Eins sollte man als Spaziergänger hier auch im Sommer nicht vergessen: wasserdichtes Schuhwerk“, sagt Anna Brennemann lachend und schaut runter auf ihre Schuhe, die gerade in einer Pfütze zu versinken drohen. Es ist Mitte Juli, ein großes Regengebiet ist in der Nacht auch über das Füllenbruch gezogen, in dem wir mit der Mitarbeiterin von der Biologischen Station Ravensberg, mit Hiddenhausens Mobilitätsbeauftragter Luca Stellbrink und Klimaschutzmanagerin Madeleine Guinard Rudat unterwegs sind.
Eins sollte man als Spaziergänger hier auch im Sommer nicht vergessen: wasserdichtes Schuhwerk“, sagt Anna Brennemann lachend und schaut runter auf ihre Schuhe, die gerade in einer Pfütze zu versinken drohen. Es ist Mitte Juli, ein großes Regengebiet ist in der Nacht auch über das Füllenbruch gezogen, in dem wir mit der Mitarbeiterin von der Biologischen Station Ravensberg, mit Hiddenhausens Mobilitätsbeauftragter Luca Stellbrink und Klimaschutzmanagerin Madeleine Guinard Rudat unterwegs sind.
„Viele Menschen wissen gar nicht, wie gut man in unserer Gemeinde wandern kann“, sagen die drei, die sich heute auf den Weg machen. Wir treffen uns auf dem Parkplatz an der Unteren Wiesenstraße, werfen einen Blick auf die mitgebrachte Karte und wundern uns. „Wie man sieht, liegen Naturschutz-, Wohn- und hier sogar auch Industriegebiet sehr eng beieinander – das ist historisch gewachsen, nicht wirklich optimal, aber auch nicht zu ändern“, erklärt Anna Brennemann und biegt in Richtung Naturschutzgebiet ab. In den Sommern 2021 und 2022 war es so heiß und trocken, dass die Bachläufe zu versiegen drohten, die Feuchtwiesen austrockneten. „Damals haben wir uns große Sorgen gemacht, dass das so bleibt. Und heute haben wir ein komplett anderes Szenario“, stellt die Biologin fest, die jetzt mit ansieht, wie der kleine Bach über die Ufer getreten ist. Für Wanderer sollte all das kein Problem sein, im Zweifelsfall einfach die Schuhe ausziehen und durchlaufen. Apropos laufen: genau darum geht es. „Während Corona haben die Menschen gemerkt, wie schön es eigentlich in der Landschaft ist, die sie umgibt. Und seitdem ist es hier häufig voll, setzen wir darauf, dass Radfahrer und Spaziergänger Rücksicht aufeinander nehmen, damit es mit dem Miteinander gut klappt“, sagt Anna Brennemann und wandert weiter. Vorbei an einer Beschilderung, die auf das Naturschutzgebiet und vor allem auf die Verhaltensregeln, die dort herrschen, aufmerksam macht. „Wenn jeder lesen und befolgen würde, was hier steht, wären wir einen großen Schritt weiter“, erklärt die Biologin und weiß: gerade Hundebesitzern fällt es schwer, sich vorzustellen, dass auch ein Hund, der unangeleint mal auf den Wegen bleibt, dann doch wieder über die angrenzenden Wiesen läuft, die Tierwelt schon allein durch seinen Geruch durcheinanderbringt.
Bitte bleiben Sie auf den Wegen
Ein paar Meter weiter ein weiteres Hinweisschild; dieses Mal werden diverse Rad- aber keine Wanderwege ausgewiesen. „Das Radwegenetz ist hier deutlich weiter, aber auch für die Wanderer ist eine Homepage mit Übersicht vieler Routen in Planung“, erklärt die Frau von der Biologischen Station, die auch den Schweichelner Berg und die Bustedter Wiesen als Wandergebiet empfiehlt. Im Naturschutzgebiet Füllenbruch solle man sich nicht wundern, wenn hier auch mal seitens der Biologischen Station, dem Kreis Herford und der Gemeinde Hiddenhausen in die Vegetation eingegriffen wird, auch mal Bäume gefällt werden. „Das tun wir nicht gerne, aber manchmal ist es notwendig, um die Sicherheit auf den Wegen zu gewährleisten und das Entwicklungsziel des Gebiets im Blick zu behalten. Wir sehen dann aber zu, dass auch Bäume als Totholz vor Ort bleiben, manchmal ein natürliches und gewolltes Hindernis zu besonders schützenswerten Stellen bilden und Tieren Unterschlupf und Lebensraum bieten“, erklärt Anna Brennemann im Vorbeigehen.
Seltene Vögel leben und brüten hier
Würde man stehen bleiben, sich ruhig verhalten, mit dem Fernglas die Landschaft absuchen und Glück haben, könnte man hier im Füllenbruch seltene Vögel wie die Rohrweihe beobachten. Nur der Kiebitz, von dem im vergangenen Jahr noch drei Paare hier brüteten, ist in diesem Jahr nicht vor Ort. „Das ist natürlich schade, gerade weil er zum Vogel des Jahres gewählt wurde. Aber er brütet anderswo und wird hoffentlich bald wiederkommen“, erzählt Anna Brennemann den beiden interessierten Zuhörerinnen.
Die sind beide überrascht, dass auch Feldwege gleichzeitig Wanderwege sind, was es hier alles zu entdecken gibt. „Auch wenn das Wetter heute angenehm ist, werden wir es bedingt durch den Klimawandel zukünftig doch immer häufiger mit Hitzetagen zu tun haben. Insbesondere auch an solchen Tagen stellt das Füllenbruch einen tollen Rückzugsort dar, man findet schattige Plätzchen und die Temperaturen sind deutlich niedriger als andernorts“, so Klimaschutzmanagerin Madeleine Guinard Rudat.
„Wer im warmen Sommer ein schattiges Plätzchen sucht, ist hier genau richtig.“
Damit das Naturschutzgebiet, das mit seinen Feuchtwiesen als natürliche CO2-Senke übrigens auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet, in dieser Form erhalten und für die zunehmende Anzahl an Interessierten erlebbar bleibt, ist die Rücksicht aufeinander und auf die Natur besonders wichtig. „Hält man sich daran, erkennt man, wie gut man bei uns in der Gemeinde wandern kann, dass es nicht immer eine weite Anreise benötigt, um ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen genießen zu können“, sagen Klimaschutzmanagerin Madeleine Guinard Rudat und Mobilitätsbeauftragte Luca Stellbrink und schauen am Parkplatz ein letztes Mal nachdenklich auf ihre verschmutzten und nassen Schuhe. Gummistiefel wären eine gute Idee gewesen.
Text / Fotos: Tobias Heyer / HOCH5
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