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Oakley Meta Vanguard im Test: Smarte Sportbrille mit KI und Sound

Schlaue schnelle Brille

Sie sitzt auf der Nase wie eine normale Sportbrille. Okay, etwas schwerer ist sie schon. Aber bei der Technik? Kein Wunder. Und beim Blick an uns herunter merken wir: Auf der Nase sind es nur ein paar Gramm, weiter unten eher ein paar Kilos, die zur Bestmarke fehlen.

Sie sitzt auf der Nase wie eine normale Sportbrille.

Okay, etwas schwerer ist sie schon. Aber bei der Technik? Kein Wunder. Und beim Blick an uns herunter merken wir: Auf der Nase sind es nur ein paar Gramm, weiter unten eher ein paar Kilos, die zur Bestmarke fehlen.

Entscheidend aber ist nicht, was die Waage anzeigt, sondern was den Inhalt ausmacht. Also oben, auf der Nase. Da gewährt die Oakley Meta Vanguard gerade den perfekten Ausblick – leider nicht auf eine sich durch wunderbare Landschaften schlängelnde Rennradstrecke vor uns, sondern auf die Verkaufsräume von Arndt & Weiß in Bünde. Uns gegenüber: Inhaber Frank Ostermöller, der nicht nur das Modell für den Rennradfahrer – das auf unserer Nase –, sondern auch die Freizeitmodelle HSTN und den Sonnenbrillen-Klassiker Wayfarer von Ray-Ban in der Meta-Variante ausgepackt hat.

Eigentlich, sagt der Optiker-Meister, sei all das natürlich gedacht für die Bewerbung, für den Kauf im Internet. Der Meta-Konzern lässt grüßen. Und dann auch wieder nicht. Denn wer sich für die Brillen mit dem smarten Inneren – dazu später – interessiert, der muss wissen: Verstellen kannst du hier nichts. Die Bügel: immer gleich lang. Die Passform: vorgegeben. Perfekt in Form biegen: unmöglich. Nur der Teil, der direkt auf deiner Nasenwurzel sitzt, lässt sich wahlweise gegen ein breiteres oder schmaleres Teil austauschen. Soll heißen: Besser vorbeikommen, aufsetzen, ausprobieren. Und vor allem: staunen.

Nicht nur über den Sitz. Denn auch wenn hier eben nicht angepasst und angeglichen werden kann: Die Vanguard sitzt wie angegossen. Vor allem aber spielt sie Musik. Direkt ins Ohr. Und auch wieder nicht. Denn hier braucht es keinen Kopfhörer, sondern sind in die beiden Brillenbügel Lautsprecher integriert. Soll heißen: Deine Playlist ist bei dir. Und du hörst dennoch, wenn jemand mit dir spricht, sich von hinten ein Auto nähert, Gefahr droht. Die Bedienung dabei: freihändig. Einfach die Brille mit Hey Meta angesprochen, und sie spielt ab und stoppt, skippt weiter und verändert die Lautstärke. Wer nicht sprechen will, fährt über und tippt auf ein Bedienfeld, das sich direkt auf dem rechten Bügel befindet.

Aber natürlich können die Brillenmodelle von Oakley, Ray-Ban und Meta nicht nur Musik abspielen. Sondern auch mit 12 Megapixeln Fotos aufnehmen, 3K-Videos drehen, alles direkt aufs Handy beamen, weiterleiten, (Video-)Anrufe führen und sogar die KI nutzen. Was sehe ich da gerade im Urlaub durch meine Sonnenbrille? Frag deine Brille, sie erklärt es dir. Von wo kommt gerade der Wind, wie wird das Wetter, wie trainiere ich am besten und was ist das für ein Berg, der sich da vor mir aufbaut, ein Denkmal, an dem ich vorbeifahre, wo finde ich ein Restaurant, das zur Einkehr lädt? Deine Brille, oder besser: die darin verbaute KI, weiß es. Und erzählt es dir. Direkt ins Ohr, in deinen Kopf.

Dass sie sogar übersetzt, live, das, was dein Gegenüber gerade erzählt, übersteigt das, was wir uns vorstellen können. Du sitzt also demnächst in der Strandbar weit, sehr weit entfernt, und lässt dir vom Kellner im fließenden Portugiesisch erklären, was die Speisekarte nicht, die Küche aber sehr wohl zu bieten hat? Und verstehst alles? Schlau. Und verrückt zugleich. Einziges Manko: Das mit dem Antworten wird schwer. Aber wer weiß, vielleicht trägt der Kellner ja auch eine dieser Meta-Brillen, die man eigentlich nur an der winzigen Kameralinse erkennt. Dann versteht er auch dich, wenn du auf Deutsch antwortest. Und deine paar portugiesischen Brocken besser direkt herunterschluckst. Machst du ein Foto, drehst du einen Film, leuchtet oder blinkt eine kleine LED. Damit dein Umfeld weiß: Achtung, Aufnahme! Und damit niemand auf Gedanken – Stichwort Sauna, Stichwort Schwimmbad – kommt, die man am besten gar nicht erst zu Ende denkt.

Was die Brille aber auch kann: die Augen schützen. Und das exakt genauso (sprich: sehr gut) wie das Pendant ohne smarten Innenteil. Soll heißen: Man kann mit der Oakley-Rennradbrille auch über den Asphalt brettern und nicht Musik, sondern nur den am Ohr vorbeirauschenden Wind genießen. Man kann das Telefon abstellen, kann Augenblicke innen, tief in sich, und nicht mit der Kamera festhalten. Und ist weiterhin perfekt gegen die blendende Sonne geschützt.

Kommen wir zum Preis. Der ist erstaunlich günstig. Und das schreiben wir nicht, weil wir nach dieser Reportage rückwärts mit unserem Transporter bei Arndt & Weiß an die sehr gut versteckte Laderampe gefahren und für jeden unserer Kolleginnen und Kollegen ein oder gleich mehrere Freiexemplare eingepackt und eingesackt haben. Sondern weil es so ist. 549 Euro kostet die schnelle Oakley Vanguard- Brille, für die Freizeitvarianten werden etwas mehr als 300 Euro fällig. Und das für Brille, Kopfhörer, Kamera, Übersetzer und Alleswisser in einem Gerät. Wichtig: Ob Internet oder beim Profi – der Preis ist derselbe. Der Service aber ein ganz anderer. Ganz gleich wie smart und innovativ, wie fancy und modern sie ist: Passt sie nicht, ist sie weder schnell noch schick. Und alles auch nicht wirklich schlau.

Nr 38

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