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Martha Korfmacher feiert 103. Geburtstag

Ein Leben voller Dankbarkeit

Wenn sie abends ins Bett geht, ist sie einfach dankbar. Für einen weiteren Tag, der ihr geschenkt wurde. Sicher, die Waden tun manchmal so weh, dass an Einschlafen kaum zu denken ist. Auch die Hände wollen nicht mehr so, wie sie will. Aber sich darüber ärgern? Das ist nicht das Ding von Martha Korfmacher, die in ihrem nun 103 Jahre langen Leben vor allem eins gelernt hat: Sei und bleib bescheiden und vor allem – zufrieden.

Wenn sie abends ins Bett geht, ist sie einfach dankbar. Für einen weiteren Tag, der ihr geschenkt wurde. Sicher, die Waden tun manchmal so weh, dass an Einschlafen kaum zu denken ist. Auch die Hände wollen nicht mehr so, wie sie will. Aber sich darüber ärgern? Das ist nicht das Ding von Martha Korfmacher, die in ihrem nun 103 Jahre langen Leben vor allem eins gelernt hat: Sei und bleib bescheiden und vor allem – zufrieden.

Am 21. Oktober wurde sie in Eilshausen geboren, „und wenn ich so darüber nachdenke, dann bin ich auch immer hier geblieben“, erzählt sie heute. In ihrem liebevollen Elternhaus wurde immer sehr bescheiden gelebt, auch als ihr Volksschullehrer sich wunderte, warum sie denn nicht weiter die Schule besuchen würde, sondern das Zigarrendrehen erlernen wollte, war die Antwort einfach: Wer soll das bezahlen? „In meinem langen Leben ging es immer darum, sich durchzukämpfen – und das habe ich gerne gemacht“, lässt die dreifache Mutter, fünf fache Großmutter und Urgroßmutter auch heute noch keine Zweifel daran, dass sie sich Ziele setzte und setzt – und die dann auch erreicht.

Ihren Mann lernte sie, wie passend, in der Kirche kennen. Sie sang im Kirchen , er spielte im Posaunenchor und da sich Martha Korfmacher seit jeher als gläubig bezeichnet und ihr Leben in Gottes Hand weiß, passt der Ort des Kennen und Liebenlernens wunderbar. Am 18. Februar 1945 fand die Hochzeit der beiden statt, bei der ihr Vater die Orgel spielte. Wenige Tage später ging es für den Bräutigam schon wieder an die Ostfront – und erst gut vier Jahre später sollte er aus der russischen Gefangenschaft gesundheitlich schwer ge zeichnet zurückkehren. „Ich war mir immer sicher, dass er heimkehrt“, wusste Martha Korfmacher schon damals. Die half in der schwiegerelterlichenHolzschuhfirma aus, drehte weiter in Heimarbeit Zigarren und schaffte es so, irgendwie über die Runden zu kommen. Später begann sie auch noch zu putzen, in der Nachbarschaft, auch in den Schulen in Eilshausen und Lippinghausen. Unterwegs war sie dabei immer entweder mit dem Fahrrad, zu Fuß, oder, wie sie sagt, mit dem Postauto. Den Führerschein hat sie nie gemacht, Witwenrente bekam sie nicht, weil ihr Mann, der früh verstarb, „als Selbstständiger einfach nicht geklebt hat“, so die 103 Jährige heute. Erst mit 80 Jahren legte sie das Staubtuch zur Seite, „eigentlich hatte ich gedacht, dass sich mein Leben dem Ende ent gegenneigen würde, aber irgendwie bin ich immer noch da“, erzählt sie und muss selbst schmunzeln.

"Jeder Tag ist ein Geschenk!“

Froh ist sie, dass ihre Tochter mit im Haus lebt, denn die Sehkraft lässt doch stark nach, das Hören fällt schwer und doch verliert sie nicht den Mut. „Mein Leben, meine Zeit liegt in Gottes Hand“, sagt die fromme Seniorin, die immer noch Verse aus der Bibel zitieren und Strophen aus dem Gesangbuch aus dem Gedächtnis heraus vortragen kann. Gefeiert werden die Geburtstage nur noch im kleinen, familiären Rahmen, „mehr braucht es nun wirklich nicht“, erzählt Eilshausens älteste Bürgerin und hat zwei Wünsche: Gesundheit für die Familie und Frieden für alle Menschen.

November 2023

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