Detail

Tag der offenen Tür bei den Motoren- und Traktorenfreunden Hiddenhausen

Gentlemen, start your engines

Auch dieses Jahr war wieder richtig was los beim Tag der offenen Tür der „Motoren- und Traktorenfreunde Hiddenhausen“. 1. Mai und...

Auch dieses Jahr war wieder richtig was los beim Tag der offenen Tür der „Motoren- und Traktorenfreunde Hiddenhausen“.

1. Mai und an der Mühlenstraße 12 in Hiddenhausen herrscht Hochbetrieb. Scharen von Technik-Fans von unter 8 bis über 80 Jahren schlendern über das Gelände. Viele historische Trecker und Schlepper gibt es hier zu begutachten. Und spätestens wenn sie die Motorenhalle betreten, steigt bei den Besucherinnen und Besuchern nochmals der Adrenalinspiegel.

Es riecht unverkennbar nach
Öl und sonstigen Schmiermitteln

Greift auch selbst zum Hammer: Edelhard Altmann in Werkstatt und Ausstellung zugleich.

Diese von außen eher unscheinbare Halle beherbergt nämlich eine Sammlung von Standmotoren, die nicht nur in Ostwestfalen ihresgleichen sucht: Über 15 dieselbetriebene Kraftprotze, die in der Industrie, aber auch als Schiffsmotoren jahrzehntelang zuverlässig ihren Dienst getan haben – bis die technische Entwicklung sie von ihren Arbeitsplätzen vertrieben hat. Manche von ihnen haben Generatoren zur Stromerzeugung angetrieben, andere über Transmissionsriemen Maschinen zum Antrieb von Drehbänken, Band- und Kreissägen, Mahlwerken und vielem mehr. Auch in der Landwirtschaft waren sie gefragt. Hier zum Beispiel als „kleinere“, auf einen Anhänger montierte Exemplare beim Ernteeinsatz. Und jetzt stehen sie hier! Blitzblank poliert und auf kräftigen Knopfdruck immer noch hundertprozentig einsatzbereit!

„Wir, die Motoren- und Traktorenfreunde Hiddenhausen, möchten ein wichtiges Stück Industriekultur erhalten“, erläutert Edelhard Altmann, Initiator der Sammlung, beim Rundgang durch die Ausstellungsräume: „Viele Funktionsprinzipien, nach denen diese ‚Oldtimer‘ arbeiten, sind auch heute noch aktuell. Aber natürlich werden diese Prinzipien technisch anders, mit mehr Effizienz und wesentlich umweltfreundlicher umgesetzt.“

Eine Sammlung aus Liebe zur Technik
von früher

Begonnen hat alles anno 2001. Auf Anregung von Edelhard Altmann bildete sich ein Kreis von rund 25 Technikliebhaberinnen und -liebhabern, die „Motoren- und Traktorenfreunde Hiddenhausen“. Seitdem gehen die „Freunde“ konsequent auf die Jagd nach verschollenen, nicht mehr gebrauchten, nutzlos abgestellten Standmotoren in ganz Deutschland.

Auf die Frage, woher all diese Schätzchen kommen, erklärt Edelhard Altmann: „Mehrere der Motoren hier stammen aus Firmenauflösungen. Natürlich erweitern wir unsere Sammlung auch heute noch gezielt, aber mit der Zeit wird es immer schwieriger, etwas Interessantes aufzustöbern. Da muss man schon Augen und Ohren offenhalten und gut vernetzt sein.“ Ein Blick durch die Halle zeigt: Das sind die „Motoren- und Traktorenfreunde Hiddenhausen“ ganz offensichtlich.

„Über 800 Besucher an einem einzigen Tag. Das riesige Interesse der Öffentlichkeit ist eine tolle Bestätigung für unsere Arbeit.“

Schweres Gerät im Anmarsch

Die mehrere Tonnen wiegenden Aggregate nach Hiddenhausen zu bekommen, gleicht oft einem Kraftakt. Wolfgang Schmidt, federführend für die wwww.schroeder-bikes.de Bünder Straße 14 | 32120 Hiddenhausen Paderborner Straße 8 | 33161 Hövelhof Holter Straße 213| 33758 Schloß Holte-Stukenbrock 3 x in OWL Ein Unternehmen der Schröder Team Mobility GmbH & Co. KG · Industriestraße 19 · 33689 Bielefeld GEMEINSAM AUF EINER ROUTE. 7 TRADITION TRIFFT MODERNE technische Wartung der Exponate, gibt einen Einblick, welche Schwierigkeiten dabei zu überwinden sein können: „Der größte Standmotor in unserer Sammlung war früher in einem Sägewerk im Westerwald zuhause. Er wiegt satte 30 Tonnen. Davon gehen allein 8 Tonnen auf das riesige Schwungrad. Innen ist er teilweise mit Beton ausgegossen, dazu stand er auf einem 2 Meter tief in den Boden reichenden Betonsockel. Diesen Koloss aus seiner Werkhalle herauszubekommen, hat uns 5 Tage Schwerstarbeit eingebracht. Dann musste er mit einem Schwertransporter nach Hiddenhausen verfrachtet und hier in der Motorenhalle wieder fest installiert werden. Das war auch nicht ‚ganz ohne‘, um es mal freundlich zu sagen.“

Ein anderer Motor tat übrigens früher im Auftrag der Bundeswehr seinen Dienst, und zwar in einem Atomschutzbunker in Herford. Hier war er für die Stromerzeugung zuständig. Nach zähem Ringen gelang es, ihn vor der Verschrottung zu retten, als der Bunker vor einigen Jahren geschlossen wurde.

