Für einige kam es überraschend, dass Matthias Berens den Vorsitz beim Vorstand des SV Rödinghausen übernommen hat. Und tatsächlich hatte auch er selbst nicht immer damit gerechnet, dass er gewählt werden würde. Wie es zu seiner Kandidatur kam, was ihn antreibt, welche Ziele er mit dem SVR verfolgt und welchem Verein er in der Bundesliga die Daumen drückt, verrät er im Interview.
Für einige kam es überraschend, dass Matthias Berens den Vorsitz beim Vorstand des SV Rödinghausen übernommen hat. Und tatsächlich hatte auch er selbst nicht immer damit gerechnet, dass er gewählt werden würde. Wie es zu seiner Kandidatur kam, was ihn antreibt, welche Ziele er mit dem SVR verfolgt und welchem Verein er in der Bundesliga die Daumen drückt, verrät er im Interview.
Matthias Berens: Tatsächlich hatte ich mir generell vorgenommen, mich ehrenamtlich zu engagieren. In meinem Beruf bin ich zwar zeitlich sehr eingespannt, aber ich wollte dennoch in meiner Freizeit einen Ausgleich schaffen, der nichts mit meinem Job zu tun hat. Und da ist ein Vereinsengagement in der Gemeinde, in der ich lebe, eine gute Sache. In den vergangenen Monaten habe ich mir hier immer die Heimspiele des SVR angeschaut, war interessiert und wurde irgendwann vom damaligen Vorstand angesprochen. Ich habe den SV Rödinghausen eigentlich immer begleitet, war schon dabei, als der SVR noch in der Bezirksliga war. Mein Sohn hat hier gespielt, mein Schwiegervater ist ein echter Fan, so war ich dem Verein eigentlich immer eng verbunden. So überraschend kam es dann also eigentlich nicht, dass ich mich zur Wahl stellen und sie dann natürlich auch annehmen würde.
MB: Geplant war das anfangs auch anders (lacht). Als ich gefragt wurde, ging es erst generell um die Frage, ob ich mir eine Mitarbeit im Vorstand vorstellen könne. Als ich mich dann dazu entschieden habe, haben viele Gespräche stattgefunden. In denen hat sich dann aber herauskristallisiert, dass jemand den Vorstandsvorsitz übernehmen sollte, der auch in Rödinghausen lebt, der hier wirklich verwurzelt ist. Und genau das trifft ja auf mich zu.
MB: Nein, ich bin vor mehr als einem Jahrzehnt hierhergezogen, ich lebe hier mit meiner Familie und habe bei meinem heute 17-jährigen Sohn miterlebt, wie er hier im Verein großgeworden ist, wie er an Selbstvertrauen gewonnen hat. Wenn man von Bünde nach Rödinghausen zieht, dann ist das schon das Verlagern des eigenen Lebensmittelpunktes in ein Dorf. Aber genau das schätzen wir an Rödinghausen: das Familiäre, die Nähe. Und da willst du auch mal was zurückgeben, willst für dieses Dorf etwas tun. Heute bin ich also Rödinghauser durch und durch. Und ich finde es richtig, dass auch dem Verein und dem Vorstand diese Verwurzelung wichtig ist.
MB: Ja, die sind nach 23 Jahren Amtszeit natürlich riesengroß. Deshalb musste ich im Vorfeld der Wahl erst einmal darüber schlafen, dass ich so ein Amt, so eine Vergangenheit, aber auch die damit verbundene Erwartung übernehme. Am Ende hat mich die Situation doch auch sehr gereizt. Gleichzeitig war mir aber auch wichtig, dass jeder verstanden hat, dass ich nicht eine Eins-zu-eins-Kopie bin, dass ich einen Beruf habe, der mich fordert, der nicht zulässt, dass ich jedes Heimspiel hier vor Ort bin. Man darf aber nicht vergessen, dass das hier für mich ein Vergnügen ist. Ich komme ja gerne her am Samstag, treffe sehr gerne die Menschen hier, unterhalte mich, esse eine Wurst, genieße einfach die jeweilige Begegnung. Die Spiele sind für mich wie ein familiäres Event, ich nehme gerne meine Familie und Freunde mit. Das ist eine schöne Abwechslung, das genieße ich wirklich sehr und fühlt sich nach Freizeit, nicht nach Arbeit an.
