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Heißes zum Fest – der Lions Club Bünde schenkt ein

Trinken für den guten Zweck

Eigene Tassen? Hat der Lions Club Bünde schon lange. Sogar so viele, dass er sie gerne verkauft und sich gegen ein Pfandsystem entschieden hat.

Darf es etwas mehr Wumms, etwas mehr Schuss sein?
Kein Problem. Hochprozentige Markenware steht schon bereit.

Kleines Puzzle gefällig? Lieber nicht.
Damit beim Aufbau nach rund elf Monaten nicht viel zu viel und vor allem zu lange ausprobiert werden muss, hat der Brennpeter einen guten Dienst auf Einzelteilen geleistet.

Wer schmeißt hier eine Runde?
Marcus Haubold sicherlich nicht.
Aber er lässt die neue Glocke erklingen, wenn für den guten Zweck beim Bezahlen ordentlich aufgerundet wurde.

Nach Weihnachten sieht es hier noch nicht aus. Eher nach Abstelllager. Aber das ist auch nicht richtig. Es ist eher eine ganz normale Produktionshalle in Löhne – in der elf Monate lang steht, was in diesem Jahr dreieinhalb Wochen lang für eine kuriose Situation sorgt. Du kannst an dem Stand, der hier eingelagert ist, richtig leckeren Glühwein trinken. Und das sogar mit Schuss und gutem Gewissen: Denn der Gewinn landet nicht im Portemonnaie des Betreibers. Sondern bei denen, die Geld dringend brauchen.

Wenn sich der Richtige um die Einlagerung, um Ab- und Aufbau kümmert, dann reichen kleine Schilder, dünne Striche nicht aus. Dann wird zum Brennpeter gegriffen. Und dann ist ein für allemal klar, wie das Ganze kurz nach Totensonntag auf- und kurz nach Weihnachten wieder abgebaut wird. Fehlt nur noch der passende Plan, und die Verwechslungs gefahr bei den vielen Teilen ist gebannt.

Hier sieht es nach allem aus – nur nicht nach Weihnachten. Riesige Mengen Papier, feinsäuberlich auf Rollen gewickelt, warten hier auf den Einsatz nebenan, von wo aus das Stampfen der Druckmaschine herüberwabert. Hier aber, im Papierlager, steht ganz hinten Kurioses. Ein Glühweinstand, ein weiterer Stand für den, der gerne überdacht trinkt und genießt – letzterer in vielen Einzelteilen und so gekennzeichnet, dass das Puzzle beim Aufbau vor Ort, auf dem Bünder Weihnachtsmarkt, schnell zu lösen ist.

Echte Gönner: Im Glühweinstand ist zu sehen, wer die Startfinanzierung mit übernommen hat.

Willkommen bei Haubold Druck & Medien in Löhne, mitten in einem überschaubaren Industriegebiet, da wo Marcus Haubold, aktuell Präsident bei den Bünder Lions, gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Jörg Farbe, Zahlen und Buchstaben in Windes- eile auf Papier druckt. 50.000 Blatt pro Stunde? Kein Problem. Auch kein Problem: Elf Monate lang den Glühweinstand hier zu deponieren, der in diesem Jahr gerade einmal dreieinhalb Wochen direkt vor dem Einkaufs- zentrum „In der Ort“ in Bünde stehen wird. Jahrzehntelang war der Aufstellplatz ein anderer, wurde ein in die Jahre gekommener Verkaufswagen hierhergezogen und -geschoben, ehe vor drei Jahren klar war: Wir müssen uns um einen neuen und modernen Wagen kümmern. Nun gibt es überall die, die nach vorne schauen und eben auch die, die gerne bewahren, und so folgte die ein oder andere Diskussion, ehe klar war: Der Lions Club investiert. Nicht, um mehr Umsatz oder mehr Gewinn zu machen. Obwohl: Eigentlich ja doch. Aber eben nicht im klassischen, nicht im urbe- triebswirtschaftlichen Sinne. Denn all das, was nach Abzug der Kosten in der Kasse bleibt, wandert nicht ins Clubvermögen, sondern zu denen, die es nötig haben. Unter vielen anderen zum Beispiel zum Kinderschutzbund, ins Jacobi-Haus, als Unterstützung für die Erstellung eines „Gartens der Sinne“ , ins Wiehengebirge an die Kahle Wart, wo bald schon 2.800 neue Bäume gepflanzt werden – finanziell unterstützt vom Lions Club Bünde.

