Dass Niklas Klei seine Auszeichnung zum Sportler des Jahres nicht eigenhändig entgegennehmen konnte, wunderte bei der Preisverleihung niemanden. Schließlich lebt der 24-Jährige seit vielen Jahren in den USA. Doch das ist kein Hindernis bei der Wahl der besten Sportlerinnen und Sportler der Gemeinde, zumal die sportlichen Leistungen von Niklas Klei mehr als beeindruckend sind.
Dass Niklas Klei seine Auszeichnung zum Sportler des Jahres nicht eigenhändig entgegennehmen konnte, wunderte bei der Preisverleihung niemanden. Schließlich lebt der 24-Jährige seit vielen Jahren in den USA. Doch das ist kein Hindernis bei der Wahl der besten Sportlerinnen und Sportler der Gemeinde, zumal die sportlichen Leistungen von Niklas Klei mehr als beeindruckend sind.
Mit 46,65 Sekunden über die 400 Meter gehörte er im vergangenen Jahr zu den fünf besten Sprintern in Deutschland. „Mit der Zeit hätte ich mich in den Jahren zuvor sogar für Weltmeisterschaften und Olympia qualifizieren können“, erzählt der Leichtathlet, der seit 2018 in den USA lebt und hier erst den Bachelor in Biologie machte, ehe er jetzt am Mississippi College den Master noch hinten dranhängt. „Der Sport hat es mir ermöglicht, dass ich in die USA gehen konnte und jetzt über ein Stipendium den Masterstudien- gang absolvieren kann“, freut sich der Kirchlengeraner, der über seinen großen Bruder schon als Siebenjähriger zur Leichtathletik kam. Viele Jahre trat er im Trikot des LAV Bünde im Zehnkampf an, ehe er in die USA wechselte und sich da auf die Stadionrunde konzentrierte. Dabei läuft die Saison immer ähnlich ab. „Hier in den Staaten startet sie wirklich im Januar mit den ersten Indoor-Wettkämpfen, ehe es Ende März schon nach draußen auf die Bahn geht. Ende Mai fliege ich dann meist nach Hause, um an ein paar Vorbereitungswettbewerben und vor allem an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen zu können“, sagt der Biologie-Student und hat dabei auch noch die Qualifikation für die Olympiade in Paris im Blick. „Da werden die Tickets für die 400 m Männer- und Mixed-Staffel erst nach den Deutschen Meisterschaften vergeben“, so Niklas Klei, der darauf setzt, dass er seine Bestzeit aus dem Vorjahr noch einmal verbessern kann. „Die Zeiten hier in den USA im Training und in den ersten Wettkämpfen stimmen mich da schon optimistisch“, so die erste Bilanz der noch sehr jungen Saison. Gut 15 Stunden pro Woche investiert Niklas Klei für das Training, wohl wissend, dass Langstreckenläufer ein noch größeres Pensum absolvieren. „Bei mir sind es meist eher kurze Einheiten, nach denen ich dann aber meist platt auf der Tartanbahn liege“, erzählt der Athlet, der seit Anfang des Jahres den Verein gewechselt hat und nun für den LAC Veltins Hochsauerland startet. „Ein Teamkollege wohnt und trainiert hier ganz in meiner Nähe, und daneben sorgt der Hauptsponsor mit seiner Wirtschaftskraft dafür, dass ich hier bei Training und Wettkampf noch mehr Möglichkeiten habe.“
Ob Niklas Klei irgendwann seine Zelte in den USA ganz abbrechen und wieder zurück nach Deutschland kehren wird, ist aktuell noch ungewiss. „Ich habe hier eine Freundin gefunden und kann mir schon gut vorstellen, hierzubleiben“, erzählt der 24-Jährige. Allerdings kommt seine Freundin auf dem diesjährigen „Heimaturlaub“ mit nach Deutschland, „und wer weiß, vielleicht gefällt es ihr hier so gut, dass sie sich einen Umzug nach Europa doch vorstellen kann“, so Niklas Klei, der sich jetzt aber erst einmal auf die Deutschen Meisterschaften fokussiert.
Kraftvoller Start: An der
Universität von Mississippi
arbeitet Niklas Klei gerade an
seinem Biologie-Master, auf der
Rennbahn an einer möglichen
Olympiaqualifikation.
„Wenn alles so gut wie jetzt läuft und ich verletzungsfrei bleibe, dann kann ich mir schon vorstellen, unter 46 Sekunden laufen zu können – und das könnte dann vielleicht tatsächlich für eine Olympianominierung reichen“, rechnet sich Niklas Klei aus. Und wäre damit nicht nur ein mehr als verdienter Sportler des Jahres in Kirchlengern, sondern wohl auch der erste Kirchlengeraner überhaupt, der an Olympischen Spielen teilnimmt.
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