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Fahrzeughersteller NIO eröffnete Akkuwechselstation

Technologie, die begeistert

Man muss nicht lange überlegen, um auf die Idee zu kommen, eine Autobatterie nicht lange wieder aufzuladen, sondern sie einfach und schnell auszutauschen – dass diese Idee aber erst jetzt umgesetzt wird, ist dann doch überraschend“, sagt Bürgermeister Rüdiger Meier. Froh ist er dennoch – oder gerade deshalb –, dass die Tauschtechnologie nun in Kirchlengern und damit einzigartig in Ostwestfalen und darüber hinaus durch das chinesische Technologieunternehmen NIO umgesetzt wird. So konnte jetzt das eingeweiht werden, was der Fachmann eine Power-Swap-Station nennt und was für den Laien wie ein Container im XL-Format aussieht, in den das NIO-Auto gefahren wird, ehe in maximal 7 Minuten der leere Akku ausgebaut und der neue, vollgeladene Akku eingesetzt wird.

Aussteigen nicht notwendig: Das Fahrzeug muss einfach in die Box gefahren werden – dann läuft der Akkuwechsel automatisch ab.

Man muss nicht lange überlegen, um auf die Idee zu kommen, eine Autobatterie nicht lange wieder aufzuladen, sondern sie einfach und schnell auszutauschen – dass diese Idee aber erst jetzt umgesetzt wird, ist dann doch überraschend“, sagt Bürgermeister Rüdiger Meier. Froh ist er dennoch – oder gerade deshalb –, dass die Tauschtechnologie nun in Kirchlengern und damit einzigartig in Ostwestfalen und darüber hinaus durch das chinesische Technologieunternehmen NIO umgesetzt wird. So konnte jetzt das eingeweiht werden, was der Fachmann eine Power-Swap-Station nennt und was für den Laien wie ein Container im XL-Format aussieht, in den das NIO-Auto gefahren wird, ehe in maximal 7 Minuten der leere Akku ausgebaut und der neue, vollgeladene Akku eingesetzt wird.

„Die Idee, überhaupt bei NIO anzufragen, kam meinem Vater schon Mitte 2022. Dass nach meiner Mail aber bereits drei Wochen später der erste Termin hier vor Ort stattfand, überraschte mich schon“, erzählt Bastian Brouwer vom gleichnamigen Sachverständigenbüro im Interkommunalen Gewerbegebiet, das sich längst zum Spezialisten für E-Mobilität entwickelt hat. „Aktuell bieten wir hier zwei öffentliche 150-kW-Ladestationen und bauen gerade zwei weitere mit 400 kW auf dem Gelände gegenüber“, erklärt Brouwer bei der feierlichen Eröffnung der NIO-Ladestation. Auch die braucht jede Menge Strom, „und so sind wir froh, dass wir hier auch über eine große PV-Anlage auf unseren Dächern verfügen und uns WestfalenWeser als kommunaler Stromanbieter zur Seite steht.

Vom Strom, dem Laden der Akkus und all der Technik, die sich im zweiten, verschlossenen Teil der NIO-Ladestation befindet, bekommt der Nutzer allerdings nichts mit. „Das ist natürlich schon unser Betriebsgeheimnis“, sagt Christopher Klapp, der bei NIO für die Entwicklung der Standorte zuständig ist. 22 gibt es davon jetzt in Deutschland, 60 europaweit, Tendenz steigend. „Unser Kunde hat die Wahl. Er kann sein Fahrzeug ganz normal an jeder öffentlichen Ladestation aufladen oder eben schnell seinen Akku hier wechseln lassen“, erklärt Klapp und führt gleich vor, was kaum zu erkennen ist. Der Nutzer fährt sein Fahrzeug rückwärts in die Box, bleibt im Auto sitzen und unter diesem schiebt sich dann eine Klappe zur Seite, werden Schrauben gelöst, der Akku ausgebaut und ein frisch geladener wieder eingebaut, ehe wie von Geisterhand die Schrauben wieder angezogen werden und weitergefahren werden kann. „Wir brauchen dafür sieben Minuten – auf dem Papier. In der Realität geht es meist deutlich schneller“, verrät Klapp nicht ohne Stolz und lädt bei der Eröffnung alle Beteiligten ein, in eines der Fahrzeuge der NIO-Flotte einzusteigen.

Froh, dass sich NIO für Kirchlengern als Standort entschieden hat: Bürgermeister Rüdiger Meier bei der feierlichen Eröffnung.
Bastian Brouwer knüpfte die ersten Kontakte zu NIO – und freut sich nun über die gelungene Umsetzung

Gute 400 Kilometer Reichweite erreichen die Autos mit einem Akku, der zusätzlich zum Fahrzeugleasing gemietet wird. Zwei Akkuwechsel pro Monat sind inklusive, darüber hinaus werden 10 Euro pro Wechsel plus Strom fällig. „Wir berechnen 39 Cent pro kWh und bewegen uns damit im günstigen Haushaltsstrompreisbereich“, rechnet Christopher Klapp und muss bei den Testfahrten nicht lange bitten. Schnell sind alle Autos mit Testfahrern besetzt, es geht rund um Kirchlengern und dann zurück zum E-Auto-Zentrum, das sich Stück für Stück auf dem Brouwer-Gelände weiterentwickelt hat. „Wir sind natürlich froh, dass wir jetzt verschiedene Arten von Elektromobilität hier begleiten können“, sagt dann auch Bastian Brouwer und setzt darauf, dass NIO-Fahrer ab sofort Kirchlengern ansteuern. „Ein Blick auf die Landkarte zeigt ja, dass wir tatsächlich eine Art Zentrum hier in unserer Gemeinde bilden. Es wird ja immer von der Verkehrsachse Amsterdam – Berlin gesprochen. Genau in deren Mitte befinden wir uns. Und wer mit seinem NIO in Berlin oder Amsterdam startet, der braucht nur uns hier als Akkuwechselstation und schon kann er ganz ohne weitere Pause bis zur anderen Großstadt durchfahren“, sagt Rüdiger Meier. Und fast scheint es so, als wolle er die Testfahrt noch ein wenig ausweiten und direkt gen Osten oder Westen durchstarten.

05/2024

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