MB: Die Frage habe ich mir auch gestellt – und das haben sich andere sicherlich auch schon gefragt. Ich habe 18 Jahre lang bei Häcker Küchen gearbeitet, habe hier auch meine Ausbildung absolviert. Aber man darf ja nicht vergessen, dass ich vom Vereinsvorstand gefragt wurde, dass der auf mich zugekommen ist. Da hat man also schon mal keine Probleme gesehen. Mir war klar: Ich kann das trennen, das hier, das ist mein Privatleben. Ich habe im Vorfeld auch mit meinem Arbeitgeber gesprochen, da muss man natürlich feinfühlig sein, da wirklich alles vorab klären. In all diesen Gesprächen wurde schnell ersichtlich, dass das für niemanden ein Problem ist. Und so ist das auch jetzt, die Trennung ist klar und deutlich, ich bin damit sehr transparent umgegangen.
MB: Natürlich gab es die. Aber wichtig war mir, dass ich auf meinen Bauch höre, dass ich das mache, was ich für richtig halte. Ich kannte ja alle anderen Protagonisten, ich wusste zumindest ungefähr, was auf mich zukommt. Wenn ich Beruf und Ehrenamt trennen kann, dann sollten das doch alle anderen auch tun. Hier bin ich nicht als Geschäftsführer eines Küchenunternehmens, hier bin ich als Rödinghauser, der etwas für sein Dorf, für die Menschen hier tun möchte. Das Ganze ist aber jetzt schon stark abgeebbt. Man sieht mich heute als jemanden, der hier im Verein etwas bewegen will – ganz gleich, was ich gerade beruflich bewege.
MB: Erwartet wird sicherlich, dass ich den Verein repräsentiere. Und das ging ja direkt bei der Mitgliederversammlung los, als ich gewählt wurde und direkt den Abend weitergeleitet habe. Daneben ist es wichtig, dass ich die Vernetzung im Blick habe. Wir verfügen hier in Rödinghausen über sehr viele und sehr gute andere Sportvereine. Da ist es wichtig, dass untereinander die Kommunikation stimmt. Und natürlich interessiert mich auch das Sportliche – im heutigen Vorstand arbeiten wir gemeinsam daran, dass in Rödinghausen ein attraktiver Fußball in einer 1a-Atmosphäre gespielt wird.
MB: Zwei Jahre.
MB: Nein, natürlich nicht. Aber alles Schritt für Schritt. Jetzt bin ich erst einmal hier angekommen, jetzt schaue ich mich um, lerne viel. Und dann geht es weiter.
MB: Mein Sohn hat sich gefreut, meine Frau und meine Töchter haben mich gefragt, ob ich wahnsinnig bin. Aber im Ernst: Es war keine Überraschung – und doch haben sie sich natürlich, milde ausgedrückt, gewundert. Vorher gab es ja schon viele Gerüchte im Stadion, wer denn nun der neue erste Vorsitzende werden würde. Und natürlich haben wir darüber lange intensiv in der Familie gesprochen. Am Ende war klar: Wenn ich gewählt werden würde, dann mache ich das gerne – und selbstverständlich auch nur mit der Rückendeckung meiner Familie.
MB: Ja, leidenschaftlich, aber nicht sehr gut (lacht). Ich habe erst bei TuS Eintracht Südlengern, später dann beim TuS Bruchmühlen wohl auf allen Positionen außer im Tor gekickt. Ich weiß also, worum es grundsätzlich geht – und habe doch schon in den ersten Wochen der Vorstandsarbeit sehr viel Neues dazugelernt.
MB: Alexander Müller als Sportlicher Leiter hält hier natürlich die Fäden in der Hand – und informiert uns im Vorstand. Aber natürlich interessiere ich mich stark dafür und würde mir wünschen, dass wir den Aufstieg, den wir ja schon mal fast geschafft haben, in den kommenden Jahren realisieren können.
MB: Alle Entscheidungen, auch die unpopulären, gehören zum Leben dazu, das kenne ich ja auch aus meinem beruflichen Umfeld, das ist für mich normal und dem stelle ich mich.
