Steinpilze. Fragt man Cindy, wonach sie auf ihren Wanderungen eigentlich am häufigsten gefragt wird, dann sind es die aromatischen Speisepilze mit dem bräunlichen Hut. Doch die? Sucht man hier, irgendwo im Nirgendwo des Teutoburger Waldes, vergeblich. Und das nicht etwa, weil gerade Frühling ist. Sondern weil Steinpilze, das weiß Cindy, so gar nichts mit dem nährstoffreichen Boden anfangen können, über den wir gerade spazieren. Etliche andere Pilze und Pflanzen hingegen? Fühlen sich genau hier wohl und heimisch. Rotfußröhrlinge, lila Lacktrichterlinge, Parasolpilze, nennt die 28-Jährige nur einige der exotischen Namen – und macht die anfängliche Steinpilz-Enttäuschung ihrer Gäste damit schnell vergessen.
Jedes Wochenende ist Cindy im Wald unterwegs. Manchmal einmal, manchmal bis zu viermal. Immer im Schlepptau: Eine Gruppe neugieriger Menschen, manchmal nur vier, regelmäßig sogar bis zu vierzehn. Von eigentlich-noch-zu-jung bis nicht-mehr-ganz-so-gut-zu-Fuß, von nahbei und weit weg. Bis zu drei Stunden verbringt sie mit ihren Gästen auf den Wanderungen, die sie über Wildschytz gebucht haben – einem Anbieter für Pilz- und Kräuterwanderungen in ganz Deutschland. Cindy selbst ist seit einigen Monaten Teil des Wildschytz-Teams und zuständig für den Raum Bielefeld. Ihr Pflanzenwissen bewies sie dafür zunächst in verschiedenen Online-Tests, ehe auch praktische Prüfungen anstanden. So weiß sie genau, was essbar ist und was besser nicht, welche Kräuter und Pilze wann wo wachsen und warum der Boden des Teutoburger Waldes nicht säuerlich genug für den gemeinen Steinpilz ist. Den Großteil ihrer Kenntnisse hat Cindy ihren Eltern zu verdanken, die sie schon als Kleinkind mitnahmen, um Pilze für das Abendessen oder Kräuter für Tees zu sammeln. Aus Schlesien stammend, gaben sie ihrer Tochter dabei nicht nur traditionelles Wissen, sondern auch die Liebe zur Natur mit an die Hand.Immer tiefer stapft Cindy hinein in den Wald, indem sie mit ihrer gelben Jacke den größten Farbtupfer markiert. Der Winter war lang, nass, trist und grau – der Boden ist von Laub gesäumt, die
Bäume kahl, der Himmel noch grau. Immer wieder
fällt ihr Blick nach unten, immer wieder entdeckt sie
zwischen Blättern und Ästen Wildkräuter, aus denen
sich schmackhafte Salate oder wohltuende Säfte
zubereiten lassen. Lungenkraut, Brennnessel, Schar-
bockskraut, Giersch, Löwenzahn, Sauerklee, Wald-
meister, zählt Cindy auf, was teilweise sogar ganz-
jährig am Wegesrand wächst und fälschlicherweise
als Unkraut gilt. Überhaupt müsse man oftmals nur
besser hinschauen, neugierig sein, wissbegierig, um
zu entdecken, welche Vielfalt und welche Möglich-
keiten der heimische Wald für die Zubereitung von
Speisen biete, sagt sie, ehe uns ein würziger Geruch
in die Nase steigt.
BÄRLAUCH.
Fragt man Cindy, wonach sie auf ihren Wanderungen
am zweithäufigsten gefragt wird, dann ist es das
grüne Wildkraut, das mit seinem Aroma an Knob-
lauch erinnert. Und das Beste? Hier wimmelt es nur
so davon. Nach knapp zwanzig Minuten Fußweg tut
sich ein riesiges Feld der Pflanze vor uns auf, die
von März bis Mai Saison hat. Wer hier ankommt,
darf nicht nur schauen und staunen, sondern auch
probieren und pflücken. Ungefähr eine Handvoll,
nicht mehr, als man auf einmal zu Pesto, Salat oder
Brotaufstrich verarbeiten kann, bittet Cindy ihre
Wandergäste. Und, noch wichtiger: Nur dort, wo
kein Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Denn: Wer
innerhalb solcher Gebiete Bärlauch, Pilze oder an-
dere Wildkräuter erntet und dabei erwischt wird,
dem drohe eine Strafe, appelliert Cindy an das Ver-
antwortungsbewusstsein aller Waldbesucher.
