Also schwingt sich Alex Kettermann vom Fahrersitz, öffnet die Heckklappe seines Transporters und hievt nach und nach ein mein Siggi-Leihrad nach dem anderen aus dem Innenraum auf die Strasse.
Wir stehen vor dem Parkhaus an der Rückseite des Hauptbahnhofs, eben sind die Züge mit den Studierenden gekommen und mit ihnen die hier aufgereihten meinSiggi-Räder gegangen. Oder besser: weggeradelt. All das: ein ganz normaler Vorgang und so gewollt. Genau dafür sind dann auch Serviceleiter Alex und sein Team da, die per App kontrollieren, wo gerade wie viele Leihräder stehen. Und wo eben nicht. Streng genommen gehören sie zum Unternehmen nextbike by TIER, Deutsch- lands größtem Bike-Sharing-Anbieter, sind hier in Bielefeld aber für moBiel im Fahrradverleihsystem meinSiggi unterwegs und irgendwie sind Grenzen und Wahrnehmung nicht trennscharf – was ja am Ende auch ziemlich schnuppe ist.
Zehn Räder lässt er hier, die Sonne lädt über ein Solarpanel vorne am Rad Sender und Schloss auf. Wer in die Leihpedale treten möchte, lädt sich die neue moBiel YOU App herunter, registriert sich, leiht ein Fahrrad und fährt einfach los. Kosten? Ein Euro die halbe Stunde. Rechnet Jana Wörmann, Produktmanagerin Fahrräder bei moBiel, vor. Also maximal. Denn es gibt Vergünstigungen für Studierende, für Stadtwerkekunden, für die Abonnenten, die auch sonst mit moBiel unterwegs sind und viele andere. Einen Euro? Zahlen also eigentlich die wenigsten. Weiß die 28-Jährige und nicht nur sie findet: Das ist doch mal ein faires Angebot. Gefahren wird mit Modellen, die der Dienstleister nextbike by TIER selbst entwickelt hat.
Getrimmt aut maximale Haltbarkeit sind sie keine echten Sprinter, sondern eher Gleiter. dafür gedacht, lange zu halten, nicht zu mucken und möglichst unkaputtbar zu sein.
Alle haben sieben Gänge, manche von ihnen schon einige Jahre auf Buckel beziehungsweise Sattel – und sehen immer noch gut in Schuss aus. Was daran liegt, dass Alex plus Kollegen eben nicht nur aus- sondern auch einladen. Dass sie noch vor Ort schauen: Passt alles, läuft alles? Häufigstes Manko: Zu wenig Luft auf den Reifen. Wenn du den ganzen Tag über kontrollierst, immer und immer wieder zur Luftpumpe greifst, dann können die Arme abends ganz schön schmerzen. Sagt Alex und erzählt, dass sie die kleinen Reparaturen direkt vor Ort übernehmen, die größeren Sachen lieber in der Werkstatt erledigen. Wer aber glaubt, dass die Räder alles andere als pfleglich behandelt werden, im Nichts abgestellt oder direkt mit in die eigene Wohnung genommen werden, der irrt. Eigentlich sind wir mit der Liebe, die unseren Rädern entge- gengebracht wird, rundum zufrieden. Sagt Jana mit einem Augenzwinkern. Sicher, der ein oder andere Mieter muss mal dank GPS-Ortung daran erinnert werden, dass es in Bielefeld rund 60 Stationen und sogenannte Flex-Straßen gibt, an denen man die Räder abstellen darf – und eben nicht überall. Aber auch das: eher die Ausnahme.
Insgesamt stehen 650 meinSiggi-Räder für die Ausleihe in Bielefeld zur Verfügung, alle noch angetrieben ausschließlich mit Muskelkraft. Aber auch das wird sich ändern. Die Anschaffung von 50 Pedelecs ist kurzfristig geplant, genauso leicht über die moBiel YOU App mietbar und nur ein wenig teurer. Für Alex kommt dann noch das Aufladen der Pedelecs, die Kontrolle der Reichweitenstände hinzu, aber auch das: mach- und schaffbar. Und längst durchdacht und organisiert.
Wir schwingen uns mit ins Führerhaus des Transporters und fahren ein paar Meter mit, zum REWE Center Quermann in Babenhausen. Hier steht, was es gleich viermal in Bielefeld gibt: Ein meinSiggi-Lastenrad. Oder besser: gleich zwei. Lange bitten, dass hier ein solcher Standort aufgebaut werden konnte, musste Jana Wörmann beim Inhaber nicht. Ganz im Gegenteil. Es komplettiert das Konzept des REWE-Marktes perfekt.
