Eine Küche, gefühlt so alt wie das Schloss, das sie umgibt. Und ein nagelneues Konzept darin
Die Küche ist ungefähr so alt wie das Schloss selbst. Könnte man denken. Aber das stimmt natürlich nicht.
Viel wichtiger: Das Konzept, das in ihr gerade geboren wurde, ist komplett neu.
Und das zählt.
Gut geordnet: Ob Dessert oder Milchkännchen – alles befindet sich am rechtem Platz.
Die große Hektik in der Küche des Schlosses Ovelgönne ist jetzt, kurz vor 19 Uhr, längst abgezogen – was ja, da kennt sich Alexandra Gießelmann aus, alles andere als normal in der Gastronomie ist. Aber hier, in der Ovelgönner Speisenmanufak- tur, ist eh vieles anders und nur wenig normal. An ihrer Spitze: die 57-Jährige, die mal Einzelhandelskauffrau gelernt hat, dann im Service – auch hier auf dem Schloss – gearbeitet hat und seit April mit neuem Konzept neue Wege geht. Was so viel heißt wie: Wir denken neu. Verlassen uns nicht mehr allein auf unsere Cateringpartner, sondern machen auch mal selbst, rücken näher an den Kunden, sind das, wofür wir stehen: eine kleine, feine Küche. Die muss, weil eben doch in die Jahre gekommen und mangels Profi-Ablauf und diverser Auf- lagen ohne Herdplatte, ohne Backöfen auskommen. Noch. Wir arbeiten daran, dass wir das ändern, dass wir auch mal ein Schnitzel braten können. Sagt Alexandra Gießelmann. Und sagt nicht, dass es auch ohne geht. Dabei tut es genau das: Wenige Minuten später, nachdem das Küchen- und das Serviceteam einmal tief durchgeatmet haben, wird das Buffet aufgebaut. Türmen sich die Wraps, die Schnittchen, die sie hier nicht Kanapees, sondern Stullen nennen. Basilikum-Tomaten-Mozzarella-Spieße formen sich zu einem großen Ball, Parmaschinken wickelt sich um Grissinis und eigentlich möchte man direkt zugreifen und reinbeißen. Sagt Alexandra Gießelmann und weiß: geht natürlich nicht. Das erledigen ein paar Augenblicke später die gut 20 Seminarteilnehmer, die gerade eben oben in der ersten Etage noch etwas zum Thema Vertrieb lernten und dabei jede Menge Appetit angesammelt haben.
Man wundert sich immer, wie schnell das geht – und wie wenig übrig bleibt. Verrät die Küchenleiterin, die längst wieder an der langen Arbeitsplatte steht und schon den kommenden Tag durchgeht. Heute war zu Mittag eine Gruppe mit acht Personen da, es gab eine Kartoffelsuppe, in der Grundform vegetarisch, mit verschiedenen Toppings, aber auch für Fleischesser mehr als schmeckend. Das sei die Herausforderung heute, alle mitzunehmen, niemanden mit seinen kulinarischen Wünschen alleine zu lassen. So wie den Gast, der heute darum gebeten hat, bitte keine oder besser: seine Stullen nicht mit Butter zu bestreichen. Also wird auch dieser Wunsch erfüllt – und noch viel mehr: Auf dem Buffet steht nun ein Teller, auf dem sich ausschließlich butterfreie Stullen befinden, damit er nicht suchen muss oder andere ihm die Extra-Portion versehentlich wegessen.
Wundern? Tut Alexandra Gießelmann sich dabei längst nicht mehr. Warum auch? Hauptsache, es schmeckt allen. Alle greifen beim Fingerfood-Buffet mit vollen Händen zu, schlendern raus auf die Terrasse und erfreuen sich am Blick auf die grüne Landschaft. Schnell noch einen Sekt oder einen Espresso genießen und dann ruft meist schon der nächste Programmpunkt, verschwinden die eben noch Essenden hinter historischen Türen, ehe hinter ihnen aufgeräumt, das Buffet abgebaut wird.
All das: von Minijobbern wie Alexandra Gießelmann. Wir sind hier ein richtig bunter Haufen. Jeder und jede hat irgendwie schon mal einen Berührungspunkt zu Service oder Küche gehabt und hat nun uns gefunden. Erzählt die Küchenleitung, während sie noch mal die Einkaufsliste für den kommenden Tag durchgeht. Hier rollen keine Kühltransporter vor, hier wird nicht im großen Stil, sondern von Veranstaltung zu Veranstaltung eingekauft. Es sei eben alles anders. Familiärer, lange nicht so hektisch wie in der normalen Gastronomie.
Sicher, der Anspruch an das Essen sei genauso hoch. Mindestens. Nur der Weg dahin eben ein anderer. Als die Kursteilnehmer all das Gelernte in Notizblöcken, Computer-Tablets und Köpfen verstaut haben und sich auf den Nachhauseweg machen, ist die Küche nicht nur weiterhin kalt, sondern längst geschlossen, verwaist. Das ist ja das Schöne hier. Sagt Alexandra Gießelmann. Wenn du hier bist, konzentrierst du dich voll und ganz auf deinen Job, deine Aufgabe. Aber eben nicht acht Stunden lang, nicht bis tief in die Nacht hinein. Sondern stundenweise. Ganz ohne Hektik.
Eigene Tassen? Hat der Lions Club Bünde schon lange. Sogar so viele, dass er sie gerne verkauft und sich gegen ein Pfandsystem entschieden…
Eben noch Autoverkaufsfläche, jetzt Handwerkszentrum für Solar.
Gibt's nicht? Gibt's doch!
E-Technik? Oder doch besser Luftkühlung? Eine Ausfahrt mit einem Dino.
Eine Küche, gefühlt so alt wie das Schloss, das sie umgibt. Und ein nagelneues Konzept darin
Eine App für die Generation Z, um sich einfach zu bewerben?
Gibt's. Ab sofort
Der Wagen von Klau Breinig ist unverkennbar. Keramische Grills sind darauf in XXL zu sehen, Namen, Logo, Titel, alles da. Es fehlt…
JA.
Die dürfen das.
Und wir auch.
Auf die Frage, wie alt er denn sei, muss Bernd Gieseking ein wenig überlegen. 64. Noch. Antwortet er dann doch. Und man denkt sich:
wie…
Die Situation könnte idyllischer kaum sein. Drinnen fließt warme Schokolade in eine gerade polierte Form, beim Blick durch das Fenster sieht…
Na dann los. Wir freuen uns.
Auf deine Anfrage. Auf dich.
Und melden uns. Direkt.
Schneller, als du erwartest.