Die Oper Zaza, inszeniert und in Szene gesetzt vom Theater Bielefeld, aufgeführt in der Rudolf Oetker-Halle und musikalisch intoniert von den Bielefelder Philharmonikern, ist schon eine Weile lang Geschichte. Die Requisiten sind verstau(b)t, die Erinnerungen leben noch ein wenig, sonst aber richtet sich der Blick der Beteiligten aber nach vorne.
Die Oper Zaza, inszeniert und in Szene gesetzt vom Theater Bielefeld, aufgeführt in der Rudolf Oetker-Halle und musikalisch intoniert von den Bielefelder Philharmonikern, ist schon eine Weile lang Geschichte. Die Requisiten sind verstau(b)t, die Erinnerungen leben noch ein wenig, sonst aber richtet sich der Blick der Beteiligten aber nach vorne.
Könnte man meinen. Aber es ist ganz anders. Wer sich jetzt auf in die LOBBY der Volksbank in Ostwestfalen am Kesselbrink macht, der sieht vieles aus dieser Zeit, aus dieser Oper wird. Nicht, um Kaltes lauwarm aufzuwärmen, sondern um mal wieder einen ganz anderen Blick auf das zu gewähren, was alles passieren und gestaltet, organisiert und kreiert werden muss, ehe ein solches Projekt erfolgreich starten kann.
Der Besucher steht also vor ersten Ideenentwürfen, ahnt, was alles notwendig ist, ehe sich die drei Häuser unter einem Dach mit- und ineinander verzahnen, Abläufe festgelegt werden und starten, winzige Details zu großen Herausforderungen werden. Wer vor den Masken steht, die in Handarbeit, mit Profession, Leidenschaft, Geschick und viel, viel Zeit hergestellt werden, der ahnt, was hinter einer solchen Aufführung alles steckt. Wer sich erzählen lässt, dass die Perücken aus Echthaar sind, allein die Recherche für den passenden Stoff, aus dem die Kostüme geschneidert wurden, Wochen dauert, der fragt sich: Hätte ich so viel Aufwand erwartet?
Die Antwort ist eindeutig: Nein. Und so schwankt der Besucher dieser Ausstellung unter dem Titel „Unfassbar real“ zwischen Erstaunen und Verwunderung. Begeistert sich für die handwerkliche Perfektion und fragt sich manches Mal doch: Ist das wirklich notwendig? Wichtiger aber ist: Der Gang durch die Ausstellung bewegt, regt an und nicht auf. Irgendwie wirkt es ein wenig traurig, dass all die Requisiten, in deren Herstellung so viel Zeit geflossen ist, irgendwo lagern, in Vergessenheit geraten. Aber vielleicht ist auch das nur eine laienhafte Vorstellung. Der Bär auf dem Dreirad? Kann bestimmt noch mal über die Bühnenbretter rollen. Der Kopf des Weißen Hais? Dient hier, in der LOBBY, als perfekter Selfie-Spot. Warum sollte er das nicht auch irgendwann, irgendwo in der Welt des Bielefelder Theaters tun?
Vielleicht sollte man sich gar nicht so viele Fragen stellen. Sondern lernen, einfach nur zu staunen. Über die Leidenschaft, mit der in den drei Häusern gearbeitet, der Blick immer nach vorne gerichtet wird. Über den langen Prozess, ehe aus einer Idee ein Konzept, eine Inszenierung, die Aufführung, das Fallen des letzten Vorhanges wird. Mit einem Schulterblick, der nur selten gewährt wird.
Zeitlos und doch aktuell.
Die Ausstellung „Unfassbar real“ – Einblicke in die Bühne und Orchester Bielefeld läuft bis zum 30. Januar 2026 in der Volksbank LOBBY am Kesselbrink während der normalen Öffnungszeiten. Der Eintritt ist frei, ein vielfältiges Begleitprogramm macht den Schulterblick sogar noch lebendiger.
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