Die Handhabung für den Ausleiher ist allerdings ein wenig erklärungsbedürftig. Denn die Lastenräder sollen hierbleiben, also schon unterwegs sein, aber immer wieder zurückkommen. Heißt: Im Optimalfall radelt man mit einem normalen Leihrad hierher, kauft ein, fährt die Einkäufe mit dem Lastenrad nach Hause, wieder zurück zum REWE und mit dem normalen Leihrad wieder heim. Anders? Geht es leider nicht, weil die vier Lastenräder dann überall, aber meist nicht am Einkaufsort abgestellt werden. Erklärt Jana Wörmann. Die weiß auch, dass die durchschnittliche Leihe meist nur 1,5 bis 2 Kilometer lang ist – also ist das Hin- und Herfahren alles andere als aufwändig. Wer sie weiter nach Zahlen fragt, der bekommt erstaunliche Antworten. Jetzt, im Sommer, werden mehr Räder denn je gemietet. Das sind dann auch schon mal 30.000 Leihen – pro Monat. So kann die Produktmanagerin schon jetzt von einem echten Erfolgsprojekt sprechen. Dem kann Serviceleiter Alex nur zustimmen. Auch wenn er bei einigen Anrufen und Meldungen, die er bekommt, weiß: Wenn es ein Problem gibt, dann ist es häufiger der Fahrer als das Fahrrad. Da wird schon mal angerufen, weil nicht bekannt ist, wie sich das Schloss öffnen, der Sattel verstellen lässt. Eine Lösung gibt es aber eigentlich immer. Sagt Alex und schwingt sich wieder auf den Fahrersitz. Und zur Not hat er immer noch zwei, drei sofort einsatzbereite Bikes hinten im Laderaum. Sicher ist sicher.
Schön sei es, solch ein wichtiges Projekt zu begleiten", sagt Jana. Weniger schön, dass es sie nicht so richtig loslasse, auch in ihrer Freizeit nicht.
Ist sie abends, am Wochenende in Bielefeld unterwegs, läuft sie an einem meinSiggi-Rad vorbei, das der Sturm umgeweht hat, das einfach nur unklug geparkt wurde und jetzt im Weg steht, dann packt sie an, stellt auf und um. Ist halt ne Leidenschaft, das mit den Leihrädern. Sagt sie. Für sie. Und gerne für noch ein bisschen mehr Bielefelder.
Alle weg? Kann ja eigentlich nicht. Denken wir. Für Alex? Ganz normal. Er hat ja neue dabei.
Also schwingt sich Alex Kettermann vom Fahrersitz, öffnet die Heckklappe seines Transporters und hievt nach und nach ein mein Siggi-Leihrad nach dem anderen aus dem Innenraum auf die Strasse.
Wir stehen vor dem Parkhaus an der Rückseite des Hauptbahnhofs, eben sind die Züge mit den Studierenden gekommen und mit ihnen die hier aufgereihten meinSiggi-Räder gegangen. Oder besser: weggeradelt. All das: ein ganz normaler Vorgang und so gewollt. Genau dafür sind dann auch Serviceleiter Alex und sein Team da, die per App kontrollieren, wo gerade wie viele Leihräder stehen. Und wo eben nicht. Streng genommen gehören sie zum Unternehmen nextbike by TIER, Deutschlands größtem Bike-Sharing-Anbieter, sind hier in Bielefeld aber für moBiel im Fahrradverleihsystem meinSiggi unterwegs und irgendwie sind Grenzen und Wahrnehmung nicht trennscharf – was ja am Ende auch ziemlich schnuppe ist.
Zehn Räder lässt er hier, die Sonne lädt über ein Solarpanel vorne am Rad Sender und Schloss auf. Wer in die Leihpedale treten möchte, lädt sich die neue moBiel YOU App herunter, registriert sich, leiht ein Fahrrad und fährt einfach los. Kosten? Ein Euro die halbe Stunde. Rechnet Jana Wörmann, Produktmanagerin Fahrräder bei moBiel, vor. Also maximal. Denn es gibt Vergünstigungen für Studierende, für Stadtwerkekunden, für die Abonnenten, die auch sonst mit moBiel unterwegs sind und viele andere. Einen Euro? Zahlen also eigentlich die wenigsten. Weiß die 28-Jährige und nicht nur sie findet: Das ist doch mal ein faires Angebot. Gefahren wird mit Modellen, die der Dienstleister nextbike by TIER selbst entwickelt hat.
Getrimmt aut maximale Haltbarkeit sind sie keine echten Sprinter, sondern eher Gleiter. dafür gedacht, lange zu halten, nicht zu mucken und möglichst unkaputtbar zu sein.