Zurück geht es in Richtung des Wanderwegs, den wir einige Zeit zuvor verlassen haben. Unser Blick schweift vom Boden in die Ferne, dorthin, wo sich eine große Lücke zwischen den Bäumen auftut. Ob ihr der Klimawandel Sorgen bereite? Cindy nickt. Und weiß: Längst ist der Wald nicht mehr der, den sie noch als Kind entdecken durfte. Der Borkenkäfer, das Baumsterben, all das mache sich bemerkbar. So würde Pilzen, die in Symbiose mit Nadelbäumen leben, der Nährboden entzogen, so entstünden Monokulturen, ginge die Artenvielfalt nach und nach verloren. Doch gleichzeitig sehe sie, wie wahnsinnig anpassungsfähig Pflanzen sein können. Und beobachtet, dass in sogenannten Stressjahren, in denen es nach einer langen Hitzeperiode viel regnet, deutlich mehr Pilze sprießen. Ihre Zuversicht? Sei deshalb deutlich größer als die Angst, sagt die Studentin.
Am Parkplatz angekommen, verabschieden wir uns von Cindy. Langsam verschwindet sie in der Ferne, bis nur ein kleiner, gelber Punkt von ihr zurückbleibt. Und mit ihm eins: Das feste Vorhaben, ab sofort noch genauer hinzuschauen.
Über Wildschytz
Wie so viele Gründungen beginnt unsere Geschichte mit zwei Freunden und ihrer jeweiligen Leidenschaft. Aus Fabians Liebe zur Natur und Tobias Leidenschaft für Genuss und gutes Essen wurde die Idee vom Wildschytz geboren“, heißt es auf der Website von Wildschytz. Längst besteht das Team nicht mehr nur aus Fabian und Tobias, sondern aus Dutzenden von Expertinnen und Experten für Pilze und Wildkräuter. Alle Infos & Buchungsmöglichkeiten gibt’s hier
> wildschytz.com
Fragt man Cindy, wonach sie auf ihren Wanderungen eigentlich am häufigsten gefragt wird, dann sind es die aromatischen Speisepilze mit dem bräunlichen Hut. Doch die? Sucht man hier, irgendwo im Nirgendwo des Teutoburger Waldes, vergeblich. Und das nicht etwa, weil gerade Frühling ist. Sondern weil Steinpilze, das weiß Cindy, so gar nichts mit dem nährstoffreichen Boden anfangen können, über den wir gerade spazieren. Etliche andere Pilze und Pflanzen hingegen? Fühlen sich genau hier wohl und heimisch. Rotfußröhrlinge, lila Lacktrichterlinge, Parasolpilze, nennt die 28-Jährige nur einige der exotischen Namen – und macht die anfängliche Steinpilz-Enttäuschung ihrer Gäste damit schnell vergessen.
Jedes Wochenende ist Cindy im Wald unterwegs. Manchmal einmal, manchmal bis zu viermal. Immer im Schlepptau: Eine Gruppe neugieriger Menschen, manchmal nur vier, regelmäßig sogar bis zu vierzehn. Von eigentlich-noch-zu-jung bis nicht-mehr-ganz-so-gut-zu-Fuß, von nahbei und weit weg. Bis zu drei Stunden verbringt sie mit ihren Gästen auf den Wanderungen, die sie über Wildschytz gebucht haben – einem Anbieter für Pilz- und Kräuterwanderungen in ganz Deutschland. Cindy selbst ist seit einigen Monaten Teil des Wildschytz-Teams und zuständig für den Raum Bielefeld. Ihr Pflanzenwissen bewies sie dafür zunächst in verschiedenen Online-Tests, ehe auch praktische Prüfungen anstanden. So weiß sie genau, was essbar ist und was besser nicht, welche Kräuter und Pilze wann wo wachsen und warum der Boden des Teutoburger Waldes nicht säuerlich genug für den gemeinen Steinpilz ist. Den Großteil ihrer Kenntnisse hat Cindy ihren Eltern zu verdanken, die sie schon als Kleinkind mitnahmen, um Pilze für das Abendessen oder Kräuter für Tees zu sammeln. Aus Schlesien stammend, gaben sie ihrer Tochter dabei nicht nur traditionelles Wissen, sondern auch die Liebe zur Natur mit an die Hand.
Immer tiefer stapft Cindy hinein in den Wald, in dem sie mit ihrer gelben Jacke den größten Farbtupfer markiert. Der Winter war lang, nass, trist und grau – der Boden ist von Laub gesäumt, die Bäume kahl, der Himmel noch grau. Immer wieder fällt ihr Blick nach unten, immer wieder entdeckt sie zwischen Blättern und Ästen Wildkräuter, aus denen sich schmackhafte Salate oder wohltuende Säfte zubereiten lassen. Lungenkraut, Brennnessel, Scharbockskraut, Giersch, Löwenzahn, Sauerklee, Waldmeister, zählt Cindy auf, was teilweise sogar ganzjährig am Wegesrand wächst und fälschlicherweise als Unkraut gilt. Überhaupt müsse man oftmals nur besser hinschauen, neugierig sein, wissbegierig, um zu entdecken, welche Vielfalt und welche Möglichkeiten der heimische Wald für die Zubereitung von Speisen biete, sagt sie, ehe uns ein würziger Geruch in die Nase steigt.
