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Jan Hoffmann produziert und serviert frische Pasta

Nudelmanufaktur Hoffmann

Espresso wie immer. Es ist, wider Erwarten, keine Frage, sondern eine Feststellung, die direkt aus dem Verkaufswagen rübergeht an zwei Personen, die aussehen wie ganz normale Kunden. Und wahrscheinlich sind sie das auch. Aber Jan Hoffmann kennt sie dann doch persönlich, weiß, was sie bestellen würden, wenn er ihnen nicht direkt zuvorkommen würde. All das: der normale Service. Für den 27 Jährigen, der mit seinem Nudelmanufaktur Verkaufswagen jeden Freitag vor Edeka in Herford steht, samstags weiter zum Wochenmarkt nach Detmold reist, von montags bis donnerstags seine Nudeln, sein Pesto in Bünde fertigt.

Espresso.

Wie immer. Es ist, wider Erwarten, keine Frage, sondern eine Feststellung, die direkt aus dem Verkaufswagen rübergeht an zwei Personen, die aussehen wie ganz normale Kunden. Und wahrscheinlich sind sie das auch. Aber Jan Hoffmann kennt sie dann doch persönlich, weiß, was sie bestellen würden, wenn er ihnen nicht direkt zuvorkommen würde. All das: der normale Service. Für den 27 Jährigen, der mit seinem Nudelmanufaktur Verkaufswagen jeden Freitag vor Edeka in Herford steht, samstags weiter zum Wochenmarkt nach Detmold reist, von montags bis donnerstags seine Nudeln, sein Pesto in Bünde fertigt.

Gefragt, warum man sich das antut, in einer solchen Zeit, Lebensmittel und Gastronomie, warum man den guten Job bei Edeka, die geregelten Arbeitszeiten aufgibt, verweist Jan Hoffmann gerne auf ein Foto aus aller frühester Kindheit.

Da tragt er Kochmütze ünd schwingt den Loffel – ünd hat beides bis heute nicht abgelegt.

Später bekochte er dann Familie und Freunde, alle lobten, es ging irgendwie immer weiter und wenn du dein eigener Chef werden willst, dann musst du nach der Ausbildung, nach der Fortbildung im Bereich Personal einfach dein eigenes Ding machen.

Doof nur, dass er durchstarten wollte, als gerade gar nichts startete. Corona setzte alles auf Pause, als er mit seinen selbst gemachten Ravioli die Innenstadtbesucher in Bünde erfreuen woll te. Ausgebremster kannst du dich gar nicht fühlen. Erzählt Jan Hoffmann. Ausbremsen? Ließ er sich dann aber doch nicht. Erzählt Jan Hoffmann eben auch. Also kaufte er sich einen Verkaufswagen, schraubte, werkelte, verbaute sogar einen alten Schrank, der noch von seinem Onkel stammte, der früher eine Nudelmanufaktur in Detmold betrieb. Damit stand er dann in der Einkaufsstraße, verkaufte seine Nudeln, bereitete ein, zwei klassische Gerichte zu und träumte davon, irgendwann einmal ein Bistro zu eröffnen. Lange dauert es nicht mehr, dann geht auch dieser Wunsch in Erfüllung. So richtig spruchreif ist es noch nicht, doch ein Partner wurde schon gefunden, das Zielgebiet direkt ins Dreieck zwischen Minden, Osnabrück und Bielefeld gelegt, nachdem in Bünde nicht viel ging, als sich Hoffmann eingehender mit Locations und Förder möglichkeiten befasste.

Sein Angebot wird dann das des Verkaufswagens sein – nur weitergedacht. Heute kommen die zu ihm, die regional und besonders essen und sich ihr Essen selbst zubereiten wollen. Selbst kochen tut er nur in Detmold; in Herford wählt man aus bunten, gefüllten Nudeln aus, die mal Ziegenkäse Honig, dann Lachs beinhalten und nur vier, fünf Minuten im siedenden Wasser verweilen müssen, ehe sie noch ein wenig Olivenöl, ein bisschen Parmesan benötigen und dann fertig zum Verzehr sind. Wer mag, greift noch zum selbst gemachten Pesto, dem Verkaufsrenner seiner Nudelmanufaktur. Auch hier: alles selbst gemacht, selbst ausprobiert, hin und herjongliert mit den Zutaten, Freunde zum Probieren eingeladen, noch mal verfeinert, ehe ins Glas gewandert ist, was nun hinter der Verkaufstheke nicht lange auf Käufer warten muss. Natürlich gibt es hier auch einen besonderen Espresso aus der Siebträgermaschine, wandern die Nudeln erst auf die Waage, dann in die Faltbox – Genuss hat eben doch viel mit Stil zu tun.

Gelernt hat Jan Hoffmann das in seiner Edeka Ausbildung, die er auch heute noch in den höchsten Tönen lobt. Verfeinert in seiner 50 Quadratmeter Produktionsstätte in Bünde Dünne, wo er auch heute noch den Teig rollt, die Nudeln aussticht. Zeit für Freizeit, für Urlaub gar? Fehlanzeige. Meine Frau kommt mich manchmal hier am Stand besuchen. Sagt Jan Hoffmann und findet das nicht mal ungewöhnlich für einen Jungunternehmer. Es sei ja immer noch die Startphase. Caterings bietet er mittlerweile auch an, kümmert sich ums Marketing, um das kommende Bistro, vielleicht auch schon um die weiteren Schritte, die ihn vielleicht nach Bielefeld, eventuell auch nach Gütersloh führen werden.

Da kann eh niemand widerstehen. Und wer erst einmal hier war, hier eingekauft hat, der kommt sowieso wieder.

Natürlich beschäftigt ihn auch der Gedanke, eine erste helfende Kraft einzustellen. Aber irgendwie ist da noch ein mulmiges Gefühl, wenn er daran denkt, den Verkauf seiner Nudelspezialitäten in fremde Hände zu geben. Also erst einmal das weiße Hemd überziehen, die Schürze umlegen und die Kunden mit einem Lächeln begrüßen. Wer hier einkauft, der schaut nicht auf den Cent, der weiß dennoch, dass Preis und Leistung eng beieinanderstehen. Wer noch unsicher ist, dem hält Jan Hoffmann einen Holzlöffel hin, lädt zum Probieren seines Tomaten Walnuss Pestos ein und weiß: Längst ist Jan Hoffmann zur festen Einrichtung beim Edeka Markt in Herford geworden. Die Kunden kaufen erst in Ruhe ein, schlendern dann bei ihm vorbei und finden selbst als Stammkunden immer wieder neue Nudelsorten in der ge kühlten Auslage – Veränderung ist die Konstante im Portfolio.

Die beiden Stammgäste haben ihren Espresso längst ausgeschlürft, bezahlt wird beim nächsten Mal, gerade ist dann doch zu viel los und wenn das Vertrauen nicht da wäre, worauf sonst sollte ein Geschäft mit exklusiven Nudeln in exponierter Lage sonst basieren?

Wer bei Jan Hoffmann einkauft, der fühlt sich dann doch einige Jahrzehnte zurückversetzt. Eine große Waage bildet das Herz des Verkaufswagens, einzelne, gefüllte Nudeln werden mit der Zange vorsichtig daraufgesetzt, in die Box gelegt, die mit einer Art Siegel verschlossen wird.

Klingt ein bisschen altmodisch?
Mag sein.
Kommt aber richtig gut an.
In einer Welt, der es manchmal ganz
güt tün würde, wenn sie sich ein wenig
langsamer drehte.

EO Nr 12 / 52 8 33

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