Die Massen verbergen sich hinter einer großen Holzschiebetür. Gekauft im Mai, weil da die Preise am besten sind. Zum Einsatz kommend? „Das kann man tatsächlich nicht sagen“, sagt Holger Kenneweg, schiebt die Schüppe in den Berg voller Salz und weiß dennoch eins: „Wenn der Winter – ganz gleich in welcher Ausprägung – kommt, sind wir sehr gut vor bereitet.“
Für den Umweltbetrieb Hiddenhausen kann der Winter kommen
Die Massen verbergen sich hinter einer großen Holzschiebetür. Gekauft im Mai, weil da die Preise am besten sind. Zum Einsatz kommend? „Das kann man tatsächlich nicht sagen“, sagt Holger Kenneweg, schiebt die Schüppe in den Berg voller Salz und weiß dennoch eins: „Wenn der Winter – ganz gleich in welcher Ausprägung – kommt, sind wir sehr gut vor bereitet.“
Mehr als 300 Tonnen Streusalz lagern auf dem Bauhof der Gemeinde Hidden hausen, der seit Frühjahr dieses Jahres den Namen „Umweltbetrieb Hiddenhausen“ trägt. „Und das ist eben nicht nur ein neuer Name, sondern die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz bekommen bei uns immer mehr Gewicht“, so der Leiter. Seit 1992 ist er bei der Gemeinde tätig, verantwortete erst das Abwasserwerk, ehe er 2011 neben dem Abwasserwerk auch die Leitung des Baubetriebshofes übernahm. 23 Kolleginnen und Kollegen arbeiten hier, auch wenn es tagsüber in den Gebäuden, Garagen, Werkstätten und auf dem Außengelände fast menschenleer ist. „Wir be sprechen morgens einmal die Gesamtlage, ver teilen die Aufgaben und dann setzen sich meist alle in Bewegung, um irgendwo in der Gemeinde zu arbeiten“, erklärt Holger Kenneweg.
Was genau zu tun ist? Wird meist spontan ent schieden. Mal muss irgendwo ein Abfluss gereinigt, ein Graben freigeschnitten, müssen Straßen geflickt oder Warnschilder aufgestellt werden. „Die größte Herausforderung hier in der Leitung ist es, Aufgaben und Personal zu organisieren“, sagt dann auch Holger Kenneweg, der vor allem in den Wintermonaten weiß, dass freie Tage oder gar Urlaub rar sind. „Wer sich für die Arbeit bei uns interessiert, der weiß, dass wir saisonal abhängig arbeiten und vor allem im Winter alles oder nichts passieren kann“, so der Leiter des Umweltbetriebes. Jeden Morgen um 3:00 Uhr macht dann, wenn es frieren oder schneien könnte, ein Kollege die Runde durch die Gemeinde. „Müssen wir streuen oder Schneeschieben?“ ist dann die Frage, die nicht nur ihn, sondern alle Kolleginnen und Kollegen beschäftigt, die in der Rufbereitschaft wissen, dass um 3:30 Uhr der Anruf kommen kann. „Wenn die Wetterlage dann so ist, dass unsere Dienste gefragt sind, dann gibt es keine Freizeit oder Urlaub, dann müssen wir alle mit anpacken“, sagt Holger Kenneweg. Der Februar 2020 war so ein Erlebnis, wo am Montagmorgen gar nichts mehr ging. Auch im Winter 2010 neigten sich die Salzvorräte dem Ende entgegen, weil es so lange fror und rutschig auf den Straßen war.
Dabei fallen nur die Gemeindestraßen in die Zuständigkeit des Umweltbetriebes. „Und so kann es sein, dass hier an einem Tag Streufahrzeuge vom Kreis, von StraßenNRW und von uns unterwegs sind, um alle Straßen, ganz gleich ob Bundes , Kreis oder Gemeindestraßen wieder befahrbar zu machen“, erklärt der Leiter des Umweltbetriebes. Drei Lastwagen, drei Kleintraktoren und eine ausgewachsene Zugmaschine stehen hier neben weiteren Pritschenfahrzeugen bereit, um im Fall der Fälle zum Winterdienst ausrücken zu können. „Wichtig ist, dass wir uns jetzt vorbereiten, dass wir uns nicht darauf verlassen, dass der Winter schon nicht frostig wird“, stellt Kenneweg klar. Es sei ein wenig wie bei der Feuerwehr. Meist passiere nichts. Aber wenn mal etwas passiert, dann muss man sofort, perfekt vorbereitet und ausgestattet zur Stelle sein.
Streng genommen beginnen die Vorbereitungen auf den Winter sogar schon im Mai. Dann sind die Lager der Salzlieferanten gut gefüllt, „dann gibt es ür uns die besten Preise und wir ordern“, rechnet Holger Kenneweg vor. Jetzt, im November, sind das Haupt und Nebenlager prall gefüllt, stehen die Personalpläne, kann der Winter kommen. Kommt er nicht, „ist das natürlich auch kein Problem. Zu tun haben wir eigentlich immer genug.“ Das liegt – leider – auch daran, dass die Menschen immer mehr Müll in der Landschaft entsorgen. „Wenn wir da manchmal die Böschung runterklettern müssen, um ganze Haushaltsauflösungen einzusammeln, dann kommt echter Ärger in einem auf“, sagt Holger Kenneweg. 30 Kubikmeter umfasst der Müllcontainer auf dem Geländes des Umwelt betriebes, der monatlich geleert werden muss – Tendenz steigend.
Doch auch das Wetter sorgt für die ein oder andere Mehrarbeit. „Wenn es im Sommer sehr warm ist, dann sind wir viel mit dem Wässern der von uns betreuten Flächen und Beete beschäftigt. Ist es dagegen – so wie in diesem Jahr – eher feucht, dann wächst vieles schneller und mehr.
Und wir kommen mit dem Schneiden kaum hinter her.“ Doch gerade dieser Abwechslungsreichtum, das Nichtwissen, wann denn welche Arbeiten anfallen, machten den Reiz der Arbeit im Umweltbetrieb der Gemeinde aus. Auch wenn der Schlaf in den Wintermonaten eben kein wirklich tiefer ist. „Natürlich haben wir alle die Wettervorhersagen, das Niederschlagsradar im Blick. Und doch weiß man: zu sicher darf man sich nicht fühlen, sonst ist man zu überrascht, wenn plötzlich morgens um 3:30 Uhr das Handy klingelt und es schnell gehen muss.“
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