Alle haben sieben Gänge, manche von ihnen schon einige Jahre auf Buckel beziehungsweise Sattel – und sehen immer noch gut in Schuss aus. Was daran liegt, dass Alex plus Kollegen eben nicht nur aussondern auch einladen. Dass sie noch vor Ort schauen: Passt alles, läuft alles? Häufigstes Manko: Zu wenig Luft auf den Reifen. Wenn du den ganzen Tag über kontrollierst, immer und immer wieder zur Luftpumpe greifst, dann können die Arme abends ganz schön schmerzen. Sagt Alex und erzählt, dass sie die kleinen Reparaturen direkt vor Ort übernehmen, die größeren Sachen lieber in der Werkstatt erledigen. Wer aber glaubt, dass die Räder alles andere als pfleglich behandelt werden, im Nichts abgestellt oder direkt mit in die eigene Wohnung genommen werden, der irrt. Eigentlich sind wir mit der Liebe, die unseren Rädern entgegengebracht wird, rundum zufrieden. Sagt Jana mit einem Augenzwinkern. Sicher, der ein oder andere Mieter muss mal dank GPS-Ortung daran erinnert werden, dass es in Bielefeld rund 60 Stationen und sogenannte Flex-Straßen gibt, an denen man die Räder abstellen darf – und eben nicht überall. Aber auch das: eher die Ausnahme.
Insgesamt stehen 650 meinSiggi-Räder für die Ausleihe in Bielefeld zur Verfügung, alle noch angetrieben ausschließlich mit Muskelkraft. Aber auch das wird sich ändern. Die Anschaffung von 50 Pedelecs ist kurzfristig geplant, genauso leicht über die moBiel YOU App mietbar und nur ein wenig teurer. Für Alex kommt dann noch das Aufladen der Pedelecs, die Kontrolle der Reichweitenstände hinzu, aber auch das: mach- und schaffbar. Und längst durchdacht und organisiert.
Wir schwingen uns mit ins Führerhaus des Transporters und fahren ein paar Meter mit, zum REWE Center Quermann in Babenhausen. Hier steht, was es gleich viermal in Bielefeld gibt: Ein meinSiggi-Lastenrad. Oder besser: gleich zwei. Lange bitten, dass hier ein solcher Standort aufgebaut werden konnte, musste Jana Wörmann beim Inhaber nicht. Ganz im Gegenteil. Es komplettiert das Konzept des REWE-Marktes perfekt.
Die Handhabung für den Ausleiher ist allerdings ein wenig erklärungsbedürftig. Denn die Lastenräder sollen hierbleiben, also schon unterwegs sein, aber immer wieder zurückkommen. Heißt: Im Optimalfall radelt man mit einem normalen Leihrad hierher, kauft ein, fährt die Einkäufe mit dem Lastenrad nach Hause, wieder zurück zum REWE und mit dem normalen Leihrad wieder heim. Anders? Geht es leider nicht, weil die vier Lastenräder dann überall, aber meist nicht am Einkaufsort abgestellt werden. Erklärt Jana Wörmann. Die weiß auch, dass die durchschnittliche Leihe meist nur 1,5 bis 2 Kilometer lang ist – also ist das Hin- und Herfahren alles andere als aufwändig. Wer sie weiter nach Zahlen fragt, der bekommt erstaunliche Antworten. Jetzt, im Sommer, werden mehr Räder denn je gemietet. Das sind dann auch schon mal 30.000 Leihen – pro Monat. So kann die Produktmanagerin schon jetzt von einem echten Erfolgsprojekt sprechen. Dem kann Serviceleiter Alex nur zustimmen. Auch wenn er bei einigen Anrufen und Meldungen, die er bekommt, weiß: Wenn es ein Problem gibt, dann ist es häufiger der Fahrer als das Fahrrad. Da wird schon mal angerufen, weil nicht bekannt ist, wie sich das Schloss öffnen, der Sattel verstellen lässt. Eine Lösung gibt es aber eigentlich immer. Sagt Alex und schwingt sich wieder auf den Fahrersitz. Und zur Not hat er immer noch zwei, drei sofort einsatzbereite Bikes hinten im Laderaum. Sicher ist sicher.
Schön sei es, solch ein wichtiges Projekt zu begleiten", sagt Jana. Weniger schön, dass es sie nicht so richtig loslasse, auch in ihrer Freizeit nicht.
Ist sie abends, am Wochenende in Bielefeld unterwegs, läuft sie an einem meinSiggi-Rad vorbei, das der Sturm umgeweht hat, das einfach nur unklug geparkt wurde und jetzt im Weg steht, dann packt sie an, stellt auf und um. Ist halt ne Leidenschaft, das mit den Leihrädern. Sagt sie. Für sie. Und gerne für noch ein bisschen mehr Bielefelder.
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