Traktoren und Schlepper satt

Das zweite Standbein des „Freundeskreises“: historische Traktoren und Schlepper. Deutz, Lanz, Porsche, Hanomag, Güldner, Fendt und andere – hier ist alles vertreten, was Rang und Namen hat. Und an diesem 1. Mai erwachen etliche dieser Arbeitsgeräte wieder zum Leben. Da kann es schon vorkommen, dass die eine Besucherin oder der eine Besucher mit verklärtem Blick vor einem dieser Arbeitstiere steht und verzückt dem Tuckern und Blubbern des Motors zuhört.

„Wer sich mit motoren auskennt, dem sind unsere ‚ Herforder’ ein Begriff. Mit ihnen erhalten wir die Erinnerung an die alte Motorenfabrik König lebendig.“

Auch zahlreiche alte landwirtschaftliche Geräte wie Erntemaschinen, Pflug, Egge, Heuwender und viele mehr sind heute zu bewundern. In der Summe ergibt das einen maximal authentischen Eindruck, wie Ackerbau und Viehzucht vor einigen Jahrzehnten funktionierten.

Übrigens: Auch der in Hiddenhausen und Umgebung bestens bekannte Planwagen der „Motorenund Traktorenfreunde“ war wieder unterwegs. Gezogen von einem 50 PS Hanomag aus dem Jahr 1954, kreiste er durch das Dorf und sorgte besonders bei den kleinen Fahrgästen für Begeisterung.

„Wir möchten der heutigen Generation zeigen, mit welchen Maschinen und Gerätschaften im vergangenen Jahrhundert gearbeitet wurde“, spricht Edelhard Altmann nicht nur für sich, sondern auch für seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter: „Dafür ist so ein Tag wie heute natürlich ideal.“

Da kann man nur sagen: Anspruch erfüllt. Freuen wir uns also schon auf den nächsten Tag der offenen Tür, wenn es an der Mühlenstraße 12 wieder heißt: Gentlemen, start your engines.

02 / 2024

Dieser Artikel erschien in:

Artikel aus dieser Ausgabe

Auch dieses Jahr war wieder richtig was los beim Tag der offenen Tür der „Motoren- und Traktorenfreunde Hiddenhausen“. 1. Mai und...

Artikel lesen

Die Ausgangslage ist ein wenig unfair. Hiddenhausens Mobilitätsbeauftragte Luca Stellbrink schwingt sich auf ein E-Bike,…

Artikel lesen

Gemeindebücherei! Welche Bilder fallen Ihnen bei diesem Wort ein? Denken Sie an endlos lange Bücherregale? An uralte Leseschinken, bedeckt…

Artikel lesen

Mit dem Programm „Dritte Orte“ fördert die Landesregierung NRW die Gemeindeentwicklung im ländlichen Raum. Mit dieser Förderung soll jetzt…

Artikel lesen

Wenige können von sich behaupten, dass ihr Beruf ein echter Glücksfall ist. Bei Lena Pöpping ist das so, „und manchmal fühlt sich das…

Artikel lesen

Im Juli geht die Fußball-EM in ihre heiße Phase. Für Kids genau die richtige Zeit, um Fußball nicht nur im TV zu schauen, sondern auch…

Artikel lesen

"Bitte nicht Ursula, bitte Uschi“, sagt Uschi Wiesner-Obernolte dem, der sie zum ersten Mal trifft. Uschi ist der bayerische Akzent bis…

Artikel lesen

Fast 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Deutschland mit einem psychisch kranken Elternteil auf. In dieser Situation leistet der…

Artikel lesen
Die Agentur hinter
          den Beiträgen
Zurück
Jetzt zu HOCH5 wechseln!
Du suchst etwas Neues? Möchtest die Werbeagentur wechseln? Dein Projektvorhaben mit uns besprechen? Werbung, die wirkt?

Na dann los. Wir freuen uns.

Auf deine Anfrage. Auf dich.


Und melden uns. Direkt.

Schneller, als du erwartest.
Versprochen.

Jetzt wechseln

Kleine Pause gefällig?
Am besten mit einem klitzekleinen Tipp:
Wir von HOCH5, die wir das hier machen, machen noch viel mehr.
Mehr Content, mehr Werbung, mehr Print und Web.
Neugierig? Dann hier entlang, zur Website unserer Werbeagentur.
Und ansonsten:
Viel Freude beim Weiterlesen!

HOCH5HOCH5HOCH5HOCH5