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Kreis Herford nimmt bei der Gewässerschau den Ramhorstbach unter die Lupe

Prüfender Blick auf winzigen Bachlauf

Die Feuchtigkeit kommt an diesem Tag Anfang April von oben wie von unten. Also schnell in die Gummistiefel geschlüpft, Regenjacke übergeworfen und Kapuze aufgesetzt, ehe die Gewässerbegehung starten kann. „Wir schauen uns jedes Jahr andere Bachläufe im gesamten Kreisgebiet an“, sagt Claudia Hopfinger, Umweltschutztechnikerin beim Kreis Herford, ehe es vom Parkplatz aus in Richtung Ramhorstbach geht. Ebenfalls mit dabei: Kirchlengerns Klimaschutzmanager Antonius Meyer, Ingenieurin Maren Wilmsmeier vom Kreis, Willi Niemeier vom NABU und Zia Paul von der Biologischen Station. Es geht von der Quelle zur Mündung, ausgestattet mit ausgedrucktem und digitalem Kartenmaterial, in das besondere Beobachtungen eingetragen werden. „Natürlich freuen wir uns, wenn wir hier überraschende

Die Feuchtigkeit kommt an diesem Tag Anfang April von oben wie von unten. Also schnell in die Gummistiefel geschlüpft, Regenjacke übergeworfen und Kapuze aufgesetzt, ehe die Gewässerbegehung starten kann. „Wir schauen uns jedes Jahr andere Bachläufe im gesamten Kreisgebiet an“, sagt Claudia Hopfinger, Umweltschutztechnikerin beim Kreis Herford, ehe es vom Parkplatz aus in Richtung Ramhorstbach geht. Ebenfalls mit dabei: Kirchlengerns Klimaschutzmanager Antonius Meyer, Ingenieurin Maren Wilmsmeier vom Kreis, Willi Niemeier vom NABU und Zia Paul von der Biologischen Station. Es geht von der Quelle zur Mündung, ausgestattet mit ausgedrucktem und digitalem Kartenmaterial, in das besondere Beobachtungen eingetragen werden. „Natürlich freuen wir uns, wenn wir hier überraschende Tierbeobachtungen machen können. Vor allem geht es aber darum zu sehen, ob mit den Gewässerabläufen und Einleitungen alles in Ordnung ist und die Natur nicht zu sehr von den Menschen, die an den Ufern wohnen, beeinflusst wird“, erklärt Maren Wilmsmeier, während sie an dem schmalen Bach entlanggeht, der sich am Rande einer Wiese entlangschlängelt. Rohre, die Wasser in den Bachlauf leiten, werden genau begutachtet, auch Vorsprünge unter die Lupe genommen, die irgendwann in den Bach zu kippen drohen. Ein paar Meter weiter hat der Bach sein Bett verlassen und breitet sich auf einer großen Wiese aus. „Solange das den Landwirt nicht stört, ist das ganz normal“, sagen die Begutachter und gehen weiter entlang des Ramhorstbaches, „von dessen Existenz wohl auch viele Kirchlengeraner gar nichts wissen“, vermutet Claudia Hopfinger. Ein paar hundert Meter weiter sieht das schon ganz anders aus. Rasenschnitt befindet sich direkt in Ufernähe. So etwas ist sehr bedauerlich und nicht gerade gut für den Bachlauf. „Das Problem ist, dass es gar kein Unrechtsbewusstsein gibt. Die Gärten rücken immer näher an die Bachläufe heran und kaum jemand ahnt, dass so sehr viele Nährstoffe ins Wasser gelangen – und das sehr viele Probleme für Flora und Fauna bedeutet“, klärt Claudia Hopfinger auf. Die trägt auch in ihre Karte ein, dass hier vor einiger Zeit seitens der Gemeinde ein Teil des Bachlaufs verrohrt wurde. „Auch das ist eine wichtige Erkenntnis“, so Maren Wilmsmeier. Weiter geht es an der ein oder anderen Seite des Ramhorstbaches, der sich mitten im Wald von seiner schönsten Seite zeigt. „Hier sieht man, wie unberührt er hier verlaufen kann und wie viele Pflanzenarten sich in ihm und an seinem Ufer bilden können“, freut sich Antonius Meyer.

Mehrere Stunden dauert am Ende die Begehung, die zu einem positiven Resultat führt. „Wir haben hier einen typischen Verlauf und eine für die Region typische Situation. Verunreinigungen gibt es immer mal wieder, aber die halten sich in Grenzen. Der Bach führt hier eher ein Schattendasein – was für die Natur ja ganz gut ist“, sagt Claudia Hopfinger und ist mit Begehung und Resultat zufrieden. Im kommenden Jahr sind dann wieder andere Gewässer im gesamten Kreisgebiet dran, ehe „wir in ein paar Jahren wieder hierherkommen und schauen, wie sich der kleine Bach entwickelt hat“.

Sechs Augen sehen mehr als zwei: Antonius Meyer, Claudia Hopfinger und Maren Wilmsmeier schauen sich gemeinsam einen Zulauf an (v. links)

05/2024

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