E-Technik? Oder doch besser Luftkühlung? Eine Ausfahrt mit einem Dino.
Ein Auto, so alt wie man selbst? ...
...muss längst nicht von gestern sein.
In Zeiten, in denen Reichweiten viel beachtet sind und nichts aussagen, tut es gut, sich mal zurückzubesinnen. Wer wusste eigentlich früher, wie weit man mit einer Tankfüllung kam? Also zu Zeiten, als es keinen Reichweitenrechner, ganz gleich, ob beim Verbrenner oder Stromer, an Bord gab? Niemand. Und irgendwie war es auch gut so. Man tankte einfach nach und voll. Wusste, dass der Bleifuß nicht nur deshalb so hieß, weil er wie Blei auf das Gaspedal, sondern direkt auch aufs Ersparte drückte.
All das vergessen wir, als wir vor dem Porsche 911, besser noch: 993 stehen. Der Kenner schnalzt mit der Zunge und weiß: Das hier, das ist der letzte Luftgekühlte aus Zuffenhausen. Der Nichtkenner kratzt sich das Kinn und fragt sich: Wieso sollte mich interessieren, wie mein Motor gekühlt ist, mit Luft oder Wasser?
Spüren, das vorweg, tut man die Luftkühlung nicht. Also die des Motors. Ganz anders sieht es beim Kopf aus. Aber dazu später. Wer heute vor einem rund 25 Jahre alten Porsche steht, der denkt zuerst eins: Wie klein ist der denn? Die Dimensionen haben sich in einem Vierteljahrhundert stark verschoben, was der eine merkt, der an sich selbst herunterschaut. Und der andere, der heutige mit älteren Autos vergleicht. Wer einsteigt, also in den 993, der bemerkt aber auch: Mehr Auto braucht es nicht. Der 911er war ja nie ein Lastenesel und doch alltagstauglicher als alle anderen Sportwagen. Wobei, zugegeben, die beiden „Sitze“ auf der Rückbank gerade einmal dazu da sind, wahlweise zwei Rucksäcke oder eine Kiste Champagner und eine Kiste Austern auf sie plumpsen zu lassen. Menschen, Freunde gar, will hier niemand unterbringen. Dann lieber den Fahrersitz elektrisch nach hinten surren lassen, den Zündschlüssel drehen und sich wundern. Warum leuchtet da jetzt die Taste mit dem Ausrufezeichen rot auf? Einfach drücken, nicht drüber nachdenken und los geht’s. Und los geht's heißt seit eh und je beim 911er: Lass mal hören.
Der Sound des Boxer-Sechszylinders? Auch vom noch so begabten Soundingenieur für Elektroautos nicht zu überbieten. Man verzichte beim nächsten Friseurtermin darauf, sich die Nackenhaare wegrasieren zu lassen, damit sich aufstellen kann, was vom Fahrtwind gleich wieder plattgebügelt wird. Denn: Der 993 als Cabrio ist eine Freiluftmaschine, ein Fön mit 2 + 2 Sitzen, ein ausgewachsener Durchpuster. Das mag daran liegen, dass damals, vor 30 Jahren, sich mehr Gedanken über Fahrfreude als über die Stabilität der eigenen Frisur gemacht wurden. Per Knopfdruck senkt sich das zusammengefaltete Dach hinten auf das Heck des 993, wer mag, knöpft noch zeitraubend eine Persenning drüber und dann aber nun endlich los. Natürlich gibt es den 993 als Turbo, als Allrad, als S und in was weiß denn ich noch alles für einer Version. Wer es puristisch mag, der entscheidet sich für den C2, sprich den Carrera mit Heckantrieb.