Wenn man so will, dann kann man bei uns für den guten Zweck trinken. Sagt Marcus Haubold, lacht und überlegt dann, ob man das wirklich so sagen, so schreiben könne. Doch, doch, kann man. Weil es ja stimme. Dafür ist der neue Stand mit seitlichem Anbau da, der eine längere Theke, eine echte Glühweinzapfanlage bietet. In ihr fließt Markenglühwein, aus, man ahnt es, Bünde. Und auch der Schuss, den viele wählen, um dem roten oder weißen Glühwein noch ein wenig Wumms zu verleihen: geliefert vom Markenunternehmen, nicht irgendein billiger Fusel. Wer das Rennen am Ende machen wird, also umsatztechnisch, roter oder weißer Glühwein, ist noch nicht entschieden. Es ist jedes Jahr ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Kassensturz findet traditionell am 23. Dezember mit dem gemeinsamen Abtrunk statt; in diesem Jahr passenderweise ein Samstag – nicht nur da wird die Kasse klingeln. An der Kasse, am Zapfhahn, ganz neu auch an der Messingglocke, die in diesem Jahr erstmals ertönen wird, wenn der Kunde großzügig aufrundet, auf Rückgeld verzichtet, stehen immer nur Lions-Freunde und ihre Partne- rinnen. 41 gibt es davon in Bünde und Probleme, den Dienstplan vollzube- kommen, gibt es nicht. Sagt Haubold. Und sagt dann auch: naja, es sei wie in jedem Verein, jedem Club. Es gibt die, die immer sofort dabei sind. Und die, die ein wenig gebeten werden wollen. Auch das: gelebter Alltag, Jahr für Jahr. So wie die, nennen wir es, freundliche Preisabsprache mit den Ausstellernachbarn. Wir wollen da keinen Ärger, nicht mal Diskussionen. Sondern eine gute Nachbarschaft. Sagt der Präsident und spricht gemeinsam mit seinen Lions-Freunden und vor allem all den anderen, die Glühwein & Co. auf dem Bünder Weihnachtsmarkt verkaufen, ehe feststeht, ob die Preise stabil bleiben oder steigen. Fest stehen sie am Mittwoch nach Totensonntag. Dann wird der Glühweinstand aus seinem Dornröschenschlaf geweckt, wird eine schwere Zugmaschine vorgespannt, die die gut 3,5 Tonnen schwere Last von Löhne nach Bünde ziehen kann. Am gleichen Tag ist Aufbau.

Das erste Zapfen – Zeit ist auch hier Geld – wenn die Stadt das offizielle Go zum Start gibt: am 30. November. Dann wollen auch die Lions-Freunde am Start sein. Knappe vier Wochen lang stehen sie dann in der Bude, wundern sich vielleicht, warum hier niemand an eine Heizung, außer ein kleines Heizgebläse gedacht hat, – sie war konst- ruktiv einfach nicht mehr möglich – und verwerfen den Instinkt, sich selbst etwas von innen Wärmendes zu zapfen. Ist nahezu tabu. Sagt Marcus Haubold. Und meint damit nicht die letzte halbe Stunde beim Dienst. Da könne man schon mal vorsichtig anfangen. Also mit dem Genießen. Nicht mit dem Trinken. Das sollen die Menschen auf der anderen Seite der Theke tun. Für den guten Zweck, versteht sich.

Stabile Preise? Eher nicht. Die kommerzielle Nachbarschaft redet mit, wenn es um die Preisfindung 2023 geht.

EO Nr 13 / Nr34 52 8

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