Mach mal das Licht an! Ruft René John ins Dunkel unter uns. Zurück kommt nur ein Klicken, dann wird es langsam hell. Also für uns nicht, das Auge nimmt die Veränderungen kaum wahr. Dafür aber für die Zander, die da tief unter uns in einer riesigen Bassinanlage schwimmen und die vor allem eins fürchten: Licht und Schatten.
Wir steigen die Treppenstufen runter zu einer Anlage, die einzigartig in Deutschland und die Nummer zwei in ganz Europa ist. Der Fachmann, also René John neben uns, spricht hier nicht von einzelnen Fischen, sondern Tonnen von Fisch. 100 davon werden hier pro Jahr gezüchtet. Was viel klingt. Und gar nicht mal so viel ist – wenn man weiß, dass vor der norwegischen Küste 1.500 Tonnen Lachs schwimmen. Pro Netzgehege. Es gluckert ein wenig, das Auge gewöhnt sich langsam an das schummerige Licht, aber nirgendwo springt, platscht, schnappt es. Der Zander ist ein Bodenfisch, ruhig, zurückhaltend, vorsichtig – sogar beim Fressen, erklärt René John, der eigentlich Architekt ist, sein Geld zusammen mit seinem Geschäftspartner Stefan Glammeier als Bauunternehmer verdient, auch im Bereich nachhaltige Energien unternehmerisch unterwegs ist und vor ein paar Jahren diese eine Reportage über ein norddeutsches Unternehmen im Fernsehen sah, das Garnelen züchtete. Und sofort hin und weg war.
Mach mal das Licht an! Ruft René John ins Dunkel unter uns. Zurück kommt nur ein Klicken, dann wird es langsam hell. Also für uns nicht, das Auge nimmt die Veränderungen kaum wahr. Dafür aber für die Zander, die da tief unter uns in einer riesigen Bassinanlage schwimmen und die vor allem eins fürchten: Licht und Schatten.
Wir steigen die Treppenstufen runter zu einer Anlage, die einzigartig in Deutschland und die Nummer zwei in ganz Europa ist. Der Fachmann, also René John neben uns, spricht hier nicht von einzelnen Fischen, sondern Tonnen von Fisch. 100 davon werden hier pro Jahr gezüchtet. Was viel klingt. Und gar nicht mal so viel ist – wenn man weiß, dass vor der norwegischen Küste 1.500 Tonnen Lachs schwimmen. Pro Netzgehege. Es gluckert ein wenig, das Auge gewöhnt sich langsam an das schummerige Licht, aber nirgendwo springt, platscht, schnappt es. Der Zander ist ein Bodenfisch, ruhig, zurückhaltend, vorsichtig – sogar beim Fressen, erklärt René John, der eigentlich Architekt ist, sein Geld zusammen mit seinem Geschäftspartner Stefan Glammeier als Bauunternehmer verdient, auch im Bereich nachhaltige Energien unternehmerisch unterwegs ist und vor ein paar Jahren diese eine Reportage über ein norddeutsches Unternehmen im Fernsehen sah, das Garnelen züchtete. Und sofort hin und weg war.
Das wollen wir auch. Waren sich die beiden einig. Das machen wir auch. Wurde schnell daraus. Als passionierte Angler, als Freunde der Aquaristik stand ebenso zügig fest: Es sollte ein einheimischer Fisch sein. Viele Arten kamen infrage, am Ende fiel die Wahl auf eine, die nur wenige bestimmen können: den Zander. Der nachtaktive Räuber ist in deutschen Seen mittlerweile dank Otter, Kormoran und unzähliger Hobbyangler Mangelware, dafür steigt er hier, in Porta Westfalica, direkt zum Kaiserzander auf. So nennt sich das Unternehmen, in dem 20 Liter Wasser auf ein Kilogramm Fisch kommen, also 5 % Fisch auf 95 % Wasser. Rein rechnerisch. Angefangen haben die beiden aber weiter nördlich. Dort konnten sie zum Start eine in die Jahre gekommene Fischzucht kaufen und erste Erfahrungen mit einem Fisch sammeln, der lecker schmeckt, aber keine Kompromisse bei der Haltung duldet. Sie stellten Meeresbiologen und Fischwirte ein, konzipierten eine Anlage, die vordergründig riesige, grüne Bassins beinhaltet.
