mehr als sich sehr viele andere Menschen – nicht nur Silvester – bewegen. Und das zählt
Kurz hinter uns schießen diese beiden ins Ziel. Wer von ihnen hat gerade in hervorragender Zeit Platz eins über die 11 Kilometer gewonnen? Richtig, der Läufer im blauen Trikot. Neben ihm: ein schneller Walker, der sich ebenfalls so richtig freut. Auch das: Typisch für den Silvesterlauf in Rödinghausen.
Gut hören um gut zu sprechen. Der junge Mann hier hat eben unseren Namen durch Mikrophon und Lautsprecher gejagt. Denn dafür ist er ja da, er sorgt dafür, dass die Zuschauer wissen, wer da gerade durchs Ziel gelaufen ist. Warum er dafür so große Ohren braucht? Wird auf ewig sein Geheimnis bleiben.
Das Deutsche Rote Kreuz sorgt traditionell für den Ausgleich des geschundenen Flüssigkeitshaushalts im Ziel – und kann vor allem eine Frage nicht mehr hören: Habt ihr auch Glühwein, vorzugsweise mit Schuss? Den gibt es, allerdings eher für Nichtläufer.
Wer mag, der pfeift sich die verbrannten Kalorien am Bratwurststand wieder rein. Unsere Laufuhr zeigte am Ende 500 Kilokalorien – das entspricht nicht mal zwei Bratwürsten. Dabei gibt es sogar eine vegetarische Variante, die etwas weniger Kalorien, aber vollen Geschmack verspricht.
Als Läufer gehst du hier vorbei und schaust nicht mal hin. Wer will schon im Ziel stehen, sich den Schweiß von der Stirn wischen und ein Bier in der Hand halten? Spannender ist da die gut gefüllte Spendendose, die nicht nur beim Start mangels Startgeld gefüttert wurde.
Siegfried Lux und Markus Kellermeyer fühlen sich so wie eigentlich alle Läufer im Ziel: Einfach nur glücklich. Was viele nicht wissen: Die beiden hier haben im Vorfeld dafür gesorgt, dass wirklich alles reibungslos und sicher ablief. Und haben allen Grund, sich zu freuen.
Wer mag, der gibt am Ende seine Startnummer wieder zurück. Nicht, weil sie Ende 2024 wieder hervorgeholt wird. Auch nicht, weil sie als Erinnerungsstück nicht taugt. Sondern weil es im Gegenzug ein Geschenk vom Hauptsponsor Häcker Küchen gibt.
Wer es richtig macht, der kommt zum Silvesterlauf im Kostüm. Oder, so wie diese fünf bestgelaunten Läuferinnen sogar mit Bademütze. Die war bei man - gelndem Regen gar nicht notwendig – und doch ein echter Hingucker.
Auch diese bunte Truppe war alles andere als langsam unterwegs. Am Ende gibt es beides: Schnelle Zeiten und bestgelaunte Gesichter. Die Ergebnisse des Häcker Silvesterlaufes finden sich unter www. cvjm-roedinghausen-silvesterlauf.de. Die Erlebnisse in den Herzen derer, die mitgelaufen sind.
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