Weil er von Porsche so ursprünglich gedacht war, man mit dem 911er weder Pferdeanhänger zieht noch durch die Sahara cruist. Vor allem aber, weil der 911er mit seiner ganzen Grundidee, mit dem Aufbau, dem Motor, so gedacht ist, dass es von hinten schiebt. Und wie. 272 Pferdestärken leistet der Motor und das ist ungefähr so viel, wie heute ein normaler Golf auf den Asphalt bringt. Also gefühlt. Aber entweder sind die Pferdestärken heute auch nicht mehr das, was sie mal waren oder aber Gewicht und Leistung stehen beim 993 einfach in einem optimalen Verhältnis zueinander. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass man im Porscheinneren einfach alles mitbekommt. Kraftvoll. Und laut. Wer mag, jagt mit dem 993 mit 280 Sachen über die Autobahn und lässt sich von einem der immer aggressiver werdenden BMW- / Audi- /Mercedes-Typen von links nach rechts jagen. Mit einem Lächeln, versteht sich.
Viel besser aufgehoben ist der Porsche allerdings auf der Landstraße, dann, wenn die Racecontrol gerade nicht mit der Laserpistole im Anschlag im Straßengraben hockt, sondern er fromm und frei zeigen kann, was er auf der Geraden, in der Kurve, über die Schikane fliegend zu leisten im Stande ist. Dabei sind auch hier keine Höchstleistungen zu erwarten, wenn es um Millisekunden in der Beschleunigung, wenn es um den Topspeed geht.
Das können die aufgeblasenen Kisten der Poser besser. Hier geht es vielmehr um Klasse. Um Stil. Um, wäre der Begriff nicht längst besetzt, Freude am Fahren. Am Vorwärtskommen, nicht am Zielerreichen. Ein Autoradio braucht im 993 kein Mensch, ein Navi, das sich an der Windschutzscheibe festsaugt, würde zur Kündigung jeglicher Freundschaft führen und wären wir im Jahr 1995, aus dem der 993 stammt, dann würden wir schreiben, dass es nur die perfekte Begleitung auf dem Beifahrersitz braucht, die lässig ihren gebräun- ten rech- ten Arm mit den kleinen, blonden, sich auf- stellenden Härchen über die Tür lehnt, sich nichts macht aus dem Wind, der ihre Frisur nicht zerstört, sondern noch ein wenig wilder, schicker macht. Die sich die Sonnenbrille auf die kleine Nase setzt und der festen Überzeugung ist, dass wahlweise Kopenhagen oder Mailand das perfekte Wochenendziel mit dem 993 wäre. Aber so was darf man ja heute nicht mehr schreiben. Nicht mehr denken.
Also rollen wir mit dem 993 zurück, steigen normal aus und springen nicht, wie früher manch ein überkandidelter TV-Moderator, über die Tür aus dem Wagen. Und streichen nach dem Abstellen ganz sanft vorne über den Kotflügel.
Autofahren?
Ist so was von 90er.
Eigene Tassen? Hat der Lions Club Bünde schon lange. Sogar so viele, dass er sie gerne verkauft und sich gegen ein Pfandsystem entschieden…
Eben noch Autoverkaufsfläche, jetzt Handwerkszentrum für Solar.
Gibt's nicht? Gibt's doch!
E-Technik? Oder doch besser Luftkühlung? Eine Ausfahrt mit einem Dino.
Eine Küche, gefühlt so alt wie das Schloss, das sie umgibt. Und ein nagelneues Konzept darin
Eine App für die Generation Z, um sich einfach zu bewerben?
Gibt's. Ab sofort
Der Wagen von Klau Breinig ist unverkennbar. Keramische Grills sind darauf in XXL zu sehen, Namen, Logo, Titel, alles da. Es fehlt…
JA.
Die dürfen das.
Und wir auch.
Auf die Frage, wie alt er denn sei, muss Bernd Gieseking ein wenig überlegen. 64. Noch. Antwortet er dann doch. Und man denkt sich:
wie…
Die Situation könnte idyllischer kaum sein. Drinnen fließt warme Schokolade in eine gerade polierte Form, beim Blick durch das Fenster sieht…
Na dann los. Wir freuen uns.
Auf deine Anfrage. Auf dich.
Und melden uns. Direkt.
Schneller, als du erwartest.