Und, etwas genauer hingeschaut, vor allem ein Wasserleitungs- und Kläranlagensystem beinhaltet, das einzigartig ist. Wer mit René John in der Anlage steht, trägt am besten Stirnlampe. Richtet man die auf die Wasseroberfläche, sieht man unten ruhig die Fische im zirkulierenden Wasser stehen. Die kleinsten sind gerade einmal eine Handfläche groß, gute zehn Zentimeter lang. Gezüchtet wird in Betrieb Nummer eins – hierher nach Porta, in Betrieb Nummer zwei, kommen die Tiere, die schon drei Monate alt sind. Der Futterroboter fährt vor allem nachts stundenlang über die Wasseroberfläche, verteilt die kleinen, runden Pellets, die die Fische insbesondere mit Proteinen versorgen. Hektisches Fressen, sich balgen um das Futter, wie man es von Lachsen und Forellen kennt, gibt es hier nicht. Es ist eher das Gegenteil. Wir müssen immer ganz genau beobachten, wie viel wirklich gefressen wird. Sagt René John, der neben einem Bildschirm steht, der all das festhält: Futtermenge, Fische pro Bassin, Kilogramm pro Fisch. Ist eine bestimmte Wachstumsphase erreicht, geht es nach Größen sortiert über ein Rohrsystem von einem ins nächste Becken, ehe die Tiere nach einem Jahr in Porta ganz hinten und damit nicht nur am Ende der Reise, der riesigen Halle, sondern auch des Lebens angekommen sind. Dann geht es ganz schnell: Nelkenöl betäubt die Tiere, ein Kiemenrundschnitt lässt die Tiere ausbluten und tötet sie. Wir sind eben ein Fischmastbetrieb. Und wenn irgendetwas die Zukunft gehört, wenn wir die Menschheit weiterhin und besser, vor allem aber nachhaltiger ernähren wollen, dann nur so. Sagt René John und verweist dabei auf Asien, wo das Thema Aquakultur und Fischindoormast längst in deutlich größerem Maße aufgenommen wird. Auch in Dänemark sind sie schon weiter, selbst in Norwegen wird nur noch genehmigt, was nicht mehr in Fjorden, sondern indoor an Fischzucht stattfindet. In Deutschland aber ist der Kaiserzander immer noch eine echte Rarität. Sicher, Politiker kommen gerne hierher, staunen, lassen sich gerne mit Team und Fisch ablichten und haben doch keine Unterstützung im Gepäck: Die Schublade, in die der Kaiserzander passt, scheint noch nicht gefunden. Dafür finden sich Großhändler und Lebensmittelhändler, Privatpersonen und Restaurants, die die weißen Filets für sich entdeckt haben. Angelvereine decken sich hier mit Altfischen für den eigenen Bestand ein, selbst geräuchert gibt es den edlen Fisch, der hier filetiert und abgepackt wird, ehe es direkt und nicht tiefgefroren zu Kunden geht. Die sitzen sogar in Frankreich, gar in Dubai und setzen darauf, dass Fische eben nicht mehr mit Netzen und jede Menge Beifang aus Meeren und Seen gezogen, sondern gezüchtet, gemästet werden.
