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Zu Besuch bei Lea und Jona Remmert von Reecom

Regional unterwegs

Das Bild, das die Eistruhe hier hergibt, ist ein überschaubares. Unser Eis kommt so gut an, dass wir mit dem Ordern kaum hinterherkommen. Sagt Lea Remmert, die gemeinsam mit ihrem Bruder das Unternehmen Reecom gegründet hat und eigentlich Lebensmittel aus der Region per E-Commerce verkaufen wollte.

Fahren dreigleisig mit Webshop, Lieferdienst und stationärem Handel: Lea und Jona Remmert.

Das Bild, das die Eistruhe hier hergibt, ist ein überschaubares. Unser Eis kommt so gut an, dass wir mit dem Ordern kaum hinterherkommen. Sagt Lea Remmert, die gemeinsam mit ihrem Bruder das Unternehmen Reecom gegründet hat und eigentlich Lebensmittel aus der Region per E-Commerce verkaufen wollte.

Aber irgendwie war unsere größte Sorge, dass wir verkaufen, der Produzent aber nicht liefern kann oder irgendeine Lieferkette reißt und wir auf der einen Seite in der Schuld stehen und auf der anderen Seite Druck machen müssen. Da haben wir doch lieber alles selbst in der Hand, kaufen an, lagern hier und wo der Verkaufsraum schon da ist, können wir auch einen Laden eröffnen. So die Überlegung, die nun direkt zu einer Art Verkaufstrio führt: Verkauft wird per Webshop, Lieferdienst und direkt im Laden, der alles vom Hof bietet und doch nicht auf einem Hof liegt.

Verkauft wird in Muckum, zwischen Rödinghausen und Bünde, da, wo früher ein Möbelzulieferer seine Ausstellung hatte, die nun dem Verkaufsraum gewichen ist. Zusammen mit Bruder Jona, der passenderweise gerade bei diesem Möbelzulieferer den Beruf des Industriekaufmanns erlernt und schnell zu Reecom wechseln will und dem Vater, der lieber im Hintergrund bleibt, will Lea Remmert Menschen dafür begeistern, sich für regionale Lebensmittel zu begeistern. Sicher, es sei ein wenig teurer, etwa Fleisch vom Hof Hormann in Petershagen zu kaufen. Aber dafür schrumpfe das Kilo Hack in der Pfanne auch nicht auf die Hälfte des Gewichts. Wer sich umschaut – ganz gleich ob virtuell oder real –, der findet Nudeln, Honig, Aufstrich, Fleisch, Eier. Und bald auch Backwaren in Bioqualität und aus der Region. Ein Vollsortimenter werden sie nicht werden, aber füllen darf sich das Sortiment gerne weiter.

Wir wollen unser Portfolio immer weiter mit regionalen Partnern ausbauen.

24 Stunden geben sich die Remmerts Zeit, um die Waren auszuliefern, springen selbst hinters Steuer des Autos, das noch auf die Folierung wartet und düsen los. Kirchlengern, Rödinghausen und Bünde sind die drei Postleitzahlengebiete, die sie ansteuern. Und wenn es nach ihnen und mit den Kunden geht, dann wollen sie bald schon Standort zwei eröffnen und das Liefergebiet deutlich, vielleicht auch im Franchisekonzept, weiter ausbauen. Dabei hat das alles hier im Urlaub, auf Norderney angefangen. Die Remmerts haben da Freunde, und die wiederrum kennen die beiden Jungs, die den Hof Hormann übernommen haben und auf der Suche nach einem Dienstleister waren, der ihre Produkte ins Internet bringt. Das könnt doch ihr. Sagten die Freunde. Das haben wir mit Lebensmitteln ja noch nie gemacht. Antworteten Lea, Jona und ihr Vater, der solche Dienste bisher für ganz andere Branchen angeboten hatte. Aber irgendwie ließ sie die Idee nicht los und wenn gerade etwas en vogue ist, dann regionale Lebensmittel und warum dann nicht doch einfach mal ausprobieren?

Teurer, aber auch qualitativ besser: Das angebotene Hackfleisch

Ein Hofladen sollte es eigentlich erst gar nicht sein, aber die älteren Generationen wollen dann doch lieber mal anschauen, gerne mal anfassen, die Scheu verlieren. Und kann man nicht im Gespräch viel besser erklären, was es heißt, dass das, was bei Reecom angeboten wird, sehr sorgfältig ausgewählt wurde? Wer erst einmal eingekauft, ausprobiert hat, der kommt wieder. Das wissen sie schon jetzt. Wichtig sei nur, dass die Qualität stimme, das Bewusstsein geschärft werde, dass es eben billig und regional nicht gebe. Wenn man es denn ernst meine mit der Qualität. So wie die Mutter, deren drei Kids liebend gerne zuckrige Limonade trinken. Und die gleich zwei Kisten in den eigenen Kofferraum stellte, als sie die Limonade bei Reecom entdeckte, die eben alles beinhaltete – nur keinen zugesetzten Zucker. Ein paar Meter weiter steht Maioli im Regal, ein Aioli-Dip von einem, der am Teutoburger Wald lebt und sich nicht zufrieden geben wollte mit dem weißen Etwas in Gläsern, das eben nicht nach echtem Aioli schmeckt.

Nudeln aus der Nachbarschaft? Kein Problem.
Das angebotene Speiseeis kommt aus Minden, der Brotaufstrich auch aus der Region.

Genau solche Produzenten suchen wir, nehmen wir sehr gerne in unser Portfolio auf, sagen Lea und Jona. Wohl wissend, dass es dann eben manchmal etwas leer in den eigenen Regalen aussehen kann. Jetzt, zum Start. Weil sie eben noch nicht palettenweise ordern und lagern wollen. Und so die Nachfrage manches Mal deutlich größer als das Angebot sei. Besser so, als andersherum. Sagen sie sich dann, legen bei der nächsten Bestellung etwas mehr in den Warenkorb und lassen so langsam wachsen, was groß, richtig groß werden soll. Lea hat ihren Beruf als Heilerziehungspflegerin gerade an den Nagel gehängt und setzt alles auf die Karte Reecom. Jona wird es mit bestandener Prüfung ihr gleichtun. Wenn, dann richtig. Mit voller Kraft. Und dann auch mit vollgefüllten Regalen und Lagern.

„Wir warten noch auf die Folierung, dann starten wir auch mit unserem eigenen Lieferwagen durch.“

Nr 32

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