"Bitte nicht Ursula, bitte Uschi“, sagt Uschi Wiesner-Obernolte dem, der sie zum ersten Mal trifft. Uschi ist der bayerische Akzent bis heute nicht verloren gegangen, auch wenn sie seit Jahrzehnten hier in Hiddenhausen lebt, der Liebe wegen hergezogen ist. „Anfangs war es schon eine unglaubliche Umstellung und manches Mal habe ich geweint, wenn ich meine Schwester in München besucht habe und wieder nach Hause, nach Hiddenhausen gefahren bin. Vermissen tue ich einfach die Berge, die Biergärten, die Freunde.“
"Bitte nicht Ursula, bitte Uschi“, sagt Uschi Wiesner-Obernolte dem, der sie zum ersten Mal trifft. Uschi ist der bayerische Akzent bis heute nicht verloren gegangen, auch wenn sie seit Jahrzehnten hier in Hiddenhausen lebt, der Liebe wegen hergezogen ist. „Anfangs war es schon eine unglaubliche Umstellung und manches Mal habe ich geweint, wenn ich meine Schwester in München besucht habe und wieder nach Hause, nach Hiddenhausen gefahren bin. Vermissen tue ich einfach die Berge, die Biergärten, die Freunde.“
All das: Längst Geschichte. Geholfen hat ihr dabei, hier wirklich sesshaft zu werden, nicht nur anzukommen, sondern sich richtig wohlzufühlen, vor allem ihr Ehrenamt. „Ich wollte einfach etwas Ehrenamtliches machen – entweder mit Kindern oder mit Tieren“, erzählt die heute 74-Jährige gelernte Bilanzbuchhalterin. Hunde hat sie beim Tierheim in Bad Salzuflen ausgeführt, „aber irgendwie war mir die Fahrerei dann doch zu aufwändig“. Also hat sie in der Nachbarschaft nachgefragt, ist rüber zum ehemaligen AWO-Hort „Die Buntspatzen“ gegangen und ist dort – wie heute auch, nur auf andere Art und Weise – mit offenen Armen empfangen worden. „Menschen, die sich hier ehrenamtlich engagieren wollen, sind immer herzlich willkommen und können sich gerne direkt melden“, sagt dann auch Kerstin Jierchhoff, die die AWO-Ganztagesgruppe an der Grundschule leitet. Gerade durch und nach der Coronazeit sei die Zahl derer, die hier mithelfen, mitspielen, vorlesen, leider gesunken.
Seit 23 Jahren im Ehrenamt für Kinder aktiv
Ganz anders ist das bei Uschi Wiesner-Obernolte. „Immer wenn ich hierherkomme, umringt mich eine Traube von Kindern, ist das ein offenes Inden-Arm-Nehmen“, freut sich die Hiddenhauserin, die selbst keine Kinder hat. „Leider“, sagt sie und weiß: irgendwie sind das hier ihre Kinder geworden. „Es gibt junge Menschen, fast schon Erwachsene, denen ich vor vielen Jahren hier vorgelesen habe und die mich heute von Weitem grüßen, in den Arm nehmen, wenn ich sie in der Stadt treffe“, sagt Uschi Wiesner-Obernolte – und strahlt. Angefangen hat sie vor 18 Jahren hier in der Kinderbetreuung, die Zeit vergehe dabei unglaublich schnell, erzählt sie. So schnell sogar, dass man mit den Jahren schon mal durcheinanderkommen kann. „Ich habe mal nachgerechnet, es sind ganze 23 Jahre“, sagt Kerstin Jierchhoff und beide müssen lachen – eine gefühlte Ewigkeit ist es so oder so.
Vorlesen und zuhören
Als Lesepatin kommt Uschi jeden Mittwochnachmittag hier in Oetinghausen in die Grundschule, schnappt sich ein Buch und dann wird vorgelesen. „Ich habe ja die Erstklässler, da ist es mit dem eigenen Lesen der Kinder noch nicht so weit her. Aber manchmal staune ich doch, wie gut es schon geht“, sagt die, die am liebsten zu den echten Klassikern greift. „Mal nehme ich mir das Sams, dann die Raupe Nimmersatt. So Fantasy- oder zu spannende Bücher sind für die Kinder ja noch nichts – und für mich eigentlich auch nicht“, sagt die 74-Jährige schmunzelnd, die zwei Stunden lang nicht nur liest und spielt, sondern auch in den Arm nimmt, mal eine Schulter zum Anlehnen bietet, einfach da ist, zuhört, mitlacht, Zeit und Aufmerksamkeit mitbringt. Dennoch – oder gerade deshalb – ist sie sich sicher: „Ich bekomme hier mehr zurück, als ich gebe – viel mehr!“
Wer sie fragt, wie lange sie hier noch als Lesepatin jede Woche vorbeischauen, auch in den Ferien am Ferienprogramm helfend teilnehmen will, der erntet ein lachendes Achselzucken. „So lange, wie ich mich fit und mich wohl dabei fühle“, lautet die Antwort. Und die Gewissheit: „Das darf gerne noch sehr lange so weitergehen. Hier bin ich genau richtig, hier werde ich gebraucht und wenn ich in die strahlenden Kinderaugen schaue, dann weiß ich, dass ich seit 18, ach, seit 23 Jahren alles genau richtig mache.“
Auch dieses Jahr war wieder richtig was los beim Tag der offenen Tür der „Motoren- und Traktorenfreunde Hiddenhausen“. 1. Mai und...
Die Ausgangslage ist ein wenig unfair. Hiddenhausens Mobilitätsbeauftragte Luca Stellbrink schwingt sich auf ein E-Bike,…
Gemeindebücherei! Welche Bilder fallen Ihnen bei diesem Wort ein? Denken Sie an endlos lange Bücherregale? An uralte Leseschinken, bedeckt…
Mit dem Programm „Dritte Orte“ fördert die Landesregierung NRW die Gemeindeentwicklung im ländlichen Raum. Mit dieser Förderung soll jetzt…
Wenige können von sich behaupten, dass ihr Beruf ein echter Glücksfall ist. Bei Lena Pöpping ist das so, „und manchmal fühlt sich das…
Im Juli geht die Fußball-EM in ihre heiße Phase. Für Kids genau die richtige Zeit, um Fußball nicht nur im TV zu schauen, sondern auch…
"Bitte nicht Ursula, bitte Uschi“, sagt Uschi Wiesner-Obernolte dem, der sie zum ersten Mal trifft. Uschi ist der bayerische Akzent bis…
Fast 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Deutschland mit einem psychisch kranken Elternteil auf. In dieser Situation leistet der…
Na dann los. Wir freuen uns.
Auf deine Anfrage. Auf dich.
Und melden uns. Direkt.
Schneller, als du erwartest.