100 Tonnen Fisch pro Jahr.
Dabei ist es auch die Bilanz zwischen Futter und Gewichtszunahme, die den Zander und den Fisch im Allgemeinen auszeichnet. Aus einem Kilogramm Futter macht er ein Kilogramm Körpergewicht. Beim Rind sieht das Verhältnis mit 8:1 anders aus, der Thunfisch braucht gar 25 Kilo Futter, um ein Kilogramm zuzunehmen. Für den Kaiserzander heißt es nicht nur deshalb häufig: ausverkauft. Und das zu einem Preis, der, da ist René John ganz offen, deutlich über dem für Wildfang aus Russland oder Kasachstan liegt. Den Unterschied machen jedoch die Nachhaltigkeit, Reinheit und Frische. Wir sind da eher der Gutfisch, sagt John und sieht in der Lebensmittelmarkt- Werbung all die Vorteile dargestellt, die der Kaiserzander bietet. Regional, nachhaltig, in Wasser schwimmend, das am Ende in Trinkwasserqualität und zigfach von Behörden überprüft in die Weser eingeleitet wird.
Hier gibt es keine antiparasitären Mittel, keine Medikamente, keine Schwermetalle oder Mikroplastik, nur hochwertiges Futter, selbst der eingesetzte Strom kommt aus der firmeneigenen Solaranlage.
All das macht den Fisch in Summe zu einem echten Erfolgstier. Doch noch ist die Hälfte der Halle, die sie extra für die Fischzucht gebaut haben, leer. Eigentlich sollte hier die gleiche Menge Bassins noch einmal aufgebaut, angeschlossen, in Betrieb genommen werden. Aber so einfach ist die Millionensumme dann doch nicht finanzierbar, die dafür notwendig ist. John und Glammeier philosophieren derweil über weitere Fischarten, sprechen Restaurants an, gehen auf Privatkunden zu, sorgen dafür, dass ihr Fisch, ihr Produkt bekannter wird. In einem kleinen Zelt steht schon die Zukunft, wachsen Ingwerpflanzen auf einem Substrat heran, das von dem Bassinwasser umspült wird. Die Exkremente der Zander, vor allem die flüssigen, sorgen hier für den Nährstoff der Pflanzen, die wiederum so das Wasser filtern. Das alles noch auf nur ein paar Quadratmetern, vielleicht aber zukünftig auf großer Fläche, um biologisch zu filtern, was an biologischen Schadstoffen bei der Zucht anfällt. Noch erledigen das Abermillionen Bakterien, die auf einer Art offenporigen Chips sitzen und da auf riesigen Oberflächen das Abwasser zu Trinkwasser umfunktionieren. Auch hier Technik vom Feinsten, welche die natürliche biologische Wasserreinigung maximal unterstützt, oder besser: Technik auf allerneuestem Stand, vieles selbst entwickelt und umgesetzt. Deshalb auch: Hier besser keine Fotos machen, sondern nur gucken. Und staunen. Fische sieht man bei diesem exklusiven Rundgang nur selten. Nicht nur, weil gleich das Licht wieder ausgeht und nur noch ein sehr, sehr schwacher Schein die gesamte Anlage, nun, nicht wirklich erleuchtet. Es gibt kein Lager, in dem gefrorene Filets auf Abnehmer warten, kein Aquarium, in dem die Jungfische zu bestaunen sind, nicht mal einen Einblick in das Becken, in dem die zu großen Fische darauf warten, von Angelvereinen erworben zu werden – die auch schon mal 50-60 Zentimeter langen, großen Exemplare sind restlos ausverkauft. Wie man all das, die Technik, das Tierwohl, den Vertrieb, die Finanzierung wuppen könne, wenn doch die Baubranche gerade auch keine ist, die zu Freudensprüngen ansetzt und erneuerbare Energien auch keine echte Konstante darstellen, fragen wir ganz zum Schluss. Das hier, antwortet René John, ist eher eine Herzensangelegenheit, ein Projekt, etwas, das zukunftsweisend, einzigartig ist. Mit unglaublich vielen Antworten auf Fragen, die uns beim Thema Ernährung gerade alle beschäftigen. Oder zumindest beschäftigen sollten.
Ein Kilo Futter wird zu einem Kilo Fisch.
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Würfeln? Das macht doch niemand mehr.
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Na dann los. Wir freuen uns.
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Schneller, als du erwartest.