Fragt man Cindy, wonach sie auf ihren Wanderungen am zweithäufigsten gefragt wird, dann ist es das grüne Wildkraut, das mit seinem Aroma an Knoblauch erinnert. Und das Beste? Hier wimmelt es nur so davon. Nach knapp zwanzig Minuten Fußweg tut sich ein riesiges Feld der Pflanze vor uns auf, die von März bis Mai Saison hat. Wer hier ankommt, darf nicht nur schauen und staunen, sondern auch probieren und pflücken. Ungefähr eine Handvoll, nicht mehr, als man auf einmal zu Pesto, Salat oder Brotaufstrich verarbeiten kann, bittet Cindy ihre Wandergäste. Und, noch wichtiger: Nur dort, wo kein Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Denn: Wer innerhalb solcher Gebiete Bärlauch, Pilze oder andere Wildkräuter erntet und dabei erwischt wird, dem drohe eine Strafe, appelliert Cindy an das Verantwortungsbewusstsein aller Waldbesucher.
Zurück geht es in Richtung des Wanderwegs, den wir einige Zeit zuvor verlassen haben. Unser Blick schweift vom Boden in die Ferne, dorthin, wo sich eine große Lücke zwischen den Bäumen auftut. Ob ihr der Klimawandel Sorgen bereite? Cindy nickt. Und weiß: Längst ist der Wald nicht mehr der, den sie noch als Kind entdecken durfte. Der Borkenkäfer, das Baumsterben, all das mache sich bemerkbar. So würde Pilzen, die in Symbiose mit Nadelbäumen leben, der Nährboden entzogen, so entstünden Monokulturen, ginge die Artenvielfalt nach und nach verloren. Doch gleichzeitig sehe sie, wie wahnsinnig anpassungsfähig Pflanzen sein können. Und beobachtet, dass in sogenannten Stressjahren, in denen es nach einer langen Hitzeperiode viel regnet, deutlich mehr Pilze sprießen. Ihre Zuversicht? Sei deshalb deutlich größer als die Angst, sagt die Studentin.
Am Parkplatz angekommen, verabschieden wir uns von Cindy. Langsam verschwindet sie in der Ferne, bis nur ein kleiner, gelber Punkt von ihr zurückbleibt. Und mit ihm eins: Das feste Vorhaben, ab sofort noch genauer hinzuschauen.
Wie so viele Gründungen beginnt unsere Geschichte mit zwei Freunden und ihrer jeweiligen Leidenschaft. Aus Fabians Liebe zur Natur und Tobias Leidenschaft für Genuss und gutes Essen wurde die Idee vom Wildschytz geboren“, heißt es auf der Website von Wildschytz. Längst besteht das Team nicht mehr nur aus Fabian und Tobias, sondern aus Dutzenden von Expertinnen und Experten für Pilze und Wildkräuter. Alle Infos & Buchungsmöglichkeiten gibt’s hier
Til Mette arbeitet im OBI. Meint zumindest unser Navi. Also biegen wir ab, parken da, wo man nur zwei Stunden lang stehen darf, laufen…
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Prüfend wirft Jutta einen Blick auf die neue Ware, die – wenn man es genau nimmt – alles andere als das ist. Vor ihr und Faraaz liegt nicht…
Ein ganz normaler Dienstagmittag, die Plätze im Harms Markt füllen sich, Stimmen weben durch den Laden, es ist ein Kommen und Gehen, es wird…
Gummistiefel dabei? Nö. Schlecht. Hat er nicht gesagt, aber vielleicht gedacht. Hätte man ja vielleicht dran denken können, nach all dem…
Alle weg? Kann ja eigentlich nicht. Denken wir.
Für Alex?
Er hat ja neue dabei.
Also schwingt sich Alex Kettermann vom Fahrersitz, öffnet…
Michelle ist außer Atem. Die Haare verlassen gerade die Ordnung ihres Pferdeschwanzes, die Wangen glühen – glücklicher könnte sie kaum…
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Besser nicht erzählen.
Dass da am Ende der Mähdrescher drüber fährt?
Besser für sich behalten. Wie…
Espresso wie immer. Es ist, wider Erwarten, keine Frage, sondern eine Feststellung, die direkt aus dem Verkaufswagen rübergeht an zwei…
Steinpilze. Fragt man Cindy, wonach sie auf ihren Wanderungen eigentlich am häufigsten gefragt wird, dann sind es die aromatischen…
Nachfolge für Geschäft bei Spielzeugladen Sundermeier ist gefunden.
Es ist ein trauriges Bild. Die Hälfte der Regale ist leer, überall…
Wenn wir beim Fotoshooting oder zwischen den Podcastaufnahmen sehr schnell sehr großen Hunger bekommen, dann schaut Klaus wie fast zufällig…
Na dann los. Wir freuen uns.
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