Freitag, 5. Dezember vergangenen Jahres. Diesen Tag wird Ingrid Kerber, Vorstandsvorsitzende der KulturWerkstatt Hiddenhausen e. V., bestimmt nicht so schnell vergessen … und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter auch nicht. Denn an diesem Tag nahm der Dritte Ort Hof Lindemann eine weitere wichtige Hürde. Damit kommt die KulturWerkstatt ihrer neuen Heimat in Eilshausen wieder ein großes Stück näher.
Freitag, 5. Dezember vergangenen Jahres. Diesen Tag wird Ingrid Kerber, Vorstandsvorsitzende der KulturWerkstatt Hiddenhausen e. V., bestimmt nicht so schnell vergessen … und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter auch nicht. Denn an diesem Tag nahm der Dritte Ort Hof Lindemann eine weitere wichtige Hürde. Damit kommt die KulturWerkstatt ihrer neuen Heimat in Eilshausen wieder ein großes Stück näher.
Draußen fröstelt es, typisches Dezemberwetter eben. Doch drinnen in der alten Kornscheune ist alles vorbereitet für besonderen Besuch aus Detmold. Eigentlich wollte Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling sogar persönlich vorbeikommen. Doch krankheitsbedingt ist das leider nicht möglich. Also springt kurzfristig Michael Uhlich, Leiter der Abteilung Schule der Bezirksregierung, in die Bresche. Im Gepäck hat er äußerst Erfreuliches. Genauer gesagt zwei Förderbescheide über insgesamt mehr als 910.000 €.
Knapp 670.000 € kommen aus einem Förderprogramm „Energieeffiziente öffentliche Gebäude“. Solch ein öffentliches Gebäude ist der Hof Lindemann, seit Anfang 2024 befindet er sich im Besitz der Gemeinde Hiddenhausen. Dieses Geld ist für die energetische Sanierung bestimmt. Gut 240.000 € stammen aus einem Programm zur Struktur- und Dorfentwicklung des ländlichen Raums. Diese Summe geht in den Umbau, mit dem die Voraussetzungen für einen Ort für Kultur, Bildung und Begegnung – kurz einen Dritten Ort – geschaffen werden.
Die Anträge hatte die Gemeinde Hiddenhausen im März beziehungsweise Mai 2025 gestellt. Bürgermeister Andreas Hüffmann betont: „Mit diesen Fördergeldern geht dieses Projekt auf die Zielgerade. Besonders positiv: Die Förderquote beträgt 85 % bzw. sogar 90 %. Unter dem Strich bedeutet das: Die Gemeinde muss zu Umbau und Sanierung nach jetzigem Stand nur etwas mehr als 115.000 € aus Eigenmitteln beisteuern. Bei der momentan angespannten Budgetsituation ist das natürlich ein Segen.“
Die Vorgeschichte
Schon seit langem war klar: Die KulturWerkstatt Hiddenhausen brauchte zum Jahresende 2025 ein neues Zuhause für ihre Kurse und Veranstaltungen. Aber wo? Schnell kam der Hof Lindemann mit seinen vielfältigen räumlichen Möglichkeiten ins Blickfeld. Nicht ohne Grund. Er gehört der Gemeinde, liegt zentral und ist verkehrstechnisch bestens erschlossen. Und: Nach dem Umbau wird er auch atmosphärisch ein echtes Schmuckstück sein.
Also wurde ein detailliertes Konzept erarbeitet. Federführend bei all dem war die KulturWerkstatt Hiddenhausen. Doch nicht nur sie kommt mit einem stark erweiterten Programm an handwerklichkünstlerischen Angeboten, Yoga- und Tanzkursen in diesem Konzept vor. Auch zahlreichen anderen Vereinen, Künstlern, Kulturschaffenden und Ehrenamtlichen wird der neue Dritte Ort eine Plattform für deren Aktivitäten bieten. Die ersten Kontakte für ein entsprechendes Netzwerk sind bereits geknüpft, das Interesse ist groß. Damit wird der Dritte Ort viel mehr sein als eine KulturWerkstatt 2.0: ein echter Treffpunkt für kulturelle Vielfalt, der vom Engagement vieler lebt.
Die Gemeinde Hiddenhausen hat das Team der KulturWerkstatt von Anfang an bei der Suche nach einem neuen Zuhause umfassend unterstützt – zum Beispiel mit Beratung, Hilfestellung und der Suche nach geeigneten Förderprogrammen. Und auch das Programmbüro Dritte Orte stand und steht bei Verfahrensfragen mit professionellem Rat zur Seite. Übrigens: Bereits die Konzeptphase von April 2024 bis März 2025 wurde vom Land NRW mit 50.000 € gefördert.
„MIT DEM UMBAU DES HOF LINDEMANN SCHAFFEN WIR NACHHALTIGE WERTE FÜR DIE GEMEINDE.“
Alexander Graf Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und Kämmerer Gemeinde Hiddenhausen
Wie es jetzt weitergeht
Eine Baugenehmigung liegt bereits vor. Momentan wird die Ausschreibung der weiteren Planungsleistungen vorbereitet. Als Eigentümerin des Gebäudes übernimmt die Gemeinde Hiddenhausen die Bauherrenschaft. Sie begleitet die Baumaßnahmen, die einen dauerhaften Betrieb für öffentliche Zwecke im Sinne eines Dritten Orts sowie einen zeitgemäßen energetischen Standard sicherstellen.
In den Händen der KulturWerkstatt liegen der vereinsspezifische Innenausbau und die Ausstattung des Dritten Orts. Für diese sogenannte Umsetzungsphase konnten bereits stolze 450.000 € Fördermittel beschafft werden. Auch während dieser Phase wird die Gemeinde weiter beraten, koordinieren und unterstützen, ebenso wie bei der Beantragung weiterer Fördermittel. Die reine Bauzeit wird auf circa 12 Monate geschätzt. Damit die KulturWerkstatt während dieser Zeit nicht heimatlos ist, kann sie ab sofort Räumlichkeiten in einem Hofgebäude an der Sonntagstraße in Oetinghausen nutzen. Hier findet ein reduziertes Kursprogramm statt.
Voraussichtlich im Sommer oder Spätsommer 2027 wird der Dritte Ort Hof Lindemann dann seiner Bestimmung übergeben. Ein Treffpunkt für Kultur, Begegnung und Miteinander, der allen in Hiddenhausen offensteht. Und ein Beispiel dafür, was mit guten Ideen, Ausdauer und Teamwork aller Beteiligten in unserer Gemeinde möglich ist. Fortsetzung folgt.
242.559,72 € Programm „Struktur- und Dorfentwicklung des ländlichen Raums“
des Landes NRW – Förderquote 85 % der gesamtzuwendungsfähigen Kosten.
669.807,67 € EFRE-Förderprogramm für „energieeffiziente öffentliche Gebäude“
des Landes NRW aus dem EFRE/JTFProgramm NRW – Förderquote 90 % der förderfähigen Kosten.
450.000,00 € Programm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“
des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.
50.000,00 € Programm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“
des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.
Text: Gemeinde Hiddenhausen Fotos: Tobias Heyer / HOCH5
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