Jakob Töws kommt, natürlich, mit dem Fahrrad vorbei. Wobei das heute alles andere als natürlich ist, weil der Wetterdienst eine Unwetterwarnung herausgegeben hat, es draußen eisig und gleichzeitig regnerisch ist, Schüler zuhause geblieben sind und niemand, also fast niemand, daran denkt, mit dem Rennrad von Spenge nach Bünde zur Arbeit zu fahren. Für Jakob ist das ganz normal, Regenjacke angezogen, Regenhose übergestreift – und los. Er fahre ja Rennrad und damit auf der Straße, die wiederum meist gut gestreut sei. Immer dabei: zwei Akkuleuchten, die eigentlich für ein deutlich jüngeres Publikum gedacht sind. Und hier? Beginnt die eigentliche Geschichte.
Jakob Töws kommt, natürlich, mit dem Fahrrad vorbei. Wobei das heute alles andere als natürlich ist, weil der Wetterdienst eine Unwetterwarnung herausgegeben hat, es draußen eisig und gleichzeitig regnerisch ist, Schüler zuhause geblieben sind und niemand, also fast niemand, daran denkt, mit dem Rennrad von Spenge nach Bünde zur Arbeit zu fahren.
Für Jakob ist das ganz normal, Regenjacke angezogen, Regenhose übergestreift – und los. Er fahre ja Rennrad und damit auf der Straße, die wiederum meist gut gestreut sei. Immer dabei: zwei Akkuleuchten, die eigentlich für ein deutlich jüngeres Publikum gedacht sind. Und hier? Beginnt die eigentliche Geschichte.
Zusammen mit seinem Freund David Regel überlegte er, was sich nur Familienväter überlegen können: Was können wir eigentlich tun, damit unser Nachwuchs gerne zur Fahrradbeleuchtung greift und die nicht nur montiert, sondern auch immer wieder auflädt und anschaltet? Auf dem Markt: graue bis schwarze Modelle, technisch gut, emotional, nun, zumindest ausbaufähig. Also entwarfen und konstruierten sie, gaben der Idee einen Namen – Speed Buddies –, programmierten Website und Webshop und machten sich auf die Suche nach der Umsetzung. Nicht, um schnell etwas auf den Markt zu bringen. Sondern um ein Produkt zu bauen, das Kinder anspricht und Eltern überzeugt.
Es blieb nicht bei der Idee. Aus einer ersten Investition im vierstelligen Bereich wurde schnell mehr. Werkzeuge mussten gebaut, Zertifizierungen durchlaufen, Prüfungen bestanden werden. Die Produkte werden damals wie heute vom Fach- und Prüflabor nicht nur einmal, sondern stichprobenartig immer wieder auseinandergenommen. Front- und Rücklicht sind nach der StVZO für den Straßenverkehr zugelassen, sie haben das sogenannte K-Zertifikat bekommen, der Spritzwasserschutz ist auch von offizieller Seite bestätigt. Soll heißen: Die Leuchte kann was.
Im Zentrum der Entwicklung stand dabei auch eine technische Lösung, die geschützt werden sollte. Das Patent umfasst eine Kombination: ein klassisches Fahrradlichtgehäuse, verbunden mit einem Klemmbaustein-Prinzip. Jetzt steht fest: Nur sie dürfen eine Akkufahrradleuchte bauen, auf der sich über einen Klemmbausteinmechanismus einer der mitgelieferten, fluoreszierenden Klemmbausteine – Lego alles andere als unähnlich – befestigen lässt. Am Ende stand ein Fahrradlicht,das aussieht, als käme es aus dem Kinderzimmer und dennoch alles erfüllt, was ein vollwertiges Fahrradlicht erfüllen muss. Auch jenseits der Technik wurde weitergedacht. Es entstand ein eigenes Hörspiel, abrufbar auf Spotify und anderen Plattformen. Nicht als Marketing-Gag, sondern als Teil der Produktwelt.
Aus einem einzelnen Produkt ist inzwischen ein ganzes Sortiment geworden. Heute umfasst es vier Frontlichtmodelle und zwei Rücklichter. Dabei investieren die beiden kaum in klassische Werbung, sondern lassen das Geld, wie man so schön sagt, ins Produkt, sprich in Formen, Details und Weiterentwicklung fließen. Denn die neuen Modelle entstehen nicht am Schreibtisch allein, sondern basieren auf dem Feedback der eigenen Kinder, von Bekannten und Freunden, die eben nicht nur im sonntäglichen Sonnenuntergang, sondern im Alltag, bei Regen, in der Dämmerung unterwegs sind. So wurden die Leuchten im Laufe der Zeit robuster, kompakter und in der Bedienung noch einfacher.
Blieb das Problem, all das auch in die Welt rauszuposaunen. Als die Speed Buddies begannen, schlug die Fahrradbranche gerade riesige Wellen, Corona sei Dank wollte jeder raus an die frische Luft, ab aufs Rad. Doch mit dem Abschwächen dieses Schwungs ebbte auch die Nachfrage nach den Kinder-Fahrradlichtern ab. Inzwischen hat sich das Blatt erneut gewendet, ist die Nachfrage wieder gestiegen. So deutlich sogar, dass die Produktion zeitweise nicht hinterherkommt, einzelne Modelle immer wieder ausverkauft sind.
Dennoch richtet sich der Blick der beiden Gründer nach vorne: In den kommenden Monaten wollen sie mit neuen Modellreihe nachlegen – parallel dazu werden Bestellungen aus dem eigenen Onlineshop weiterhin selbst verschickt. Nur der Vertrieb über Amazon läuft automatisiert. Aus der anfänglichen GbR ist eine GmbH & Co. KG geworden, Jakob und David tüfteln auf der einen Seite an weiteren Neuerungen und pflegen auf der anderen Seite den Vertrieb der aktuellen Produkte. Geschützt.
Für beide ist klar: Speed Buddies ist längst mehr als ein Projekt. In den kommenden Jahren soll sich das Unternehmen so weit tragen, dass sie davon leben können. Sagt Jakob, selbst Logistikplaner, der das ebenso sieht wie sein Geschäftspartner David, der European Business studiert hat und neben dem Startup als Schutzpolizist arbeitet.
Als sich Jakob verabschiedet, setzt er einen bunten, mit vielen Reflektoren versehenen Helm auf – auch der mit dem Logo der Speed Buddies gelabelt. Wie die mittel- bis langfristigen Wachstumsfantasien aussehen, dazu schweigt Jakob lieber, steigt in die Radfahr-Regenhose, zieht sich die Regenjacke über und schaltet vorne und hinten am schlanken Rennrad die Kinderlichter an. Sicher ist sicher.
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