Vanlife? Das klingt nach einsamen Stränden, nach winzigen Lichtungen in unendlichen Wälderweiten, nach menschenleeren Bergwelten, nach nicht enden wollenden Dünenlandschaften – in denen genau ein Wohnmobil steht. Autark, von der Außenwelt abgeschnitten.
Vanlife? Das klingt nach einsamen Stränden, nach winzigen Lichtungen in unendlichen Wälderweiten, nach menschenleeren Bergwelten, nach nicht enden wollenden Dünenlandschaften – in denen genau ein Wohnmobil steht. Autark, von der Außenwelt abgeschnitten.
Vanlife? Das sieht ganz anders aus, wissen Sebastian und Maximilian. Der eine, Sebastian nämlich, war vor ein paar Jahren mit seiner Familie und vor allem mit der romantischen Vorstellung von Einsamkeit und Camperdasein in Skandinavien. Und erlebte das genaue Gegenteil. Der andere, Maximilian, kennt das auch: Da freust du dich auf das echte, das wilde Abenteuer – und stehst entweder Stirn an Stirn mit einem Grundbesitzer oder gleich erst Schlange, dann in einer Reihe mit hunderten anderen Campern, die allein sein wollen und in der Menge untergehen.
Das muss auch anders gehen. Sind sich die beiden sicher, als sie wieder zuhause sind, in der Mensa der Paderborner Uni sitzen. Beide studieren gerade Wirtschaftsingenieurwesen, Masterstudiengang, und denken sich: Lass uns doch einfach mal versuchen, das Problem zu lösen.
Drei weitere Mitstreiter und ein paar Investoren waren schnell gefunden, der Name Vansite ebenso und so begann eine Reise, die genau dann startete, als die Camperbranche explodierte. Plötzlich war die Coronakrise und damit die Hochzeit der Camper da – Bestellungen aus damaliger Zeit werden sogar noch heute abgearbeitet. Mit immer mehr Fahrzeugen wurden aber auch immer mehr Probleme sichtbar. Wo sollen die alle stehen, wie kommt das Abenteuer nicht zu kurz? Die Antwort: mit neuen Gastgebern.
Sebastian, Maximilian und ihre Freunde und Geschäftspartner recherchierten und telefonierten, fuhren vorbei und klingelten durch. Die Antworten waren meist identisch: Ja, klingt spannend, können wir uns vorstellen. Sagten Forstbesitzer und Landwirte, Wieseneigentümer und Großgrundstückbesitzer. Sagten aber auch: Hauptsache, jeder nimmt auch seinen Müll mit, hinterlässt alles so, wie er es vorgefunden hat.
All das: Anfangs auch die größte Sorge der Vansite-Gründer. Heute wissen sie: Die Sorgen hätten sie sich nicht zu machen brauchen. Denn wer heute campt, wer mit einem meist teuren Camper unterwegs ist, der weiß sich zu benehmen, die Natur zu schützen, seinen Müll feinsäuberlich zusammenzusammeln, mitzunehmen.
Eine Ausnahme hat es mal gegeben. Da hat ein Camper und Nutzer von Vansite tatsächlich eine gefüllte Mülltüte an die Tür des Gastgebers gehängt – allerdings auch einen Zehn-Euro-Schein als Dankeschön für die Entsorgung. Geht schlechter. Sagen die beiden, die jedem Camper ein unschlagbares Angebot über ihre Plattform machen. Wenn du magst, zahlst du jährlich 349 Euro und darfst jeden der rund 3.000 Stellplätze bei 1.700 Gastgebern nutzen. Wenn du es ungebundener magst, dann buch einfach einfach und zahle dann auch pro Übernachtung. Eine gut fünfstellige Anzahl an Vansite-Nutzern entscheidet sich aktuell zwischen den beiden Varianten – Tendenz steigend. Und damit das so bleibt, damit nicht doch plötzlich mehr versprochen als gehalten wird, setzte sich Maximilian auch in diesem Sommer in den Camper und fuhr los. Über Deutschland nach Österreich, weiter nach Italien bis runter zum Ätna nach Sizilien. Selbst da gibt es einen Vansite-Gastgeber, der nicht nur mit Blick auf, sondern direkt am Fuße des Vulkans einen Stellplatz vermietet. Jede Nacht verbrachte Maximilian an anderer Stelle, schaute nach und genau hin, fotografierte, ließ die Drohne aufsteigen und verteilte – in digitaler Form – Plaketten,, wenn alles so wie gedacht und gewünscht vorgefunden wurde. Kontrolle ist eben doch besser als blankes Vertrauen. Aber auch hier: Beschweren können sie sich nicht, ihre Gastgeber wissen, dass sie ohne Plattform kaum eine Chance haben, ihre Stellplätze zu vermieten. Und verhalten sich entsprechend. Bei 40 Prozent von ihnen gibt es auch Strom, Wasser und WC. Wer auch noch außerhalb der eigenen vier Wände auf vier Rädern duschen möchte, kommt bei rund 30 Prozent der Gastgeber zum Zuge.
Apropos zum Zuge: Selbst, also nicht beruflich campen? Waren die beiden schon lange nicht mehr. Zu viel zu tun. Aber für den kommenden Sommer haben sie sich das fest vorgenommen. An passenden Stellplätzen, entlegen, einsam, mit keinem oder maximal zwei Nachbarn auf vier Rädern, wird es ihnen dann nicht mangeln.
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Nur noch 6 Monate
Eigentlich sollte es ja Whisky werden. Aber das dauert. Lange. Sehr lange. Dann vielleicht doch mit einem echten, einem…
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