Hektik? Kommt nicht auf. Nicht einmal jetzt, wo die Eröffnung kurz bevor, der Lieferant der Fensterbeklebungen aber irgendwie noch auf dem Schlauch zu stehen scheint. Aber sich stressen lassen? Bringt alles nichts. Sagt Milan Walburg, 31 Jahre jung und dennoch ein ausgeschlafener Hase, wenn es darum geht, in der Gastronomie zu arbeiten. Dass er das wollte – und dass er irgendwann etwas Eigenes wollte –, wusste er schon im Alter von vier Jahren. Damals sah er den Nachbarn zu, die ein großes Grillfest organisierten, schaute fasziniert den Kellnerinnen zu, die stapelweise Teller wuchteten und wusste: Irgendwann schaffe ich das auch. Es folgten: Schule, Ausbildung zum Hotelfachmann, Mitarbeiter im Nichtschwimmer, im
Hektik? Kommt nicht auf. Nicht einmal jetzt, wo die Eröffnung kurz bevor, der Lieferant der Fensterbeklebungen aber irgendwie noch auf dem Schlauch zu stehen scheint. Aber sich stressen lassen? Bringt alles nichts. Sagt Milan Walburg, 31 Jahre jung und dennoch ein ausgeschlafener Hase, wenn es darum geht, in der Gastronomie zu arbeiten. Dass er das wollte – und dass er irgendwann etwas Eigenes wollte –, wusste er schon im Alter von vier Jahren. Damals sah er den Nachbarn zu, die ein großes Grillfest organisierten, schaute fasziniert den Kellnerinnen zu, die stapelweise Teller wuchteten und wusste: Irgendwann schaffe ich das auch. Es folgten: Schule, Ausbildung zum Hotelfachmann, Mitarbeiter im Nichtschwimmer, im Mellow Gold als Schichtleiter, dann als rechte Hand im Café Gemach von Inhaber Benjamin Wabnitz, den irgendwie alle nur Benni nennen. Auch da stand fest: Wenn wir etwas Passendes finden, dann machen wir gemeinsam etwas Weiteres auf. Zwei Jahre lang suchten sie im Bielefelder Westen. Und fanden: Nichts. Dann nahm Milans Vater seinen Sohn mit in den Stadtteil, der ihre Heimat ist: Sieker. Da machte gerade ein Café zu. Warum also nicht genau da eins aufmachen? Fragte sich Milan nicht lange, sondern wusste direkt: Das wird’s. Das Café Gemach 2.0. Aber so nennen konnte er es natürlich nicht. Und so öffnet nun, ganz gleich ob mit Logobeklebung oder ohne an den Fenstern, das Café Gemach Bäckerplatz.
Das ist vor allem eins: Konkurrenzlos. Weil es gar keine Mitbewerber gibt. Laufkundschaft? Wohl auch eher Fehlanzeige. Aber das war anfangs beim Café Gemach in der Altstadt nicht anders und außerdem wird es genug Menschen rundherum geben, die sich sagen: 'N Kaffee, 'n Stück Kuchen wäre jetzt schön. Aber die Fahrt in die Innenstadt? Eher nicht so. Die kommen dann hierher. Setzen sich an einen der insgesamt 18 Plätze und finden etwas vor, das dem Mutter-Café an der Neustädter Straße aufs Haar gleicht. Gleiche Lampen, gleiche Speisekarte, gleiche Tische, Stühle, Stimmung, Linie, Stil. Also auf den ersten Blick. Der Kenner sieht: 90 Prozent stimmen überein. Die anderen 10? Sind kleine, feine Unterschiede. Am Sonntag gibt es hier auch einen Brötchenverkauf, die Frühstückszeit endet hier erst um 13 Uhr, eine Mittagskarte sucht der Neugierige vergeblich und abgeschlossen wird eine halbe Stunde eher, um 17:30 Uhr. Auch das ein Grund, warum Milan und Benni nicht stöhnen mussten, als sie Personal suchten – sondern lächeln, sich die Crème de la Crème aussuchen konnten. Beide kommen sie aus der Abendgastroszene, beide wissen sie: Das will eigentlich niemand. Der Partner nicht, das Umfeld nicht – und man selbst eigentlich auch nicht. Da ist es nur verlockend, jeden Abend nicht an Gäste, sondern an sich selbst denken zu können.
Damit das nun auch am Bäckerplatz klappt, wurde gute drei Wochen lang geputzt und aufgeräumt, gestrichen und angebracht, gebohrt, aufgestellt und angeschlossen, ehe es jetzt, Anfang Dezember, direkt losgehen kann. Ein paar Tage vorher füllt sich schon das dicke Buch mit ersten Reservierungen, stapeln sich die Speisekarten, ist die Kuchentheke wohl zum letzten Mal leer. Mittendrin: Milan, der sich das Grinsen kaum verkneifen kann. Fühlt sich gut an. So richtig gut. Sagt er nicht. Aber sieht man ihm an. Ob er auch selbst kellnern, selbst Teller zu den Tischen bringen wird? Natürlich. Ob es mehr sind als damals, bei den Kellnerinnen, in frühester Kindheit? Schwer zu beantworten. So wie die Frage, ob es irgendwann doch noch klappt, mit dem Café Gemach 3.0 im Bielefelder Westen. Ist jetzt kein Thema mehr. Erst einmal. Erst einmal das Pflänzchen hier großziehen. Und dann weiter sehen. Er sagt das wirklich so: Nur keine Eile. Gemach, gemach.
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