MB: Es ist glaube ich noch viel zu früh, auch wenn ich da natürlich schon Ideen habe. Wir verfügen ja im SVR über eine kleine Breitensportabteilung, bei der ich mir gut vorstellen kann, diese auszubauen. Aber wir reden immer noch vom Dorf, auch wenn das hier schon ein Riesenverein ist. Das heißt, dass wir bei einem solchen Wachstum einer Abteilung immer auch wieder neue Menschen finden müssen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Jetzt will ich erst einmal lernen, mich erst einmal zurechtfinden. Das sieht im Frühjahr dann bestimmt schon ganz anders aus. Man sollte aber auch nicht vergessen: Wir haben hier in Rödinghausen so tolle Vereine, so gute Angebote, dass du einen Ort auch nicht mit noch mehr Ideen überfordern darf. Erst einmal geht es darum, dass wir das Schiff auf Kurs halten. Das ist schon Aufgabe genug.
MB: In der Rückschau kann ich das nicht beurteilen; da war ich nicht nah genug dran, es wird sicherlich gute Gründe dafür gegeben haben. Heute ist die Situation ja eine andere, weil sich die Aufstiegsregularien geändert haben. Fest steht auch: Wir würden gerne noch mal aufsteigen. Jeder, der im Sport aktiv ist, möchte natürlich den maximalen Erfolg – und das ist nun mal der Aufstieg. Für diese Saison wird es wohl eher schwierig, auch wenn die Tendenz unserer Leistung gerade doch sehr optimistisch stimmt. Der neue Trainer kommt gut an, die Jungs sind gut drauf, da sind wir momentan in der Tabelle schon unter Wert unterwegs. Man muss sich natürlich auch fragen, wie du begeisterst, wie du die Attraktivität steigerst, wenn du neun Jahre lang in derselben Liga spielst. Anfangs hatten wir ca. 1.300 Zuschauer, heute sind es im Schnitt die Hälfte. Auch da würde ein Aufstieg sicherlich viel Schwung bringen.
MB: Ich bin eher der ruhende Pol, ein stiller Zuschauer. Natürlich jubele ich, wenn ein Tor fällt, aber ansonsten genieße ich eher im Stillen
MB: Mein Herz schlägt für Borussia Mönchengladbach, da würde ich mich als Sympathisant, nicht als echten Fan bezeichnen. Wenn es aber um das Wirtschaftliche, um eine mögliche DFB-Pokalbegegnung geht, dann müsste man sich wohl doch wieder den FC Bayern München oder Borussia Dortmund als Gegner wünschen. Aber darüber mache ich mir Gedanken, wenn es so weit ist. In der kommenden Saison nehmen wir einen neuen Anlauf, um hier wieder im Lostopf zu landen.
MB: Natürlich wurden diese Pläne nicht weggelegt. Aber man sollte sie nur wieder hervorholen, wenn der Aufstieg auch wirklich ansteht. Mittelfristig sind parallel dazu sicherlich auch neue Trainingsplätze notwendig, damit wirklich alle Mannschaften hier richtig gut trainieren können. Auch das ist ein Ziel, das wir angehen wollen.
MB: Ich habe zwei Hunde, die mich auf Trab halten, ich gehe manchmal laufen – das ist es dann aber auch schon. Aber ich sage immer, natürlich im Scherz: Ich habe es immerhin in den KICKER geschafft. Und das, ohne so richtig sportlich zu sein (lacht)
Für einige kam es überraschend, dass Matthias Berens den Vorsitz beim Vorstand des SV Rödinghausen übernommen hat. Und tatsächlich hatte…
Für einen echten Läufer gibt es keine Ausrede. Kein schlechtes Wetter, kein Verweis darauf, dass doch am letzten Tag des Jahres nun wirklich…
Wann wird noch mal die Gelbe Tonne geleert? Und wann muss ich die graue Tonne so passend rausstellen, dass ich nicht morgens aus dem Schlaf…
Zwei Monitore, ein Notebook, Tastatur, Mäuse und jede Menge Kabel teilen sich den Platz auf dem Arbeitsplatz von Fabian Vaal. Der steht…
„Erst mussten wir uns ein wenig umorientieren. Aber am Ende ist der neue Sammelplatz eigentlich genauso zentral wie der alte“, erzählt ein…
Mund auf. Stäbchen rein. Spender sein. So ist es bei Maurice Schiermeier abgelaufen. Kurz gesprochen. Aber es steckt mehr dahinter. Binnen…
An Weihnachten verbringen die meisten Menschen Zeit im Kreis von Familie oder Freunden und versuchen, die Tage etwas ruhiger zu gestalten.…
Na dann los. Wir freuen uns.
Auf deine Anfrage. Auf dich.
Und melden uns. Direkt.
Schneller, als du erwartest.