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STURKOPF Korn: Eine Erfolgsgeschichte aus Ostwestfalen

"Nur noch 6 Monate"

Nur noch 6 Monate

Eigentlich sollte es ja Whisky werden. Aber das dauert. Lange. Sehr lange. Dann vielleicht doch mit einem echten, einem ostwestfälischen Korn starten? Und ganz heimlich doch daran glauben, dass aus ihm mal ein Whisky werden könnte?

Passt in jedes Regal, in jede Bar: Sturkopf Korn.

Eigentlich sollte es ja Whisky werden. Aber das dauert. Lange. Sehr lange. Dann vielleicht doch mit einem echten, einem ostwestfälischen Korn starten? Und ganz heimlich doch daran glauben, dass aus ihm mal ein Whisky werden könnte?

Eigentlich wird der Ostwestfalen-Mule in der Bar 383 im Tonbecher serviert. Aber das ist längst nicht so fotogen wie im Glas.
Korn gefällig? In Bielefeld gibt es den Sturkopf exklusiv in der Bar 383.

Die Geschichte fängt an, wie Jungsgeschichten so anfangen. Corona, Ausgangssperre, Langeweile, Durst und Tatendrang sind die Inhaltsstoffe für etwas, das eigentlich ein Whiskey werden sollte. Also wenn es nach Kevin, Maik und Patrick ging. Mit Whisky – also vor allem dem Trinken – kennen sie sich aus, nur ahnen sie damals, zum Start von Corona nicht, dass die edlen Tropfen nicht nur in 225-Liter-Fässern gelagert werden müssen, sondern sich viele Vorschriften um ihn ranken.

Dann eben nicht. Haben sich die drei Jungs gesagt. Und sind umgeschwenkt. Auf Korn. Schlicht, hart, mit Wumms. Bei Korn, da denken die Älteren unter uns an Fanta-Korn, an günstiges Betrinken in kürzester Zeit. Oder an noch Ältere, die sich einen Korn einkippten, wenn die Füße kalt, das Herz schwer ist. Müsste das nicht auch anders gehen? Weniger Wumms, mehr Geschmack? Die Frage ließ sich nur im Selbsttest beantworten. Also begannen die drei, man muss das so sagen, zu trinken. Tranken sich durchs Angebot, durch die Mitbewerber, tranken weiter und fanden eine passende Manufaktur im Münsterland, welche den gewünschten Korn, nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen für sie brannte. Somit war der STURKOPF Korn geboren.

Die Testphase war anstrengend. Und hoch prozentig. Kevin Niemeyer hat sie gemeistert.

Es habe schließlich etwas gedauert, bis die Rezeptur stand, das Logo designt, die erste Flasche abgefüllt war. Auch dieser Weg: eher feuchtfröhlich. Manches Mal mussten sie in der Destillerie sogar übernachten, weil an Nachhausefahren nicht mehr zu denken war. Heute ist das anders. Heute bekommen sie die Flaschen mit Korken und Schrumpfkapseln nach Bielefeld geliefert. Das Finishing, das kleben des Etikettes, ist dann noch echte Handarbeit in Bielefeld. Verkauft wird dann im Shop, auch bei REWE Quermann, wo nicht lange gefragt, sondern gleich ein kleiner Aufsteller freigeräumt wurde. Schnaps aus Ostwestfalen? Klingt doch nach echter Tradition. Und tatsächlich hat es den hier eigentlich immer gegeben, nur eben nicht als edlen Tropfen, sondern in der Glasflasche zu sieben Euro.

Als wir zum Tasting gefahren sind, mussten wir – während Corona natürlich verboten – auch mal in der Destillerie übernachten, weil niemand von uns mehr fahrtüchtig war.

Als die drei nach einem Arminia-Spiel durchgefroren vor der Bar 383 in Bielefelder Bermuda-Dreieck stehen, heißt es erst: wegen Überfüllung geschlossen. Irgendwann hilft das Betteln und Flehen dann doch, man kommt ins Gespräch, erzählt vom STURKOPF Korn, kommt am nächsten Morgen wieder und seitdem steht nicht nur der Schnaps, sondern auch der „Ostwestfalen-Mule“, der Cocktail, der auf dem STURKOPF basiert, mit Kreide auf den großen Tafeln. 500 bis 700 Flaschen mit dem Eseletikett werden so Jahr für Jahr abgefüllt, werden pur oder eben mit Gingerbeer, Limette, einem Schuss Apfelsaft und Minze verfeinert. Eine Erfolgsgeschichte also, eine hochprozentige sogar.

Nur das mit dem Whisky haben sie nicht ganz vergessen. Und auf dem Weg dahin ihren STURKOPF Korn schon mal zwei Jahre und fünf Monate lang in einem Eichenfass gelagert. Das Ergebnis: So schnell vergriffen, dass sie selbst auf der Messe in Bremen nach anderthalb Tagen mit den Achseln zucken mussten. Sorry. Alles weg. Drei Flaschen haben sie noch – allerdings eher fürs Archiv und nicht für den Verkauf. Aber Nachschub kommt. Und irgendwann auch der Sturkopf-Whisky. Wenn es den dann überhaupt noch braucht.

Weihnachten 2023

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